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Foto: 123rf.de

++ Arbeitsmarkt ++ Azubi-Plus ++ Lohn-Plus ++ Elektrifizierung ++ Krebstherapie ++ Treue ++

07.02.2018

Bayern- & Deutschlandnews zum 7. Februar 2018!

Konjunktur robust

Dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) zufolge läuft der Konjunkturmotor in Bayern weiter auf Hochtouren: Die Geschäftslage in den Betrieben hat sich seit Herbst noch einmal verbessert und erreicht den vierten Rekordwert in Folge. Auch in den kommenden zwölf Monaten rechnen die Unternehmen mit Zuwächsen. Der BIHK-Konjunkturindex, der Lage und Erwartungen abbildet, steigt im Vergleich zum Jahresbeginn 2017 von 130 auf 136 Punkte. Seit Beginn der Erhebung im Jahr 1993 hat er diese Rekordmarke bisher nur ein Mal, im Frühjahr 2011, erreicht.

Arbeitsmarkt robust

Die Arbeitslosigkeit hat sich von Dezember auf Januar um 185.000 auf 2.570.000 erhöht. Der Anstieg war geringer als üblich. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den Januar ein Rückgang um 25.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 207.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 28.000 gesunken. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im Januar 2018 auf 3.515.000 Personen, 198.000 weniger als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigung ist weniger stark zurückgegangen als die Arbeitslosigkeit, da mehr – insbesondere geflüchtete – Menschen gefördert wurden als im Vorjahr. Die Auswirkungen der Fluchtmigration auf die Vorjahresveränderung sind laut BA erkennbar.

Azubi-Plus in Bayerns Betrieben

Nach einem Rückgang im Vorjahr konnten die bayerischen Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen 2017 wieder mehr Lehrlinge einstellen. Für das abgelaufene Jahr verzeichnet der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) insgesamt 53.380 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der IHK-Ausbildungsbetriebe ging dagegen leicht auf 30.899 zurück. Wie in den Vorjahren blieben viele Lehrstellen mangels Bewerber unbesetzt. Die Arbeitsagentur spricht von fast 15.000 unbesetzten Ausbildungsplätzen.

Studienplätze gegen Ärztemangel

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery fordert eine bessere Nachwuchsförderung und deutlich mehr Studienplätze für angehende Mediziner. Der Präsident der Bundesärztekammer sagte der „Heilbronner Stimme“: „Auch wenn vor allem niedergelassene Hausärzte in ländlichen Regionen Schwierigkeiten haben, einen Nachfolger zu finden, ist der Ärztemangel ein facharztübergreifendes Problem. Diese Entwicklung wird sich weiter verschärfen.“ Er betonte: „Wir brauchen deshalb eine konsequente Nachwuchsförderung, die bereits mit dem Medizinstudium anfängt.“

Knapp 2.300 Doktoren

Im Wintersemester 2016/17 wurden an Bayerns Hochschulen 35.513 Prüfungen erfolgreich abgelegt. Das waren laut Bayerisches Landesamt für Statistik 77 oder 0,2 Prozent mehr Abschlüsse als im vorangegangenen Wintersemester. Knapp die Hälfte (48,1 Prozent) der von den Prüfungsämtern gemeldeten erfolgreichen Examen wurde von Frauen abgelegt. 2.298 Promovierende erwarben im Wintersemester 2016/17 ihren Doktortitel.

„Lohn-Plus“ für Brauereien gefordert

Lohn-Plus fürs Brauen: Wer in Produktion und Vertrieb von Bier arbeitet, soll mehr Geld verdienen. Für die Beschäftigten in den 139 oberbayerischen Brauereien fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent. Azubis sollen 50 Euro mehr pro Monat und Lehrjahr bekommen. „Von Auerbräu und Tegernseer über Erdinger Weißbräu bis hin zur Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan – wir haben in der Region weltbekannte Marken, aber auch viele mittelständische und kleine Betriebe“, sagt Georg Schneider von der NGG Rosenheim-Oberbayern. Steigende Löhne seien enorm wichtig, um Fachkräfte und Qualität in der Branche zu halten, so der Gewerkschafter.

