Previous
Next

Foto: 123rf.de

++ Zombie-Unternehmen ++ Einzelhandel ++ Arbeitslose ++ Wasserrettung ++ Tötungsdelikt ++ Parteien ++

01.08.2018

Foto: 123rf.de

Bayern- & Deutschlandnews zum 1. August 2018!

Keine „Zombie-Unternehmen“

Im deutschen Mittelstand liegen keine Anzeichen einer „Zombiefizierung“ vor. Das zeigen erstmals Auswertungen auf Basis des KfW-Mittelstandspanels. Insgesamt gibt es derzeit nur vergleichsweise wenige Unternehmen mit kritischer Schuldentragfähigkeit, mit der so genannte „Zombie-Unternehmen“ in Verbindung gebracht werden: Rund 167.000 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) konnten 2016 ihre Zinsverpflichtungen nicht aus ihren operativen Gewinnen bestreiten. Das entspricht einem Anteil von 5 Prozent an allen KMU. Diese Quote hat sich seit dem Einstieg in die Niedrigzinspolitik kaum verändert (2012: 6 Prozent). Die Untersuchung von KfW Research zeigt auch: Investitionstätigkeit und Produktivität dieser Unternehmen bewegen sich auf dem Niveau des gesamten Mittelstandes. Damit entsprechen sie nicht den allgemein „Zombie-Unternehmen“ zugeschriebenen Merkmalen.

Einzelhandelsumsatz gestiegen

Die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland setzten im Juni 2018 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) real (preisbereinigt) 3,0 Prozent und nominal (also nicht preisbereinigt) 5,3 Prozent mehr um als im Juni 2017. Dabei hatte der Juni 2018 mit 26 Verkaufstagen einen Verkaufstag mehr als der Juni 2017.

Arbeitslosigkeit gestiegen

Aufgrund der einsetzenden Sommerpause ist die Arbeitslosigkeit von Juni auf Juli um 49.000 auf 2.325.000 Menschen gestiegen. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) für den Juli einen Rückgang um 6.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 193.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 12.000 gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im Juli 2018 bei 3.258.000 Personen. Das waren 242.000 weniger als vor einem Jahr. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im Juni auf 1,49 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 3,5 Prozent. Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, fordert, die gute Lage am Jobmarkt und die unbesetzten Stellen dafür zu nutzen, Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit zu bringen.

Keine Tipps an die AfD

Das Bundesamt für Verfassungsschutz weist den Vorwurf zurück, Präsident Hans-Georg Maaßen habe mit Vertretern der AfD Gespräche darüber geführt, wie die Partei einer Beobachtung entgehen könne. Dies sagte ein Sprecher der „Rheinischen Post“. Kurz zuvor hatte sich der Inlandsgeheimdienst noch auf Vertraulichkeit berufen und sich nicht zu dem Verdacht geäußert. „Es entspricht ebenfalls nicht den Tatsachen, dass Maaßen der AfD oder einzelnen Führungspersonen geraten hat, ein Parteiausschlussverfahren gegen Herrn Höcke einzuleiten“, sagte der Sprecher. Grundsätzlich seien Gespräche zwischen dem Präsidenten und Parlamentariern auf allen Ebenen üblich. Gegenstand solcher Gespräche seien etwa die Sicherheitslage, die Gefährdung von Parteipolitikern oder Übergriffe auf Parteieinrichtungen, heißt es. Zu konkreten Terminen, Personen und Inhalten macht der Verfassungsschutz wegen der zugesicherten Vertraulichkeit keine Angaben. Eine ehemalige Politikerin der AfD hatte in der „Bild am Sonntag“ behauptet, Hans-Georg Maaßen habe der früheren AfD-Parteivorsitzenden Frauke Petry in einem persönlichen Gespräch geraten, ein Ausschlussverfahren gegen den rechtsnationalen Politiker Björn Höcke anzustrengen. Auf diese Weise entkäme die AfD einer nachrichtendienstlichen Beobachtung.

Acht Iraker aus

Die Bundespolizei ermittelt gegen einen unbekannten Schleuser, der am Dienstag, 24. Juli, eine achtköpfige Migrantengruppe bei Bad Tölz ausgesetzt hat. Offenbar liefen die sechs 18 bis 44 Jahre alten Erwachsenen und die beiden vier und 11 Jahre alten Kinder zunächst einige Zeit durch die Stadt. Schließlich meldeten sie sich gegen 22 Uhr bei der örtlichen Polizeiinspektion. Die Beamten nahmen die acht Personen in Gewahrsam und verständigten die für Schleusungsfälle zuständige Bundespolizei in Rosenheim. Dorthin wurden die Migranten dann auch für die weiterführenden Ermittlungen gebracht.

Weniger Leistungsempfänger

Ende 2017 wurden in Bayern 68.308 Empfänger von Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz gezählt. Das entspricht einem Rückgang von 27 Prozent gegenüber 2016. Mehr als zwei Drittel der Empfänger waren männlich, knapp ein Drittel weiblich. Zudem wurden im Laufe des Jahres 2017 in 15.249 Fällen besondere Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz gewährt. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, lagen die Bruttoausgaben für Leistungen an Asylbewerber im Jahr 2017 bei 1.007 Millionen Euro und waren somit deutlich niedriger wie 2016.

