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Das „Stellwerk 18“ gibt der Rosenheimer Region wirtschaftlich einen Schub, betonen (v.l.) Architekt Ludwig Labonte, GRWS-Geschäftsführer Stefan Ludwig, Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU), CSU-Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner, Pressesprecher Thomas Bugl, Regierungsdirektorin Dr. Ute Schinner-Stör und Hochschulpräsident Professor Heinz Köster. Foto: okk

Rosenheim erhält Digitales Gründerzentrum: „Stellwerk 18“ ist „Meilenstein für die Region“

29.06.2016

Das „Stellwerk 18“ gibt der Rosenheimer Region wirtschaftlich einen Schub, betonen (v.l.) Architekt Ludwig Labonte, GRWS-Geschäftsführer Stefan Ludwig, Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU), CSU-Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner, Pressesprecher Thomas Bugl, Regierungsdirektorin Dr. Ute Schinner-Stör und Hochschulpräsident Professor Heinz Köster. Foto: okk

„Das ist ein Riesenerfolg für unsere ganze Region“, freut sich Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer: Rosenheim gehört zu den neun Kommunen im Freistaat, die vom bayerischen Kabinett den Zuschlag für ein „Digitales Gründerzentrum (DGZ)“ erhalten haben. Im bayernweiten Wettbewerbsverfahren erkannte die Expertenjury ein schlüssiges Gesamtkonzept in der Rosenheimer Bewerbung, welche Stadt und Landkreis unterstützt von Hochschule, Wirtschaft und Politik eingereicht hatten. Der Standort für das „Stellwerk 18“ genannte Rosenheimer DGZ steht schon fest: Auf dem Bahnhofsareal Nord wird ein fünfstöckiges Gebäude mit 1.600 Quadratmetern Bürofläche für bis zu 60 IT-Start-ups gebaut und Anfang September 2018 eröffnet.

„Der Zuschlag für Rosenheim ist ein wichtiger Schritt, um in der Region eine zentrale Plattform für das Thema Digitalisierung zu schaffen und damit die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes weiter auszubauen“, erklärt Wolfgang Janhsen, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim, die Tragweite der Standortentscheidung. Der Wirtschaftsraum Rosenheim sei geprägt durch mittelständische Unternehmen und einen Branchenmix. Deshalb erwarte die regionale Wirtschaft vom DGZ vor allem Impulse für die digitalisierte Produktion und Arbeitswelt 4.0 sowie für die Themen Mobilität, Cybersicherheit, Gesundheit und Energie, so Janhsen.

CSU-Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner, Namensgeber für das „Stellwerk 18“, ist überzeugt, das DGZ werde die Region entsprechend voranbringen. Die nachhaltige Unterstützung technologieintensiver Start-ups sieht Stöttner als wichtig an und mit dem DGZ würden die dafür notwendigen Strukturen etabliert.

Zwei-Säulen-Projekt DGZ

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) zufolge ruht das Projekt auf zwei Säulen. Die erste handgreifliche Säule sei das „Stellwerk 18“, das im Bahnhofsareal auf Baufeld 4 errichtet wird. Die zweite Säule bildeten Netzwerkaktivitäten, welche sowohl IT-Start-ups umfassend unterstützten als auch die heimische Wirtschaft auf dem Weg in die Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle und Geschäftsprozesse begleiteten.

Die Netzwerkaktivitäten werden von der heimischen Wirtschaft finanziert und ideell getragen. Dazu sind 35 „Letters of Intent“ mit insgesamt rund 650.000 Euro zugesagten Mitteln von Unternehmen und Institutionen aus der Region Südostoberbayern sowie von der FH Kufstein und Tiroler Partnern aquiriert worden. Diese Mittel würden nun vom Wirtschaftsministerium verdoppelt. „1,3 Millionen Euro für die Digitalisierungsstrategie unserer Wirtschaft: Ich finde, das kann sich sehen lassen“, unterstreicht Bauer.

Initiative „Gründerland.Bayern“

Die Förderung der DGZ geht auf die Initiative „Gründerland.Bayern“ zurück, mit der die Bayerische Staatsregierung das Ziel verfolgt, den Freistaat als treibende Kraft der Digitalisierung zu etablieren und zum Gründerland Nummer 1 in Deutschland zu entwickeln. Diese mit 80 Millionen Euro geförderte Initiative umfasst ein umfangreiches Maßnahmenbündel zur Unterstützung von Existenzgründern. In jedem Regierungsbezirk sollen die neuartigen Gründerzentren innovativen Start-ups ein ideales Umfeld bieten, um die Möglichkeiten der Digitaltechnik für neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsideen auszuloten.

Das Wirtschaftsministerium finanziert bis zu 75 Prozent der Infrastrukturinvestitionen, bei besonderem Handlungsbedarf sogar bis zu 90 Prozent. Darüber hinaus trägt das Wirtschaftsministerium bis zu 50 Prozent der Kosten für die Entwicklung regionaler Netzwerke, die dem Wissenstransfer dienen. Die Gründerzentren kooperieren bayernweit miteinander und vernetzen sich mit den bestehenden Einrichtungen wie etwa BayStartUP, dem Zentrum Digitalisierung.Bayern, Bayern Kapital, der Bayerischen Forschungs- und Innovationsagentur, und dem WERK1.Bayern in München.

Standorte in Bayern

Das bayerische Kabinett hat insgesamt zwölf DGZ an 19 Standorten in Bayern beschlossen. In jedem Regierungsbezirk befindet sich nun mindestens ein Standort: in Unterfranken ein DGZ an den Standorten Würzburg, Bad Kissingen und Schweinfurt sowie ein weiteres am Standort Alzenau; in Oberfranken je ein DGZ an den Standorten Bamberg und Hof; in Mittelfranken je ein DGZ am Standort Nürnberg und im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim; in der Oberpfalz ein DGZ an den Standorten Regensburg, Amberg und Weiden sowie ein weiteres am Standort Cham; in Schwaben ein DGZ an den Standorten Augsburg und Kempten; in Niederbayern ein DGZ mit den Standorten Landshut, Deggendorf und Passau sowie in Oberbayern je ein DGZ an den Standorten Ingolstadt und Rosenheim.

Rosenheim konnte alle Bewertungskriterien erfüllen: mit Fakten das Potenzial als Konzeptregion dokumentieren, die gesicherte Anbindung an die Fachhochschule belegen, mit der „Rosenheimer Initiative zur Förderung der Informations- und Kommunikationstechnik (ROSIK)“ die Beteiligungen von Unternehmen, Kammern und Verbänden aufzeigen, das nachhaltige Engagement von Stadt und Kommunen nachweisen sowie Ideen und Konzepte für den Wissenstransfer und die Entwicklung des regionalen Netzwerks präsentieren.

Mehr Information zum Thema Existenzgründung in Bayern ist online abrufbar unter gruenderland.bayern.

Olaf Konstantin Krueger

 

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