Negativzinsen für Privatkunden rechtswidrig

Die Volksbank Reutlingen hatte im Sommer des Jahres 2017 eine Änderung in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vorgenommen: Im Preis- und Leistungsverzeichnis wurde eine Klausel eingeführt, wonach Negativzinsen in Höhe von 0,5 Prozent bei mindestens 10.000 Euro Tagesgeld und ab 25.000 Euro Festgeld möglich sein sollten. Nach einer Abmahnung durch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg wurde die Klausel gestrichen. Da eine Unterlassungserklärung seitens der Bank unbeantwortet blieb, reichte die Verbraucherzentrale Klage ein. Das Tübinger Landgericht stimmte der Argumentation der Verbraucherschützer zu (Az. 4 O 187/17). Danach sind Sparer gleichzusetzen mit Darlehensgebern. Bankkunden könnten deshalb nicht durch eine Klausel in den AGB dazu verpflichtet werden, Zinsen für ihre Guthaben zu zahlen statt diese zu erhalten. Auf Grundlage dieser Gerichtsentscheidung kann eine Bank aus einer verzinsten Geldanlage keine kostenpflichtige Geldverwahrung machen. HELP24-Experte Frank Mingers rät allen Sparern auch bei anderen Banken zur „Prüfung rechtlicher Schritte, sobald Negativzinsen bei Tagesgeldkonten und Festgeldkonten verlangt werden“.

IHK unterstützt Elektrifizierung

Oberbayerns Wirtschaft unterstützt den Vorschlag der Staatsregierung, die Elektrifizierung der Eisenbahnnetze weiter voranzutreiben und innovative Antriebstechniken auf die Schiene zu bringen. Um die angekündigte Strategie des Innenministeriums zu verwirklichen, fordert die IHK für München und Oberbayern ergänzend einen konkreten Zeitraum für die verlässliche Realisierung sowie ein eigenes Budget, damit die einzelnen Strecken über die erforderlichen Investitionsmittel verfügen. „Lediglich rund die Hälfte des Schienennetzes im Freistaat ist elektrifiziert – das entspricht nicht dem bayerischen Selbstverständnis eines innovativen Hochtechnologie-Standortes. Weder aus Sicht des Umweltschutzes noch aus ökonomischer Perspektive ist es nachvollziehbar, dass auf vielen Strecken weiterhin Diesel- nicht durch Elektroloks ersetzt werden können. Das passt nicht ins Bild“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen.

Begleitete Flüchtlingszuwanderung

Insgesamt sechs Landkreise hat die Robert Bosch Stiftung GmbH in ihr neues Förderprogramm „Land.Zuhause.Zukunft - Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen“ aufgenommen: die Landkreise Coburg (Bayern), Goslar (Niedersachsen), Harz (Sachsen-Anhalt), Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), Prignitz (Brandenburg) und der Vogtlandkreis (Sachsen). Sie profitieren in der ersten Pilotphase bis Februar 2019 von einer kontinuierlichen Begleitung durch Berater, der Förderung eines Praxisprojekts im Landkreis und überregionalen Vernetzungsangeboten.

Einigkeit beim Familiennachzug

Die Spitzen und Innenpolitiker der Fraktionen der CDU/CSU und SPD sind sich bei der Regelung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten. Bei den Verhandlungen war der CSU-Bundestagsbgeordnete Stephan Mayer aus Altötting/Mühldorf federführend eingebunden. Mayer zufolge werde der Nachzug zunächst weiter ausgesetzt und dann in stark begrenztem Umfang für humanitäre Fälle ermöglicht: „Das gibt unseren Kommunen die nötige Zeit und Planungssicherheit, um die Mammutaufgabe der Integration zu meistern. Mit dieser Begrenzung der Zuwanderung leisten wir einen Beitrag zum Erhalt des gesellschaftlichen Friedens.“

Radikalisierungsrisiko unter Flüchtlingen

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, warnt vor der Gefahr durch den radikalen Islamismus in Deutschland. Trotz des Niedergangs des IS-Kalifats in Syrien und im Irak bestehe das Netzwerk zur Anleitung von Anschlägen weiter. Aus Deutschland seien 970 Menschen in das Kalifat gereist, manche kehrten zurück. In Deutschland gebe es 750 Gefährder und ein erhöhtes Radikalisierungsrisiko unter Flüchtlingen. Für den Kampf gegen den islamistischen Terror fordert Münch einen einheitlichen Rechtsrahmen in den Polizeigesetzen der Länder und ein einheitliches Informationsmanagement, ein „Datenhaus der Polizei“.

Steigende Einwohnerzahl in München

In München kommen 4.668 Einwohner auf den Quadratkilometer - so viel wie nirgendwo anders. Das wirkt sich auf die Wohnungspreise aus: Mit im Schnitt 6.580 Euro pro Quadratmeter für Wohneigentum ist die bayerische Landeshauptstadt auch hier Spitzenreiter, wie eine aktuelle Analyse von immowelt.de zeigt. Dafür wurden Kaufpreise von Eigentumswohnungen und Häusern und die Bevölkerungsdichte in Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern untersucht. Ein Grund für die hohen Preise sei die große Attraktivität der Isar-Metropole - die hohe Konzentration an Weltkonzernen mit zahlreichen Arbeitsplätzen sorgt für steigende Einwohnerzahlen und eine enorme Nachfrage nach Wohnraum.

