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Ermutigen Bürgerinnen und Bürger der Region, sich für die Sicherheitswacht Waldkraiburg zu bewerben (v.l.n.r.): Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch, Rita Blum von der SiWa Burghausen, Polizeipräsident Robert Kopp und Polizeihauptkommissar Georg Wagner. Foto: okk

„Bürger schützen Bürger“: „Sicherheitswachtler“ für Waldkraiburg gesucht

09.03.2017

Bayernweit sind rund 800 Bürgerinnen und Bürger in mehr als 130 Kommunen ehrenamtlich aktiv bei einer „Sicherheitswacht“, kurz „SiWa“: Sie fungieren als Bindeglied zwischen Polizei und Bevölkerung, sind Ansprechpartner für Sicherheitsfragen und bestreifen größere Wohnsiedlungen, öffentliche Parks und Anlagen, die Umgebung von Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel sowie das Umfeld von Gebäuden oder Einrichtungen, die immer wieder Sachbeschädigungen aufweisen. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wird - nach Burghausen, Burgkirchen, Freilassing, Rosenheim und Schongau - auch in Waldkraiburg eine SiWa ab Juni in Kooperation mit der hiesigen Polizeiinspektion die Sicherheit im öffentlichen Raum verbessern: Die Bewerbungsphase läuft bis Ende März.

„Mehr Augen und Ohren im öffentlichen Raum bedeuten auch mehr Sicherheit auf unseren Straßen und Plätzen“, sagt Polizeipräsident Robert Kopp, Leiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit Sitz in Rosenheim. Die Bevölkerung sei aus unterschiedlichen Gründen verunsichert und die Sicherheitswacht steigere als „wandelnde Notrufsäule“ das Sicherheitsgefühl deutlich. Dabei sei sie weder Hilfspolizei noch Bürgerwehr, sondern „die bessere und rechtstaatliche Alternative“: Polizeibeamte der jeweiligen Dienststellen entschieden je nach Lage, wo und wann die SiWa auf Streife gehe - die ehrenamtlich engagierten „Bürgerinnen und Bürger mit Verantwortungsgefühl und Zivilcourage“ ergänzten dann die Polizeiarbeit und achteten vor Ort auf die Einhaltung der allgemeinen Ordnung.

Ursprünglich als Modellprojekt in den Städten Degendorf, Ingolstadt und Nürnberg eingeführt, wurde die Sicherheitswacht in Bayern 1997 nach dreijähriger Pilotphase dauerhaft eingerichtet. Seitdem entschließen sich immer mehr Kommunen, eine Sicherheitswacht zu beantragen. 44 Freiwillige zählt Polizeipräsident Kopp bereits in seinem Zuständigkeitsbereich: sieben in Burghausen, fünf in Burgkirchen, sieben in Freilassing, 18 in Rosenheim und sieben in Schongau. Laufen und Traunstein befinden sich derzeit im Bewerbungs- und Auswahlverfahren.

„Manchmal reine Streetworker“

„Dasein - Zuhören - Hinhören“ beschreibt Rita Blum von der SiWa Burghausen ihre Aufgabe, denn meist gehe es beispielsweise nicht um nichtangeleinte Hunde, defekte Straßenlampen und -schilder oder schnelle Erste Hilfe. „Manchmal haben wir das Gefühl, wir sind reine Streetworker“, erklärt Blum. Durch die dunkelblauen T-Shirts mit Schriftzug und Hoheitszeichen, die dienstlichen Digitalfunkgeräte und Mobiltelefone, mit denen der Kontakt zur Polizeiinspektion gehalten wird, sowie das Reizstoffsprühgerät für Notfälle werden die Angehörigen der Sicherheitswacht weithin sichtbar zu Repräsentanten der Kommune und faktisch zu „Ansprechpartnern für jedwede Probleme“, wie Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) weiß.

Der Stadtrat von Waldkraiburg hat sich am 13. Dezember 2016 einstimmig für die Einrichtung einer SiWa ausgesprochen und damit für die Polizei den Willen ausgedrückt, sich aktiv an der Gestaltung dun Aufrechterhaltung der Inneren Sicherheit und Ordnung zu beteiligen. Selbst wenn Waldkraiburg laut Pötzsch „eine sichere Stadt“ sei, so ist die SiWa gleichwohl nach den Worten von Kopp eine „sinnvolle Einrichtung in unserem rechtsstaatlichen Portfolio“. Denn die Polizei ist laut dem Leiter der Polizeiinspektion Waldkraiburg, Erster Polizeihauptkommissar Georg Deibl, „auf ein Klima des Vertrauens und eine Kultur des Hinsehens“ angewiesen. Geigl zufolge habe die Sicherheitswacht „eine wichtige Vorbildfunktion für die Bevölkerung, bei Straftaten hinzusehen, die Polizei zu verständigen und sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen“. Dies erklärt den Leitgedanken „Bürger schützen Bürger“.

Bewerbungsphase bis Ende März

Bis Ende März läuft in Waldkraiburg die Bewerbungsphase für die neue Sicherheitswacht. Nach Kopp sollten die avisierten acht bis zwölf couragierten Bürgerinnen und Bürger aus der Region die hiesige Bevölkerung bestmöglich abbilden: Sie sollten mindestens 18 Jahre und höchstens 60 Jahre alt sein, gesundheitlich den Anforderungen des Außendienstes gewachsen sein, eine abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung mit Zeugnis nachweisen, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbereitschaft bewiesen haben und einen guten Ruf besitzen. Für die Aufgabe sollen sie mindestens zehn Stunden im Monat zur Verfügung stehen und am Einsatzort oder in der nächsten Umgebung wohnen. Die Ausrüstung wird gestellt und die Ehrenamtler erhalten eine Aufwandsentschädigung von 8 Euro je Stunde.

Mitte April finden die Auswahlgespräche statt, Ende Mai erfolgt eine 40-stündige Ausbildung, Dienstbeginn ist am 1. Juni 2017. Den Einsatz der SiWa wird die Polizeiinspektion eigenverantwortlich regeln. Dienstplan, Einsatzzeiten und -örtlichkeiten legt die Dienststelle gemeinsam mit den Ehrenamtlichen fest. Details nennt die Polizeiinspektion Waldkraiburg unter Rufnummer 0 86 38/9 44 70. Mehr Information zur Bayerischen Sicherheitswacht ist online abrufbar unter http://tinyurl.com/zymvebe.

Olaf Konstantin Krueger


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