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++ Ferkelkastration ++ Jobmotor ++ Lotterien ++ Tierhandel ++ Teppiche ++ Traumata ++

30.10.2018

Bayern- & Deutschlandnews zum 30. Oktober 2018!

Ferkelkastration

Das Bündnis für Tierschutzpolitik und der Deutsche Tierschutzbund fordern in einer öffentlichen Stellungnahme das fristgerechte Ende der betäubungslosen Ferkelkastration, wie gesetzlich beschlossen, zum 1. Januar 2019. Die Verbände halten es aus rechtlicher, wissenschaftlicher und ethischer Sicht für unhaltbar, männlichen Ferkeln weiterhin ohne Betäubung die Hoden zu entfernen. Mit dem im Grundgesetz verankerten Staatsziel Tierschutz ist die schmerzhafte Amputation nicht vereinbar, zumal es ausreichend Alternativen gibt. Nach Ansicht der Tierschutzorganisationen ist eine Verlängerung der bis Jahresende geltenden Ausnahmeregelung verfassungswidrig. Dabei verweisen sie auf die Positionen mehrerer renommierter Rechtsgutachter. Denn zur Kastration ohne Betäubung stehen bereits praxisreife Alternativen zur Verfügung: die Jungebermast, die Impfung gegen den Ebergeruch (Immunokastration) sowie eine Kastration bei vollständiger Schmerzausschaltung unter Narkose.

Arbeitslosigkeit sinkt

Im Zuge der sich fortsetzenden Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland von September auf Oktober um 53.000 auf 2.204.000 gesunken. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den Oktober ein Rückgang um 11.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 185.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 9.000 gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im Oktober 2018 bei 3.142.000 Personen. Das waren 223.000 weniger als vor einem Jahr. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im September auf 1,43 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 3,3 Prozent.

Jobmotor in Bayern

Da immer mehr Beschäftigte in aussichtsreiche Zukunftsbranchen wechseln, erwartet das ifo Institut in einer Studie im Auftrag der IHK für München und Oberbayern bis 2030 ein Potenzial für den Beschäftigungsaufbau von bis zu 13,5 Prozent. Für ganz Deutschland liegt dieser Wert nur bei 5,5 Prozent. Auch in ihrem pessimistischsten Szenario sehen die ifo Experten einen Beschäftigungszuwachs von 1,6 Prozent in Bayern, während für ganz Deutschland auch negative Arbeitsmarktfolgen denkbar sind. „Die gute Nachricht lautet, dass im Freistaat niemand vor der Digitalisierung Angst haben muss. Die Arbeit wird uns trotz zunehmender Automatisierung keineswegs ausgehen. Im Gegenteil: Bayern wird mit seiner innovativen und leistungsfähigen Wirtschaft allem Anschein nach besonders von der Digitalisierung profitieren, sofern die Unternehmen die dafür notwendigen Fachkräfte finden“, sagt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern.

Bayern: Magnet für Unternehmen

Die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist „sehr erfreut“ über die weiterhin hervorragende Lage auf dem bayerischen Arbeitsmarkt. „Wir erleben einen weiteren goldenen Herbst am Arbeitsmarkt. Eine Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent ist beispiellos und Ausdruck der starken Stellung der bayerischen Unternehmen im internationalen Wettbewerb. Bayern ist mit seinen 5,6 Millionen sozialversicherungspflichtigen Jobs weiterhin ein Magnet für Unternehmen und Arbeitnehmer“, erklärt vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Vorsicht vor „schwarzen Lotterien“

„Schwarze Lotteriewetten“ sind in Deutschland nicht zugelassen. Trotzdem nimmt das Online-Geschäftsmodell, bei dem auf die Ergebnisse staatlicher Lotterien gewettet wird, weiter zu. „Nach unserem Eindruck richten sich Werbemaßnahmen häufig gezielt auf den deutschen Markt“, sagt Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern. Die Juristin empfiehlt Verbrauchern, genau darauf zu achten, bei welchem Anbieter sie mitspielen. Vielen ist nicht bewusst, dass sie nicht an legalen staatlichen Glücksspielen, sondern an sogenannten „schwarzen Lotterien“ teilnehmen. „Das liegt daran, dass die illegalen Anbieter die optische Aufmachung legaler Glücksspiele kopieren und teilweise sogar mit Prüfsiegeln werben“, erläutert Tatjana Halm. Zu den „schwarzen Lotterien“ sind zum Beispiel Anbieter wie Lottoland.com, Tipp24.com, Multilotto.com und Lottohelden.de zu zählen.

Mehr Flachbildfernseher

85 Prozent der privaten Haushalte in Deutschland besaßen Anfang 2018 mindestens einen Flachbildfernseher. Anfang 2013 waren es erst 67 Prozent der Haushalte. Damit ist der Ausstattungsgrad mit Flachbildfernsehern innerhalb von fünf Jahren um 18 Prozentpunkte gestiegen, teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Gleichzeitig gibt es immer mehr Haushalte, die mehrere Flachbildfernseher haben: Während 9 Prozent der Haushalte Anfang 2008 ein Zweitgerät besaßen, stieg der Anteil von 24 Prozent im Jahr 2013 auf 30 Prozent Anfang 2018.

