Previous
Next

Foto: 123rf.de

++ Bevölkerung ++ Fachkräfte ++ Preise ++ Robotaxis ++ Mediziner ++ Rechtsruck ++

02.10.2018

Foto: 123rf.de

Bayern- & Deutschlandnews zum 2. Oktober 2018!

82,8 Millionen Menschen

In Deutschland lebten 2017 insgesamt rund 82,8 Millionen Menschen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wohnten davon 16,2 Millionen Personen (19,5 Prozent) in den neuen Ländern und Berlin, 66,6 Millionen Personen (80,5 Prozent) im früheren Bundesgebiet. 1990 hatte das vereinigte Deutschland mit 79,8 Millionen rund drei Millionen weniger Einwohnerinnen und Einwohner. In Westdeutschland lebten 2017 rund 5 Millionen Menschen mehr als zur Zeit der Wende (+8,2 Prozent). Dagegen ist die Einwohnerzahl in den neuen Bundesländern und Berlin im Vergleich zu 1990 um rund zwei Millionen (-11,0 Prozent) zurückgegangen.

Fachkräfte verdienen im Osten weniger

Mit dem Einigungsvertrag vom 3. Oktober 1990 sollten die Lebensverhältnisse in Ost- und Westdeutschland vereinheitlicht werden. Allerdings verdienen Fachkräfte im Osten immer noch deutlich weniger: Während das Bruttodurchschnittsgehalt einer Fachkraft im Westen Deutschlands aktuell bei 56.800 Euro liegt, verdient ihr Pendant im Osten im Schnitt 44.700 Euro - ein Unterschied von 27 Prozent. Eine Ausnahme ist der Stadtstaat Berlin, wo der Durchschnittsverdienst bei 50.700 Euro liegt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der Online-Jobplattform StepStone auf Basis von 200.000 Datensätzen.

77.000 junge Menschen benötigen Hilfe

Im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe wurden im Jahr 2017 wieder eine Vielzahl von Hilfen nach dem Sozialgesetzbuch – Achtes Buch (SGB VIII) als Hilfe zur Erziehung, Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen und als Hilfen für junge Volljährige gewährt. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, waren Erziehungsberatungen nach § 28 SGB VIII auch 2017 die häufigste Hilfeart. Über alle Hilfearten hinweg waren mehr Buben bzw. junge Männer auf Hilfen und Beratungen angewiesen (59,6 Prozent).

Verbraucherpreise in Bayern bei 2,5 Prozent

Im Vergleich zum September des Vorjahres haben sich die Verbraucherpreise in Bayern im Gesamtniveau um 2,5 Prozent erhöht, teilt das Bayerische Landesamt für Statistik mit. Im August 2018 lag die Rate bei +2,2 Prozent. Zu der höheren Teuerungsrate hat maßgeblich der Anstieg der Energiepreise beigetragen. So sind binnen Jahresfrist die Preise für Heizöl (+43,4 Prozent) und Kraftstoffe (+15,4 Prozent) deutlich gestiegen. Aus dem Bereich der Nahrungsmittel haben sich einzelne Molkereiprodukte wie Sahne (+28,2 Prozent) und Frischkäse (+12,2 Prozent) deutlich verteuert. Die Preise für Gemüse (+11,1 Prozent) sind im Vergleich zum Vorjahresmonat überdurchschnittlich gestiegen, während der Preisanstieg für Obst bei +2,2 Prozent lag.

„Digitalisierung senkt Gesundheitskosten“

Durch den Einsatz digitaler Technologien könnten im deutschen Gesundheitswesen bis zu 34 Milliarden Euro jährlich eingespart werden. Dies entspricht rund 12 Prozent der gesamten jährlichen Gesundheits- und Versorgungskosten von zuletzt 290 Milliarden Euro. Das größte Nutzenpotenzial bieten dabei die elektronische Patientenakte und elektronische Rezepte sowie webbasierte Interaktionen zwischen Arzt und Patient. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer neuen Studie von McKinsey & Company mit dem Titel „Digitalisierung im Gesundheitswesen: die Chancen für Deutschland“. McKinsey hat für die Studie auf Basis von mehr als 500 internationalen Forschungsdokumenten das Verbesserungspotenzial von 26 digitalen Gesundheitstechnologien analysiert und in Experteninterviews überprüft. Kooperationspartner für die Studie ist der Bundesverband Managed Care e. V. (BMC).