30 Stunden jährlich im Stau

Deutschland belegt im weltweiten Vergleich der verkehrsreichsten entwickelten Länder Platz 11 und landet europaweit auf Platz vier: Autofahrer verbringen hier zu Stoßzeiten pro Jahr durchschnittlich 30 Stunden im Stau. Die durch Staus entstandenen Gesamtkosten liegen bei 80 Milliarden Euro, pro Fahrer ergibt das einen Durchschnitt von 1.770 Euro pro Jahr. Dies besagt die „Traffic Scorecard 2017“ von INRIX. Die Analyse umfasst das Stauaufkommen in 1.360 Städten in 38 Ländern und damit fast 300 Städte mehr als in der letztjährigen Studie - es handelt sich somit um die umfangreichste Staustudie weltweit.

Mehr Aufträge - weniger Umsatz

Der preisbereinigte Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Dezember 2017 saison- und arbeitstäglich bereinigt um 3,8 Prozent höher als im Vormonat. Für November 2017 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang von 0,1 Prozent gegenüber Oktober 2017 (vorläufiger Wert: -0,4 Prozent). Der preisbereinigte Auftragseingang ohne Großaufträge im Verarbeitenden Gewerbe lag im Dezember 2017 saison- und arbeitstäglich bereinigt um 0,8 Prozent höher als im Vormonat.

SPD sackt auf 18 Prozent

Bei Neuwahlen in Deutschland gäbe es für CDU/CSU, DIE LINKE und AfD keine Änderungen gegenüber der Bundestagswahl im vergangenen September, Bündnis 90/DIE GRÜNEN würde zulegen, FDP und SPD verlieren: CDU/CSU 33 Prozent (Bundestagswahl: 32,9), SPD 18 Prozent (20,5), FDP 9 Prozent (10,7), Grüne 13 Prozent (8,9), Linke 9 Prozent (9,2), AfD 13 Prozent (12,6). 5 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2). Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt bei 24 Prozent und entspricht damit dem Anteil der Nichtwähler (23,8 Prozent) bei der Bundestagswahl im September, besagt eine forsa-Umfrage im Auftrag der Mediengruppe RTL.

Kandidaten aufgestellt

Die AfD Rosenheim hat ihre Kandidaten für die kommenden Landtags- und Bezirkstagswahlen nominiert: Franz Bergmüller (Stimmkreis Rosenheim-West) und Andreas Winhart (Stimmkreis Rosenheim-Ost) wollen in den Landtag ziehen, Christian Demmel (Rosenheim-West) und Andreas Kohlberger (Rosenheim-Ost) wollen in den Bezirkstag Oberbayern.

Potenzial in der Krebstherapie

Vor der Diagnose Krebs haben die in Deutschland Lebenden am meisten Angst: Für etwa zwei Drittel stellen Tumorerkrankungen die größte Bedrohung ihrer Gesundheit dar. Deutlich weniger sorgen sich um Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt, obwohl diese die häufigsten Todesursachen sind - lediglich ein knappes Drittel fürchtet diese Erkrankungen am meisten. Auch neurologische Erkrankungen wie Alzheimer oder Depressionen bereiten weniger Sorgen als Krebs. Das sind zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und Strategy unter 1.000 Personen. Krebsforschung halten 86 Prozent für „sehr wichtig“, elf Prozent immerhin noch für „wichtig“. Acht von zehn befürworten die Nutzung personalisierter Patientendaten für potenziell kürzere Entwicklungszeiten von Krebsmedikamenten - trotz möglicherweise höheren Risiken für einzelne Patienten. Knapp ebenso viele (78 Prozent) würden ihre Daten für die Krebsforschung an vertrauenswürdige Institutionen weitergeben, wobei lediglich drei Prozent eine Freigabe ihrer Daten strikt ablehnen.

Oberbayern weniger treu

Die meisten Fremdgeher im Freistaat kommen aus Oberbayern – dort sind 33,4 Prozent der Frauen und Männer schon einmal fremdgegangen. Durchschnittlich haben 29,2 Prozent der Bayern ihren Partner bereits betrogen. Zu diesem Ergebnis kommt eine exklusive Studie, die der landesweite Radiosender Antenne Bayern beim Marktforschungsinstitut BCI in Auftrag gegeben hat.

Olaf Konstantin Krueger

Hier geht's zu den Bayern- & Deutschlandnews vom 31. Januar 2018.

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