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++ Bergsommer ++ Bergsturz ++ ASP ++ Stellenrekord ++ Umsätze ++ Wahlalter ++

12.09.2018

Bayern- & Deutschlandnews zum 12. September 2018!

Guter Bergsommer

Mit den Viehscheiden im Allgäu und den Almabtrieben in Oberbayern geht in den nächsten Wochen für rund 55 000 Rinder der bayerische Bergsommer zu Ende. Beim Viehscheid in Pfronten hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber eine überwiegend positive Bilanz gezogen. „Unter dem Strich ist die Saison trotz der Trockenheit gut verlaufen“, sagte Kaniber. Zwar hätten die Bergbauern auf manchen Almen und Alpen Wasser für das Vieh heranfahren oder es vorzeitig ins Tal abtreiben müssen. Den größten Teil des Sommers über seien die Bedingungen aber sehr gut gewesen. Zudem habe es auch keine gravierenden Unfälle gegeben.

Kind stürzt in den Tod

Am Ettaler Mandl ist am 9. September ein achtjähriges Kind aus dem Raum München in den Tod gestürzt. Es befand sich beim Abstieg vom Gipfel in Begleitung eines Elternteiles. Kurz nach Erreichen des sogenannten „Weibls“ stürzte das Kind aus noch ungeklärter Ursache über die Südseite des Ettaler Mandls entlang des Klettersteiges über eine Höhe von ca. 50 Metern ab. Der Absturz wurde von mehreren Personen beobachtet. Diese leisteten sofort erste Hilfe bis zum Eintreffen des Rettungshubschraubers. Trotz aller Bemühungen erlag das Mädchen in der folgenden Nacht im Unfallkrankenhaus Murnau seinen schweren Verletzungen.

Schutz vor Afrikanischer Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat Rumänien erreicht. Dort grassiert sie in landwirtschaftlichen Betrieben und die Behörden bekommen die Seuche nicht in den Griff. Auch wenn die Fernübertragung von ASP vor allem durch den Menschen und nicht durch Wildschweine erfolgt, hält der Bayerische Jagdverband (BJV) es für wichtig, jeder Gefahr vorzubeugen. Um Kontakte zwischen Wild- und Hausschweinen von vornherein zu verhindern, hat der BJV seine Jäger aufgefordert, sich noch mehr für die Wildschweinjagd zu engagieren. Laut BJV sei der Ausbruch in Rumänien deshalb so besorgniserregend, weil der Transitverkehr eine der größten Gefahren sei. Auch die zahlreichen Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft könnten ungewollt zum Vektor für den Erreger werden. Das Virus kann selbst am Schuh mehrere Monate überleben. Besonders gefährlich sei außerdem die Einfuhr von Heu und Stroh aus Osteuropa. Mehr online: jagd-bayern.de.

2,4 Mio. Überstunden

Bei der bayerischen Polizei gibt es einen neuen Höchststand an Überstunden. Ende Juni waren es 2,4 Millionen Überstunden und damit 200 000 Stunden beziehungsweise rund neun Prozent mehr als Ende vergangenen Jahres. Dazu sagt der Spitzenkandidat der FDP Bayern Martin Hagen: „Es ist schäbig, wie Bayern mit seinen Polizisten umgeht. Wir Freie Demokraten wollen, dass die Sicherheit wieder besser organisiert ist als das Verbrechen! Die Tendenz geht derzeit hin zum Aufbau kommunaler Vollzugsdienste und mehr Videoüberwachung. Wir fordern hingegen mehr Polizeipräsenz vor Ort.

Gemütlichkeit in den Ferien

Nur drei Prozent der Bayern hatten während ihres Sommerurlaubes mit Krankheiten oder Verletzungen zu kämpfen – im Bundesdurchschnitt waren es sechs Prozent. Die große Mehrheit (86 Prozent) konnte die diesjährigen Ferien genießen und erholte sich. Das zeigt der aktuelle DAK-Urlaubsreport. Danach haben es die Bayern während der Ferien aber auch vergleichsweise gemütlich angehen lassen: Fast jeder Achte gab an, nichts speziell für die Gesundheit getan zu haben. Bundesweit sagte dies nur knapp jeder 13. Urlauber.

