++ Dieselskandal ++ Fahrverbot ++ Lkw-Fahrer ++ Flächenverbrauch ++ Steuerzinsen ++ Waldorfschulen ++
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Prospekt-Box Blickpunkt

++ Dieselskandal ++ Fahrverbot ++ Lkw-Fahrer ++ Flächenverbrauch ++ Steuerzinsen ++ Waldorfschulen ++

Bayern- & Deutschlandnews zum 21. November 2018!

Ein Pkw pro Haushalt

Die in Deutschland Lebenden fahren mindestens einen Pkw pro Haushalt, jeder vierte Haushalt hat zwei oder mehr Autos. In ländlichen Regionen fahren 90 Prozent der Haushalte mindestens ein Auto, 40 Prozent zwei oder mehr Autos. In Großstädten nimmt der Anteil der Fahrzeugbesitzer ab, ist ein Anstieg bei der Pkw-Flotte von Privathaushalten zu verzeichnen. Das geht aus einer Studie zur Mobilität in Deutschland (MiD) hervor. Besonders junge Leute legen weniger Strecken zurück, dafür sind mehr Senioren auf den Straßen.

Dieselskandal: Abzockmasche

Die Verbraucherzentrale Bayern warnt vor einer neuen Abzockmasche mit Bezug zum Dieselskandal. Im Internet sind unseriöse Portale zu finden, die Hilfe für Dieselfahrer versprechen und hohe Schadenersatzsummen in Aussicht stellen. „Bei derartigen Angeboten ist nicht immer klar, welche konkrete Leistung erbracht wird“, warnt Tatjana Halm, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Die Betreiber fordern die Verbraucher auf, eine Vollmacht zu erteilen, damit der Onlinedienst für die Betroffenen tätig werden kann. „In der Folge erhält der Verbraucher aber keinen Schadenersatz, sondern eine hohe Rechnung für erfolglose Inkassodienste“, warnt Halm. Begründung: Der Autohersteller hätte eine außergerichtliche Einigung verweigert. Trotzdem seien Kosten entstanden, die nun in Rechnung gestellt werden müssten.

Fahrverbot auf Autobahnabschnitt

Das Gelsenkirchener Verwaltungsgericht hat für die Essener Innenstadt, eine bedeutende Hauptstraße in Gelsenkirchen, Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge verhängt. Betroffenen ist auch ein Abschnitt der A 40. Es ist das erste Mal, dass eine solche Einschränkung für eine Bundesautobahn gilt.

Streit unter Lkw-Fahrern eskaliert

Ein lebensgefährlich verletzter Lkw-Kraftfahrer ist letzten Sonntagabend, 18. November, auf einem Autohof an der Inntalautobahn gefunden worden. Den Ermittlungen zufolge war es zuvor zwischen dem 44-jährigen Ukrainer und einem 33-jährigen polnischen Lkw-Fahrer zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen. Der tatverdächtige 33-Jährige konnte festgenommen werden, gegen ihn wird wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt. Nach Erkenntnissen der Kriminalpolizei müsste es einen Zeugen geben. Sowohl dieser Zeuge, als auch weitere Personen, die Beobachtungen zur Tat gemacht haben oder sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim unter der Telefonnummer 0 80 31/20 00 zu melden.

Flächenverbrauch steigt

Die Bayerische Staatsregierung erstrebt eine Reduzierung des Flächenverbrauchs. Freiwillige Maßnahmen alleine bringen dabei jedoch keinen Erfolg, meint der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. (LBV) und verweist auf Zahlen des Landesamtes für Statistik. Danach ist der tägliche Flächenverbrauch in 2017 weiter gestiegen, auf knapp zwölf Hektar gegenüber zehn Hektar in 2016. Durch das Volksbegehren „Betonflut eindämmen“ wollte der LBV gemeinsam mit anderen Verbänden und Parteien Anfang des Jahres eine gesetzliche Begrenzung des Flächenverbrauchs durchsetzen. Das Bayerische Verwaltungsgericht lehnte den Antrag jedoch ab. „Die aktuellen Zahlen zeigen nun einmal mehr die Notwendigkeit einer verbindlichen Regelung, um das im Koalitionsvertrag gesteckte Ziel von 5 ha/Tag zu erreichen“, so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.

