Jugenblog: Liebes Schulsystem!

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Jugenblog: Liebes Schulsystem!

12.07.2017

Ach ja, das schöne deutsche Schulsystem. Wie sehr ich es doch liebe… nicht. Ganz ehrlich, was haben sich die Leute, die diesen Lehrplan erstellt haben eigentlich gedacht?

Vermutlich gar nichts, wenn man bedenkt, welches Ergebnis dabei heraus gekommen ist. Versteht mich bitte nicht falsch, ich finde nicht, dass Bildung falsch oder unnötig oder blöd oder so was ist, ganz  im Gegenteil. Ich finde es gut zu lernen oder neue Sachen auszuprobieren und sich intellektuell weiter zu entwickeln, aber nicht so. Wenn ich mal drüber nachdenke, macht es eigentlich Spaß Neues zu lernen. Genaugenommen macht eigentlich alles Spaß, bis man es für die Schule machen muss.

Eine neue Sprache? Richtig cool! Spannende Geschichten über die Vergangenheit? Bin dabei. Diese Liste könnte ich ewig weiterführen! Sport? Politik? Alles Dinge die total interessant sein und Spaß machen können, aber halt nicht in der Schule.

Vielleicht sollte man sich mal überlegen warum Schule bei den Schülern oft so verhasst ist. Ich hätte da schon mal ein paar mögliche Antworten: Zum Beispiel, weil man ununterbrochen bewertet und beurteilt wird. Deine Mitarbeit? Dein Erinnerungsvermögen? Deine Fähigkeit zur sozialen Interaktion? Nichts davon kann man ausleben, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob das nicht vielleicht benotet wird. Es fühlt sich an wie ein nicht enden wollender Wettkampf.

Und dann auch noch das Zeug, das wir lernen sollen! Also bei allem Respekt, da sind oft Sachen dabei, die sind so nützlich wie ein Suppenlöffel mit Löchern. Und das verstehe ich einfach nicht. Wir lernen zwar, wie man das Volumen der Sonne berechnet, aber ich habe zum Beispiel keine Ahnung wie man eine Steuererklärung ausfüllt (und das, obwohl ich in der Wirtschaftsklasse bin).
Oder ein anderes Beispiel. Geschichte! Klar ist es interessant, etwas über die Ereignisse zu erfahren, die zum jetzigen Stand der Welt beigetragen haben, aber muss man wirklich vier Jahre lang über die Nachkriegszeit des 2. Weltkriegs diskutieren?

Viel besser wäre es doch, wenn man Schülern etwas beibringt, was sich wirklich als wichtig erweisen könnte. Und nein – damit meine ich nicht die 0,01%ige Chance, die besteht, dass ich irgendwann mal darauf angewiesen bin mit zwei gegebenen Winkeln die Hypotenuse eines Dreiecks auszurechnen. Nein, ich meine Dinge wie die Zukunft zum Beispiel. Ja, warum lernen wir nichts darüber, wie die Welt mal sein wird, wenn die Umweltverschmutzung, der Klimawandel oder die Auswahl an katastrophalen Staatsoberhäuptern genauso weiter geht, wie es jetzt ist, und was man dagegen tun kann.

Oder Kreativität, die im Schulsys­tem total untergeht und manchmal geradezu unterdrückt wird. (Einen Verweis dafür, dass man auf die Rückseite einer Schulaufgabe ein bisschen zeichnet....) Heimwerken wäre auch etwas, das ich als Schulfach ziemlich cool fände! Eben Sachen, die im späteren Leben wirklich wichtig sind!

Annalena Knechtel (17 Jahre), FOS-Schülerin und derzeit Praktikantin im Öffnet externen Link in neuem Fensterblick.

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