FDP thematisiert Rosenheimer Stadtverkehr – Blumenhofer: „ÖPNV massiv stärken!“
Besprachen die Rosenheimer Verkehrssituation und diskutierten kommunale Lösungen (v.l.n.r.): Ingmar Töppel, Geschäftsführer der Stadtverkehr Rosenheim GmbH mit (hinten) Kreisschatzmeister Alexander Stautner, JuLi-Vorsitzender in Rosenheim Marcus Moga, Bezirksrat und Kreisvorsitzender Daniel Reuter und FDP-Oberbürgermeisterkandidat Lars Blumenhofer sowie (vorne) Maria Kupferschmid, stellvertretende Kreisvorsitzende Andrea Weigel und FDP-Stadträtin Maria Knott-Klausner. Foto: Olaf Konstantin Krueger
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FDP thematisiert Rosenheimer Stadtverkehr – Blumenhofer: „ÖPNV massiv stärken!“

Rosenheim – „Der Öffentliche Personennahverkehr in Rosenheim muss massiv gestärkt werden“, fordert Rosenheims FDP-Oberbürgermeisterkandidat Lars Blumenhofer. Dazu sollen Busse täglich von früh morgens bis spät abends mindestens im halbstündigen Takt in alle Stadtteile fahren. Sieben Funktionsträger der Rosenheimer FDP ließen sich deshalb von Ingmar Töppel, Geschäftsführer der Stadtverkehr Rosenheim GmbH (SVR), auf einer Busfahrt quer durch die kreisfreie Stadt über verkehrliche Potenziale und Herausforderungen informieren. Dabei mahnte Töppel vier Wochen nach der Billigung des Entwurfs eines gemeinsamen Nahverkehrsplans (NVP) für die kreisfreie Stadt und den Landkreis durch den Kreisausschuss an, unbedingt die Verkehrsunternehmer in die Gespräche einzubeziehen, bevor der NVP im November mit Fehleinschätzungen beschlossen werde. Zuvor wollen die Freien Demokraten nach Bürgerbefragung und Busfahrt bis zum Monatsende ihr Verkehrskonzept für Rosenheim vorstellen.

Der Öffentliche Personennahverkehr braucht „eine Lobby im Stadtrat“, betont Ingmar Töppel, denn bislang sei die Förderung des ÖPNV in Rosenheim nur ein „Lippenbekenntnis“. Sein Tadel: Die politische Diskussion wird am grünen Tisch mit falschen Behauptungen und in Unkenntnis der Faktenlage geführt. Gehe es um die Weiterentwicklung des ÖPNV, habe lediglich die FDP das Gespräch mit dem Geschäftsführer des SVR gesucht.

Seine Position fasst Töppel bündig zusammen: Der verfügbare Raum muss dem Verkehrsgeschehen flexibel angepasst werden. Das Straßennetz soll den rollenden Verkehr aufnehmen und etwa die Zunahme der E-Bikes und eScooter berücksichtigen. Zudem soll die Stadt die Verkehrsentwicklung lenken, beispielsweise den Lieferverkehr bündeln und den Individualverkehr aus den verkehrsberuhigten Geschäftsbereichen verbannen. Daumenregel: Nur wenn der ÖPNV Vorrechte genießt, wird er als Alternative zum Individualverkehr attraktiv.

Licht und Schatten im ÖPNV

Den aktuellen Stellenwert des ÖPNV in der hiesigen Kommunalpolitik liest Töppel an bestimmten Umständen ab. Dazu steuert der Praktiker mit den Kommunalpolitikern der FDP in seinem Niederflurbus einige Haltestellen an, darunter den Regionalbusbahnhof in der Stollstraße, den neuen Bushof am Bahnhof, den Aicherpark, das Städtische Eisstadion. Auf der Wegstrecke spricht er über Bordsteinhöhen, zurückgebaute Busspuren und Haltestellenkaps, fehlende Busbeschleunigung an wichtigen Kreuzungen, demolierte Haltepunkte und Maste, unnötige Ampeln im 24/7er-Betrieb, falsche Digitalanzeigen sowie das Verhalten von Autofahrern, Radlern, Pedelec- und eScooter-Nutzern.

Neben negativen Beispielen wie den nur fünf Meter großen Radius an der Gillitzerstraße/Münchenerstraße nennt Töppel auch positive Beispiele wie die Lichtsignalanlage-Busschleuse Finsterwalderstraße/Am Gries/Münchener Straße oder die Ausfahrt Salzstadel. Wichtig für Studierende: Die 15-minütige Taktung des SVR zwischen der TH Rosenheim und der Innenstadt. Außerdem besteht zwischen Rosenheim, Kolbermoor und Pfaffenhofen eine dichtes Haltestellennetz. Unter www.bayern-fahrplan.de sei die bayernweite Auskunft über alle öffentlichen Verkehrssysteme mit Kartendarstellung abrufbar, einschließlich App.

„E-Mobilität ist Umweltverschmutzung“

Bezogen auf den von der FDP angestrebten Ausbau des Busverkehrs erinnert der Unternehmer beim Gedankenaustausch mit OB-Kandidat Lars Blumenhofer, Bezirksrat und KV-Vorsitzender Daniel Reuter und FDP-Stadträtin Maria Knott-Klausner an das Verhältnis von Angebot und Nachfrage: Obgleich alle seine Busse den blauen Umweltengel tragen (sieben Mild Hybrid, neun Euro 6 und sechs EEV), so ist bei einem Fahrgastpotenzial von nahezu Null doch ein Taxi ökonomisch und ökologisch sinnvoll. Deswegen sei ein Anruf-Sammel-Taxi (AST) in Schwachlastzeiten auch „richtig und wichtig“.

E-Mobilität hält Töppel indes für „Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung“, denn die Betriebskosten seien gut doppelt so hoch wie bei konventionellen Antrieben. Trotz fortschreitender Digitalisierung und autonomer Fahrzeuge würden herkömmliche Busse noch eine Weile in den Innenstädten fahren. In den kommenden zwei Wochen will die FDP die Anregungen aus dem vorangegangenen Bürgerdialog und dem Expertengespräch strukturieren und Ende August das Ergebnis vorstellen.

Dr. Olaf Konstantin Krueger

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