Aussicht für „Robotaxis“

Verbraucher haben mittlerweile klare Vorstellungen davon, wie sie sich die Mobilität der Zukunft vorstellen und wie viel sie dafür zu zahlen bereit sind, wie eine Umfrage unter 3.000 Konsumenten in Europa, den USA und China im Rahmen des „2018 Digital Auto Report“ von Strategy&, der Strategieberatung von PwC, ergab: Sobald Robotaxis im großen Stil verfügbar sind, wären 47 Prozent der Europäer dazu bereit, ihr eigenes Auto aufzugeben. Im Vergleich würden nur 38 Prozent der US-Amerikaner ihr Auto abschaffen, aber 79 Prozent der chinesischen Verbraucher. Gerade beim täglichen Weg in die Arbeit könnte das eigene Auto in Zukunft stark an Bedeutung verlieren.

Vorbehalte gegenüber neuer Medizinerausbildung

Mit Skepsis betrachten Bundesärztekammer und die Deutsche Hochschulmedizin e. V. die Ankündigung eines in Malta angemeldeten, aber von Deutschland aus operierenden deutschen Unternehmens - Digital Education Holdings (DEH) - und eines Krankenhauskonzerns zur Etablierung eines privatwirtschaftlich organisierten Studiengangs in Humanmedizin. Obwohl bereits für die Zulassung zu diesem Studiengang in Deutschland geworben werde, seien noch viele Fragen zu Qualität und Ausgestaltung dieses in Malta akkreditieren Studiengangs unklar. DEH und der Krankenhauskonzern bieten ein Studienmodell an, das ausschließlich internetbasierte Lerneinheiten mit praktischen Ausbildungsanteilen kombinieren soll. Hierzu liegt bisher nur eine maltesische Akkreditierung für die ersten drei Jahre vor, die zum Abschluss mit dem Bachelor führen solle. Eine Zulassung als Ärztin oder Arzt ist damit nicht möglich. Die Akkreditierung für einen weiterführenden zweijährigen Masterstudiengang, dessen Absolvierung für eine Approbation nach der Berufsanerkennungsrichtline notwendig ist, steht noch aus.

Sorgfalt beim Zuwanderungsgesetz

Die IHK für München und Oberbayern begrüßt die vom Bundeskabinett beschlossenen Eckpunkte zur Reform des Zuwanderungsgesetzes. Für die weitere Ausarbeitung des Gesetzes fordert sie, die neuen Regeln mittelstandsfreundlich und bürokratiearm zu gestalten. „Der Fachkräftemangel trifft den Mittelstand besonders stark. Das Fachkräftezuwanderungsgesetz muss deswegen von vornherein so angelegt werden, dass auch Betriebe ohne große Personalabteilungen sinnvoll damit arbeiten können“, sagt IHK-Präsident Eberhard Sasse. Unbürokratische und praxisnahe Lösungen seien gefragt. „Es sollte beispielsweise im Ermessen des Unternehmens liegen, ob eine ausländische Fachkraft ausreichend für eine Tätigkeit qualifiziert ist. Viele inländische Fachkräfte arbeiten schließlich auch nicht in ihren Ausbildungsberufen“, so der IHK-Präsident.

Keine Mehrheit für „Rechtsruck“

Nach dem Machtwechsel in der Unions-Fraktion im Bundestag wurde von manchen in der Union gefordert, die CDU müsse wieder „konservativer“ werden. Im aktuellen RTL/n-tv-Trendbarometer folgt aber nur eine Minderheit (28 Prozent) dieser Auffassung. 36 Prozent der Wahlberechtigten dagegen möchten, dass die CDU „weniger konservativ“ wird. Weitere 31 Prozent wollen, dass die CDU ihren derzeitigen „Kurs der politischen Mitte“ beibehält. Für einen „Rechtsruck“ der Christdemokraten sind lediglich die Anhänger der AfD (77 Prozent) und der CSU (57 Prozent). Von allen Bayern jedoch drängen nur 36 Prozent der Bürger auf eine konservativere Ausrichtung der CDU. Mit einem „konservativeren Kurs“ könnte die CDU jene Wähler, die sie seit der Bundestagswahl 2017 verloren hat, auf keinen Fall zurückgewinnen: Nur 25 Prozent dieser Abwanderer wollen eine „konservativere“ CDU, 42 Prozent wollen eine weniger „konservative“ Ausrichtung und 29 Prozent wünschen, dass die CDU ihren „Mitte-Kurs“ beibehält.

Olaf Konstantin Krueger


Hier geht's zu den Bayern- & Deutschlandnews vom 26. September 2018.

Aus unseren Regionen...