Regeln beim Onlinehandel mit Tieren

Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ begrüßt ein Urteil des Amtsgerichts Landau als wichtiges Signal im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel: Eine Tierärztin aus der Südpfalz ist wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sowie Betrugs zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Die Tierärztin soll Hunde unter schlimmen Bedingungen in dunklen, ungeheizten Kellerräumen gehalten haben, wobei die Tiere zwischen toten Ratten knöcheltief in ihrem eigenen Kot standen. Die zum Teil schwer kranken Welpen verkaufte sie unter anderem über eBay. In der aktuellen Kampagne #dankeEbay fordert „Vier Pfoten“ die Online-Plattform auf, eine Registrierungspflicht für Verkäufer in der Tierkategorie zu beschließen. So könnten Fälle wie dieser künftig verhindert werden. Auf dankeebay.de sammeln die Tierschützer dafür Unterschriften.

Schadstoffe in Teppichböden

Aktuelle Untersuchungen europäischer Teppichböden durch die Vrije Universiteit Amsterdam (Niederlande), das Ecology Center (USA) und die Notre Dame University (USA) sollen hormonaktive, krebsverdächtige und die Fruchtbarkeit beeinträchtigende Chemikalien belegen. Da Teppichböden weich, fleckenresistent und farbig sein sollen, würden diese häufig chemisch behandelt. Angesichts der „besorgniserregenden“ Studienergebnisse fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ein Verbot gesundheitsgefährdender Chemikalien in Teppichböden und die Einführung des Prinzips der Produktverantwortung für Hersteller. Nur so könne der Gesundheitsschutz der Verbraucher und der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft sichergestellt werden.

Mehr Unterschutzstellungen

Niedersachsens Jugendämter haben im vergangenen Jahr 5321 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf unveröffentlichte Zahlen des niedersächsischen Landesamts für Statistik. Damit hat sich die Zahl der in Schutz genommenen Kinder binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt. 2007 zählten die Statistiker landesweit noch 2227 Fälle. Im Vergleich zum Jahr 2016, als die Statistiker 8347 Fälle registrierten, ging die Gesamtzahl zwar deutlich zurück. Dies liegt aber vor allem an der Inobhutnahme von mutmaßlich minderjährigen Flüchtlingen im Zuge der Flüchtlingskrise. Unbegleitete minderjährige Ausländer (Uma) werden ebenfalls von den Jugendämtern in die Betreuung aufgenommen. Im vergangenen Jahr waren dies 1360 Personen, 2016 insgesamt 4365. Zieht man die überwiegend männlichen Umas ab, kommt man für 2017 auf 3961 Fälle von Unterschutzstellung durch Jugendämter, 2016 waren es mit 3982 Kindern und Jugendlichen etwa gleich viele. Damit stabilisieren sich die Fallzahlen nach einem drastischen Anstieg im Jahr 2016 (plus 20,4 Prozent) auf einem hohen Niveau.

Geflüchtete sind traumatisiert

Mehr als drei Viertel aller Geflüchteten aus den Herkunftsländern Syrien, Irak und Afghanistan haben unterschiedliche Formen von Gewalt erlebt und sind dadurch oft mehrfach traumatisiert. Dieses Ergebnis einer Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeige, dass dies einen gravierenden Einfluss auf ihre Gesundheit habe: Im Vergleich zu Geflüchteten ohne Gewalterfahrungen gebe diese Gruppe mehr als doppelt so häufig physische und psychische Beschwerden an. Aber auch im Vergleich zur deutschen Wohnbevölkerung schätzten Geflüchtete mit traumatisierenden Erfahrungen ihren Gesundheitszustand subjektiv deutlich schlechter ein. „Geflüchtete müssen bei der Aufarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse angemessen unterstützt werden. Hier könnten auf Traumabehandlung spezialisierte Einrichtungen sowie Therapeuten helfen“, so Helmut Schröder, Stellvertretender Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) und Mitautor der Studie.

Demo gegen Rechts

In Freiburg soll eine 18-Jährige in der Nacht zum 14. Oktober von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Inzwischen befinden sich deswegen acht Männer in Untersuchungshaft: sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und ein 25-jähriger Deutscher. Nach Bekanntwerden der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung rief die AfD für den 29. Oktober zu einer Versammlung auf, an der nach Angaben eines Polizeisprechers 300 bis 500 Menschen teilnahmen. 1500 Menschen bildeten eine Gegendemonstration, um vor einer Instrumentalisierung des Verbrechens zu warnen. Vertreter der Stadt wollen mit Polizei und Baden-Württembergs Innenministerium beraten, wie die Sicherheitslage in Freiburg verbessert werden kann.

Olaf Konstantin Krueger

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