Urlaubsgeld Top-Suchanfrage

Die SEMrush-Studie „War for Talents“ gibt Einblicke in die Arbeitsmarkt-Trends. Die Auswertung von über 800.000 Datensätzen der monatlichen Suchanfragen zeige, Arbeitnehmer bräuchten Benefits, um zufrieden zu sein. Seit 2014 gebe es 270 Prozent mehr Suchanfragen nach dem Keyword „zufrieden im Job“. Für „unzufrieden im Job“ gebe es durchschnittlich 820 monatliche Suchanfragen. Im Saarland etwa fahndeten die Arbeitnehmer zunehmend nach Sachleistungen. Besonders wichtig: das Dienstfahrrad. Damit liegen die Saarländer im Trend. Denn insgesamt ist das Interesse an Fahrrädern gestiegen. In den letzten vier Jahren gar um 292 Prozent. Dabei fragen Arbeitnehmer häufig direkt nach Leasing- und Gehaltumrechnungsmöglichkeiten. Die Hamburger suchten am häufigsten nach dem Keyword „gutes Gehalt“. Aber nicht nur in der Hansestadt wird das Geld immer wichtiger: Seit 2014 habe sich die Zahl der deutschlandweiten Suchanfragen dazu verdoppelt. Der Wunsch nach Mitarbeiter-Benefits sei sogar um über 345 Prozent gestiegen. Unabhängig von der Region interessierten sich die Arbeitnehmer zudem noch für Home-Office und Urlaubsgeld. Nach letzterem werde zu 74 Prozent häufiger gegoogelt als noch 2014.

Ältere fürchten Krebs und Demenz

Jeder Zweite in Bayern fürchtet sich vor Demenz. Bei älteren Menschen ist die Angst davor besonders ausgeprägt. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit in Bayern. Danach begründen die meisten ihre Sorge vor der Vergesslichkeit, weil die Krankheit jeden treffen kann und sie dann auf die Pflege von anderen angewiesen wären. Mehr gefürchtet wird im Freistaat nur noch der Krebs – zwei von drei Befragten (68 Prozent) fürchten ihn. Weitere Angstmacher sind Unfälle mit schweren Verletzungen und Schlaganfälle. Um Krankheiten vorzubeugen, setzen die Bayern am häufigsten auf Sport, Alkohol- und Nikotinverzicht sowie gute Ernährung.

Kampfhund auf Polizisten gehetzt

Die Personenkontrolle einer Zivilstreife der Polizeiinspektion Rosenheim ist am Samstagabend, 17. November, eskaliert. Ein 29-jähriger Rosenheimer versuchte, seinen Joint unbemerkt wegzuwerfen. Bei der folgenden körperlichen Durchsuchung wurden weitere Betäubungsmittel sichergestellt. Der Mann wurde vorläufig festgenommen, eine Wohnungsdurchsuchung angeordnet. Um dieser zu entgehen, warf der Festgenommene zuerst seinen Wohnungsschlüssel weg, ging im Anschluss auf die Beamten mit den Fäusten los, beschimpfte die Polizisten, befahl seinem Hund, auf die Beamten loszugehen und sie zu beißen, doch der Hund blieb ruhig. Nachdem der Rosenheimer fixiert und der Schlüssel gefunden wurde, erfolgte die Wohnungsdurchsuchung. Hier wurde weiteres Betäubungsmittel sichergestellt. Der 29-Jährige muss sich wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamten, tätlichen Angriffs auf Polizeivollzugsbeamte, Beleidigung sowie illegalen Besitz von Betäubungsmittel verantworten.