Wasserrettung am Chiemsee

Zahlreiche Wassersportler sind am 28. Juli auf dem Chiemsee bei heftigen Windböen und Regen in Seenot geraten. Obwohl die Rettungsboote unmittelbar nach Auslösen der Sturmwarnung ausliefen, um Schwimmer und kleinere Wasserfahrzeuge vor dem Unwetter zu warnen, waren trotzdem Hilfeleistungen auf dem Wasser erforderlich. Gemeinsam mit der Wasserschutzpolizei waren die Rettungsdienste am Chiemsee mit allen verfügbaren Booten im Einsatz, um insgesamt sechs Schwimmer, acht Standup-Paddler, sieben Elektroboote, fünf Kajakfahrer und drei aufgelaufene Segeljachten freizuschleppen. Alle Einsätze verliefen ohne Personen- und größere Sachschäden.

Versuchtes Tötungsdelikt

In der Nacht zum 25. Juli ist ein Streit zweier Wasserburger eskaliert. Die beiden Männer hatten zuvor bereits einen Streit. Als der spätere Geschädigte diesen klären wollte, ging der 29-jährige Tatverdächtige auf ihn los: Der 27-Jährige erlitt mehrere Stichverletzungen und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Der Tatverdächtige floh zunächst, konnte aber durch die Polizei festgenommen werden. Der zuständige Ermittlungsrichter erließ gegen ihn Haftbefehl wegen versuchten Mordes und wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Bergbahnen: gutes Sommergeschäft

Die oberbayerischen Bergbahnen rechnen 2018 mit einem guten Sommergeschäft. Laut einer aktuellen Umfrage der IHK für München und Oberbayern erwartet über ein Viertel (27 Prozent) der Betriebe steigende Umsätze. 73 Prozent gehen von ähnlichen Umsätzen wie im Vorjahreszeitraum aus. Die Bereitschaft zu investieren bleibt auch für das Sommerhalbjahr hoch. Ein Drittel der Bergbahnbetreiber will das Volumen erhöhen, 59 Prozent planen Investitionen auf einem vergleichbaren Niveau wie im Vorjahr. In punkto Personal wollen 55 Prozent der Betreiber mit derselben Mitarbeiterzahl weiterarbeiten.

Beratung im Gastgewerbe

Mit dem Pilotprojekt „Zukunft für das bayerische Gastgewerbe“, das vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie gefördert wird, beabsichtigt der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband wirksame Maßnahmen gegen das Schließen von gastgewerblichen Einheiten. Im Rahmen der Kampagne werden kostenfreie „Blitzlichtberatungen“ angeboten: Momentaufnahmen von klein- und mittelständischen Unternehmen des Gastgewerbes mit Sitz in Bayern. Die Beratung soll helfen, Potenziale und Schwachstellen des untersuchten Betriebes aufzuzeigen. Zur Blitzlichtberatung anmeldeberechtigt sind gastgewerbliche Betriebe mit Sitz in Bayern mit weniger als 20 Vollzeitbeschäftigten, deren Jahresumsatz unter 2 Millionen Euro netto liegt. Anmeldung online: wirtshauskultur.bayern.

bpa kritisiert Gesetz

Nachdem das Bundeskabinett am 1. August den Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung des Pflegepersonals (PpSG) beschlossen hat, bekräftigt Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), seine Forderung nach rascheren Anerkennungsverfahren für ausländische Pflegefachkräfte: „Geld allein bringt keine Pflegefachkräfte. Damit lässt sich der eklatante Fachkräftemangel nicht beseitigen. Deshalb muss die Bundesregierung alles daransetzen, die Zuwanderung intensiv zu fördern. Wer im Ausland eine Ausbildung zur Pflegefachkraft erfolgreich gemeistert hat, darf hier nicht von 16 verschiedenen Anerkennungsverfahren abgeschreckt werden“, so Meurer, der hinzufügt: „Statt von der Akademisierung der Pflege als Allheilmittel zu träumen, müssen wir uns um die Sicherstellung der Grundversorgung kümmern. Aufnahmestopps bei Pflegediensten und Pflegeheimen sind ein Alarmsignal, weil pflegebedürftige Menschen alleingelassen werden.“

23 Parteien vorschlagsberechtigt

Der Landeswahlausschuss hat am 27. Juli verbindlich festgestellt, welche politischen Parteien und sonstigen organisierten Wählergruppen das Wahlvorschlagsrecht zur Landtagswahl am 14. Oktober 2018 haben. Diese sind: AfD, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, CDU (da im Bundestag), CSU, DIE LINKE, FDP, FREIE WÄHLER, SPD sowie AD-Demokraten, ARU, Bayernpartei, LKR, mut, ÖDP, Die Humanisten, Die PARTEI, DIE FRANKEN, Partei für Gesundheitsforschung, Tierschutzpartei, Piratenpartei Deutschland, SBvD, V-Partei³ und Die PlanetBlauen.

Olaf Konstantin Krueger

Hier geht's zu den Bayern- & Deutschlandnews vom 25. Juli 2018.

Aus unseren Regionen...