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Während der Festungshaft in Niederschönenfeld malte Erich Mühsam seiner Frau Zenzl Bücher mit Versen und Zeichnungen.

Bilder von Erich Mühsam in der Vetternwirtschaft

02.01.2019

Während der Festungshaft in Niederschönenfeld malte Erich Mühsam seiner Frau Zenzl Bücher mit Versen und Zeichnungen.

In der Rosenheimer Vetternwirtschaft werden unter dem Motto "Für Zenzi" von 13. Januar bis 8. Februar vierzehn Reproduktionen der zum Teil unveröffentlichten Bilder von Erich Mühsam ausgestellt.

Während der Festungshaft in Niederschönenfeld malte Erich Mühsam seiner Frau Zenzl zum 8. und 9. Hochzeitstag jeweils ein Buch mit Versen und Zeichnungen. Erich Mühsam ist bekannt als Dichter, Publizist und revolutionärer Demokrat, jedoch nicht als Zeichner.

In der Rosenheimer Vetternwirtschaft allerdings können ab 13. Januar auch Bilder des 1934 von den Nazis im KZ Oranienburg ermordeten Antifaschisten begutachtet werden.


Als politischer Aktivist und Anarchist war Mühsam 1918/19 maßgeblich an Revolution und Räterepublik in Bayern beteiligt. Nach deren Niederschlagung wurde Erich Mühsam 1919 als „treibendes Element“ zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt. Den Großteil seiner Haft verbrachte er im Gefängnis Niederschönenfeld, wo man ab 1920 die linken politischen Gefangenen sammelte.

Während dieser Festungshaft malte er im September 1923 und im September 1924 seiner Frau Zenzli zum 8. und 9. Hochzeitstag jeweils ein Buch mit Versen und Zeichnungen. Diese ursprünglich nur für seine Frau bestimmten Bilder sind im Archiv der „Akademie der Künste“ in Berlin erhalten.

Im Zuge der Recherche zu dem lokal-historischen Taschenkalender „Es lebe das freie Bayern ...“ ist die Geschichtswerkstatt Rosenheim auf die zum Teil unveröffentlichten Bilder gestoßen. Die  eigenwilligen, aber ausdrucksstarken Zeichnungen mit einem Hang zur Karikatur sind jeweils mit kurzen, oftmals sozialkritischen Versen versehen.

Für die Ausstellung, welche die Geschichtswerkstatt in Kooperation mit der Petra Kelly Stiftung organisiert, wurden nun vierzehn exemplarische Bilder ausgewählt. Vernissage der Ausstellung ist am 13. Januar ab 19 Uhr mit Film und Vortrag „Auf der Suche nach dem roten Kolbermoor“. Zur Finissage am 8.Februar referiert Uschi Otten (Berlin) über die Lebensgeschichte Zenzl Mühsams.

Die Ausstellung ist in der Kleinkunstbühne Vetternwirtschaft (Oberaustraße 2) jeweils Donnerstag und Freitag, sowie bei Sonderveranstaltungen, ab 19 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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