Digitalthemen boomen

Fast zwei Drittel aller Unternehmen (63 Prozent) bilden ihre Mitarbeiter in Digitalthemen weiter, besagt eine Studie des TÜV-Verbands und des Digitalverbands Bitkom, für die 504 Unternehmen ab 10 Mitarbeitern in Deutschland befragt wurden. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren haben erst 36 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern Fortbildungen angeboten, damit sie digitale Kompetenzen erwerben und vertiefen können. „Den digitalen Wandel in den Unternehmen müssen die Beschäftigen gestalten“, sagt Dr. Michael Fübi, Präsident des TÜV-Verbands (VdTÜV). „Die Mitarbeiter brauchen die richtigen Kompetenzen, um die digitale Transformation voranzutreiben. Eine moderne Weiterbildungskultur ist dafür der Schlüssel.“ Vier von fünf Befragten (78 Prozent) sind der Meinung, dass digitale Kompetenzen genauso wichtig werden wie fachliche oder soziale Kompetenzen. Weitere 18 Prozent halten digitale Kompetenzen in Zukunft sogar für die wichtigste Fähigkeit von Arbeitnehmern.

Verbaute LEDs „Öko-Unsinn“

Der Trend, in Leuchten und anderen elektrischen Geräten, energiesparende LEDs fest einzubauen, hält an. Nach Stichproben von SUPER.MARKT, dem Verbrauchermagazin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), in vier großen Berliner Einrichtungshäusern werden rund 50 Prozent der verkauften Leuchten nur noch mit fest verbauten LED-Lampen angeboten. Die Konsequenz: Gehen die LEDs kaputt, wandert die gesamte Leuchte auf dem Müll. Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert, dass das Recycling von LED-Leuchten dadurch selbst in industriellen Anlagen kaum noch möglich sei. Außerdem werde damit der Gedanke, durch LEDs Ressourcen zu sparen, vollkommen konterkariert.

Steuerzinsen bleiben umstritten

Die Verzinsung im Steuerrecht ist umstritten. Inzwischen gib es verschiedene Gerichtsentscheidungen, die an dem hohen Steuerzinssatz zweifeln. Betroffene sollten Einspruch einlegen, empfiehlt der Bund der Steuerzahler. Für Sparer sind Zinsen von 6 Prozent pro Jahr ein Traum, in den Finanzämtern ist dieser Zinssatz hingegen geltendes Recht. Für Steuernachforderungen berechnet das Finanzamt 0,5 Prozent Zinsen pro Monat, also 6 Prozent im Jahr. Inzwischen gibt es jedoch Zweifel, ob der Zinssatz noch angemessen ist. Steuerzahler, die Zinsen an das Finanzamt zahlen müssen, sollten daher Einspruch gegen den Zinsbescheid einlegen und das Ruhen des Verfahrens beantragen. Zur Begründung kann auf die vom Bund der Steuerzahler unterstützte Musterklage beim Bundesfinanzhof verwiesen werden (Az.: III R 25/17). Damit müssen die Zinsen zwar zunächst gezahlt werden, der eigene Steuerfall bleibt aber erst einmal offen, sodass der Steuerzahler die zu viel gezahlten Zinsen nach Abschluss des Pilotverfahrens eventuell zurückerhält.

Immer mehr Waldorfschulen

Im Schuljahr 2017/18 hatten 39,6 Prozent der 402 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland eine Waldorfschule. Insgesamt umfassen die Kreise 57,2 Prozent der Bevölkerung und 58,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler. Damit haben mehr als die Hälfte in Deutschland mittlerweile einen Zugang zu einer Waldorfschule. „Die Statistik zeigt, wie weit verbreitet die Waldorfschulen mittlerweile sind, und dass ihre Beliebtheit auf dem Land zunimmt“, so Thomas Rohloff, Abteilungsleiter Bildungsökonomie im Bundes der Freien Waldorfschulen (BdFWS). „Eltern sind sogar oft bereit, einen weiten Schulweg für ihre Kinder in Kauf zu nehmen, der auch über Landkreisgrenzen hinausgeht, um den Besuch einer Waldorfschule zu ermöglichen“, so Rohloff weiter. Die zunehmende Beliebtheit der Waldorfschulen zeige sich auch an ihrem Wachstum: Von 1990 bis heute gab es 128 Neugründungen. Das bedeute einen Anstieg von 109 Prozent, jährlich durchschnittlich 2,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es sogar einen Anstieg um 3,4 Prozent. Die Studie ist unter https://de.semrush.com/lp/war-for-talents/ veröffentlicht.

Olaf Konstantin Krueger

Hier geht’s zu den Bayern- & Deutschlandnews vom 14. November 2018.

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