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Foto: BLLV

Zwischenzeugnis – eine erste Bilanz, mehr ist es nicht

07.02.2017

Bald  gibt es Zwischenzeugnisse. Dem Zeugnistag stehen Schülerinnen und Schüler oft mit gemischten Gefühlen gegenüber. Hat es noch gereicht für eine Drei oder wird es sogar eine Fünf – und, was werden die Eltern sagen?

Der Vizepräsident im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), Gerd Nitschke, appelliert an Eltern, keinen Druck auszuüben, oder Enttäuschung zu zeigen oder gar – auch das kommt vor – in Panik zu verfallen.

„Das Zwischenzeugnis ist, wie der Name schon sagt, ein Zwischenbericht, eine erste Bilanz. Mehr nicht. Es  dient in erster Linie als Orientierungshilfe und beinhaltet auch die Chance, es in der zweiten Halbzeit besser zu machen. Schülerinnen und Schüler haben noch genügend Zeit, ihre Leistungen zu steigern.“

Leider sind in den meisten Familien schlechte Zeugnisse Ursache für Streit und Tränen. Nach Auffassung vieler Eltern hängen beruflicher Erfolg und Zukunftschancen einzig von der schulischen Karriere ab. Schülerinnen und Schüler spüren den Erwartungsdruck und fühlen sich oft überfordert. Bei schlechten Noten im Zwischenzeugnis hagelt es Vorwürfe und Kritik. Ein Teufelskreislauf beginnt, denn spätestens jetzt verlieren viele Kinder die Lust am Lernen.

„Eltern müssen versuchen, sich vom Leistungsdruck zu befreien“, findet Nitschke. „Es gibt viele Wege, die zu einer soliden Berufsausbildung führen. Berufliche Erfolge kann auch erlangen, wer nach der vierten Klasse den Sprung auf eine weiterführende Schule nicht schafft oder den Anforderungen, die Realschule oder Gymnasium stellen, nicht gewachsen ist. Das sollten sich Mütter und Väter immer vor Augen führen.“

Gerade bei schlechten Noten brauchen Heranwachsende positive Unterstützung: „Eine Strafpredigt hilft wenig - viel besser ist der Weg zur Lehrkraft. Sie kann genau erklären, wo die Probleme liegen und was dagegen unternommen werden kann. Entscheidend ist, dass Kinder merken, Erwachsene wollen ihnen helfen und sie nicht noch mehr unter Druck setzen. In der Regel leiden die Kinder unter schlechten Noten am meisten.“

„Es hilft Kindern auch nicht, wenn Eltern enttäuscht reagieren oder Druck ausüben. „Wenn Kinder auch noch das Gefühl haben, die Liebe ihrer Eltern hängt von ihren schulischen Leistungen ab, kann dies schlimme Folgen haben. Nitschke rät: „Eltern sollten versuchen, auf schlechte Noten möglichst neutral zu reagieren – auch wenn das schwer fällt. Es hilft dem Kind auch sehr, wenn sich Eltern  zunächst einmal über die ‚guten Noten’ freuen und sich lobend dazu äußern.“ Eine Zwei im Sport sollte nicht einfach abgetan werden.       
 
Tipps, wie Eltern mit dem Zwischenzeugnis am besten umgehen:
 
Nicht überbewerten: Sich klar machen, dass das Zwischenzeugnis eine vorläufige Rückmeldung ist, eine erste Bilanz - mehr nicht

Schrittweise vorgehen: Es empfiehlt sich, zunächst einmal festzustellen, in welchen Bereichen das Kind besonders gut ist, nachzufragen, was es im vergangenen Halbjahr alles gelernt hat, was besonders interessant war und was ihm Freude bereitet hat. Auf diese Weise fällt es leichter, die ‚Schwachstellen’ zu akzeptieren.

Lücken ermitteln: Wenn Eltern mit ihrem Kind darüber sprechen, wo es Lücken gibt, woher sie kommen und was getan werden kann, um sie zu schließen, signalisieren sie Interesse und Unterstützungsbereitschaft.

Vorwürfe vermeiden: Auf den vorwurfsfreien Dialog kommt es an! Er signalisiert Vertrauen. Er verhindert auch, dass Kinder bei schlechten Noten ihre Lernmotivation verlieren.

Neue Wege gehen: Bevor Eltern professionelle Nachhilfeinstitute oder Lernstudios einschalten, sollten sie über Alternativen nachdenken. Wirksame Hilfe kann darin bestehen, dass ab und zu mit einem Mitschüler gelernt und geübt wird, der keine Schulprobleme hat und beim Schließen der Lücken wertvolle Tipps geben kann. Das Lernen mit Gleichaltrigen ist besonders zu empfehlen, weil Kinder altersgerecht erklären und sich besser in den Mitschüler hinein versetzen können.

Förderangebote nutzen: viele Schulen bieten kostenlose Förderangebote an. An manchen Schulen gibt es besondere Förderkurse.

Lernspiele können sinnvoll sein: Vor dem Kauf sollten sich Eltern allerdings von der Lehrkraft des Kindes beraten lassen. Auch Computer können nützliche Lernhelfer sein - vorausgesetzt, das Alter des Kindes und seine konkrete Lernschwäche werden berücksichtigt und es handelt sich um eine qualitativ hochwertige Lernsoftware.

Das Kind nicht überfordern: kleinere Lerneinheiten sind besser als ein unübersichtliches Lern-Pensum. Es hat also wenig Sinn, einmal am Wochenende drei Stunden zu üben. Erfolgreicher ist es, wenn jeden Tag etwa 15 bis 20 Minuten zusätzlich gelernt und geübt wird.

Mit den Lehrern reden: Wenn Eltern und Lehrer miteinander reden und nicht übereinander, können viele Missverständnisse vermieden und zahlreiche Probleme gelöst werden. Die gegenseitige Information führt dazu, dass eine Vertrauensbasis gebildet wird und die gemeinsame Verantwortung wächst. In dieser Atmosphäre müssen Kinder nichts verheimlichen und können zu Hause und in der Schule offen über ihre Probleme sprechen. Dies führt zu weniger Lernversagen und besseren schulischen Leistungen.

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