Eine Million Analphabeten in Bayern

Renate Schiefer, Koordinatorin des MENTO-Projekts im DGB Bildungswerk Bayern, zufolge können deutschlandweit mehr als 7,5 Millionen deutschsprachige Erwachsene nicht ausreichend lesen und schreiben, in Bayern seien es rund eine Million. Über 500.000 von ihnen sind erwerbstätig. „Diese Beschäftigten müssen in Arbeit und Freizeit praktisch ohne Schrift auskommen und haben daher große Probleme, den Anforderungen in unserer hoch technisierten Welt gerecht zu werden. Und das in einem der reichsten Länder der Welt!“ Nach wie vor spalte das Bildungswesen die Menschen in zwei Klassen: Der Bildungserfolg hänge weitgehend von der sozialen Herkunft ab – das könne nicht hingenommen werden.“

Stellenrekord bei Ingenieurberufen

Im zweiten Quartal 2018 waren monatsdurchschnittlich 129.470 offene Stellen zu besetzen, wovon 85.880 auf die acht klassischen Ingenieurberufskategorien und 43.590 auf Informatikberufe entfielen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Ingenieurmonitor, den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des VDI vierteljährlich erstellt. Damit erreicht die Arbeitskräftenachfrage in den Ingenieurberufen ein neues Rekordniveau. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet dies ein Plus von 11,3 Prozent beziehungsweise knapp 13.160 zusätzliche Vakanzen.

Mehr Übernachtungen

Im Juli 2018 gab es in den Beherbergungsbetrieben in Deutschland 56,2 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war dies ein Plus von 5 Prozent gegenüber Juli 2017. Die Übernachtungszahl von Gästen aus dem Ausland stieg um 4 Prozent auf 10,7 Millionen. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland erhöhte sich um 6 Prozent auf 45,5 Millionen. Im Zeitraum Januar bis Juli 2018 stieg die Zahl der Gästeübernachtungen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf 270,0 Millionen. Davon entfielen 49,2 Millionen Übernachtungen auf Gäste aus dem Ausland und 220,8 Millionen auf inländische Gäste (jeweils +4 Prozent). Alle Angaben beziehen sich auf Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten.

Mehr Umsätze im verarbeitenden Gewerbe

Das Verarbeitende Gewerbe Bayerns konnte im Juli 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat ein Umsatzplus von 5,2 Prozent auf rund 30,6 Milliarden Euro verbuchen. Nach Feststellung des Bayerischen Landesamts für Statistik nahmen die Auslandsumsätze im selben Zeitraum um 4,2 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro zu. Die Exportquote betrug 53,9 Prozent. Die Umsätze mit den Ländern der Eurozone stiegen um 1,9 Prozent, ihr Anteil am Gesamtumsatz belief sich auf 19,8 Prozent.

Mehr Umsätze im Handwerk

Im zweiten Quartal 2018 stiegen die Umsätze im zulassungspflichtigen Handwerk in Deutschland gegenüber dem zweiten Quartal 2017 um 5,9 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren Ende Juni 2018 im zulassungspflichtigen Handwerk 0,4 Prozent mehr Personen tätig als Ende Juni 2017. In sechs der sieben Gewerbegruppen gab es im zweiten Quartal 2018 höhere Umsätze als im zweiten Quartal 2017. Die größten Umsatzsteigerungen erzielte das Bauhauptgewerbe (+7,9 Prozent). In den Handwerken für den privaten Bedarf stiegen die Umsätze am geringsten (+0,3 Prozent). Niedrigere Umsätze als im Vorjahresquartal wurden im Lebensmittelgewerbe erwirtschaftet (-0,8 Prozent).

Junge Liberale wollen Wahlalter senken

Angesichts der anstehenden Landtags- und Bezirkstagswahlen bringen die Jungen Liberalen Bayern eine Reform des Wahlrechts ins Spiel. Matthias Fischbach, Spitzenkandidat der JuLis Bayern und Listenführer der FDP in Mittelfranken, erklärt dazu, es gehe ihm „um den Respekt vor jungen Menschen“. Schon die aktuelle Debatte um das Rentensystem zeigte symptomatisch, dass es der Politik daran mangelte: „Kaum jemand kümmert sich um die Jugend, die einmal die Kosten aller Versprechen bezahlen soll.“ Ein Schritt in diese Richtung wäre eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre.

DIE LINKE gewinnt

Im aktuellen RTL/n-tv-Trendbarometer ändern sich die Werte aller Parteien gegenüber der Vorwoche (mit Ausnahme der kleinen Splitterparteien). Verlierer der Woche: AfD (-2 Prozentpunkte). Gewinner der Woche: DIE LINKE (+2 Prozentpunkte). Union und FDP gewinnen je einen Prozentpunkt, während SPD und Grüne je einen Prozentpunkt verlieren. Bei einer Bundestagswahl ergäbe sich derzeit folgende Stimmverteilung: CDU/CSU 31 Prozent (Bundestagswahl: 32,9), SPD 16 (20,5), FDP 9 (10,7), Bündnis 90/DIE GRÜNEN 15 (8,9), DIE LINKE 10 (9,2), AfD 14 (12,6). Fünf Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2). 27 Prozent aller Wahlberechtigten sind derzeit unentschlossen oder würden nicht wählen (Nichtwähler 2017: 23,8).

Olaf Konstantin Krueger

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