Gemeinsam gegen das Insektensterben!
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Gemeinsam gegen das Insektensterben!

Oberbayerische Gemeinden, die sich für eine bienen- und insektenfreundliche Umwelt einsetzen, werden für ihr Engagement belohnt: Der Bezirk Oberbayern hat in diesem Jahr erstmals den Titel „Bienenfreundliche Gemeinde 2019“ vergeben. Von den 497 Gemeinden haben vier Preise von bis zu 3000 Euro erhalten und 26 eine Anerkennungsurkunde für ihr insektenfreundliches Engagement, darunter  Prien am Chiemsee, Rimsting, Nußdorf am Inn und Wasserburg am Inn jeweils eine Anerkennungsurkunde. Im Landkreis Mühldorf am Inn Schönberg.

Der Wettbewerb der Bienen- und Insektenfreundlichen Gemeinde wurde 2017 ins Leben gerufen. Die Idee entsprang einem Antrag der Landtagsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, welcher parteiübergreifend auf große Zustimmung im Oberbayerischen Bezirkstag gestoßen war. Das Kommunalparlament will mit dem Wettbewerb ein Zeichen gegen das Insektensterben setzen, das laut Bezirkstagspräsident Josef Mederer (CSU) dramatische Ausmaße annehme. Mederer bezieht sich dabei einerseits auf die vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlichten „Roten Listen“ der vom Aussterben bedrohten Arten, andererseits auf Untersuchungen von Krefelder Wissenschaftlern, die einen Rückgang der fliegenden Insekten um 75 Prozent innerhalb von weniger als drei Jahrzehnten dokumentiert haben. „Das hat dramatische Folgen!“, so Mederer, denn: „Wo es weniger Insekten gibt, verhungern die Tiere, die sich von Insekten ernähren.“ Der Bezirkspräsident verweist hier auf das Verschwinden der Vögel: Seit 1980 habe die Zahl der Vögel in den Staaten der Europäischen Union um 56 Prozent abgenommen. Mit dem Insektensterben verbunden sei ein Rückgang der blütenbestäubenden Insekten. Mederer: „Damit sind elementare Grundlagen des menschlichen Daseins bedroht. Ohne Insekten und hier insbesondere die Bienen und Wildbienen gibt es keinen Fruchtansatz. Viele Obst- und Gemüsesorten wären schlicht nicht mehr vorhanden.“

Um sich diesem Trend entgegen zu stellen, sei es erforderlich, die Lebensbedingungen der Insekten zu verbessern. Dies versuche der Bezirk Oberbayern mit dem Wettbewerb „Bienenfreundliche Gemeinde“ zu fördern: Geehrt werden Kommunen, die mit ihrem Engagement eine Vorbildfunktion hätten. Mederer ruft deshalb alle oberbayerischen Kommunen auf, den Preisträgern der „Bienenfreundlichen Gemeinde“ nachzueifern. Und an alle Bürgerinnen und Bürger gewandt erklärt der CSU-Politiker: „Nehmen Sie sich ein Beispiel und denken Sie bei der Gestaltung Ihrer Vorgärten, Ihrer Balkonbepflanzung, bei allem, das Sie persönlich in der Hand haben, daran, dass Sie mit Ihrem Tun einen kleinen Beitrag gegen das Insektensterben leisten können.“

Fünf Kriterien muss eine Gemeinde erfüllen, um in die Auswahl der Jury zu kommen: Gemeindeflächen wie Verkehrsinseln, Straßenränder oder Streuobstwiesen müssen bienen- und insektenfreundlich bepflanzt sein. Darüber hinaus sollen alle Flächen, die der Kommune gehören, extensiv und bienenfreundlich bewirtschaftet werden. Der Einsatz von Pestiziden ist auf solchen Flächen verboten, auch wenn sie verpachtet werden. Die sogenannte Straßenbegleitbegrünung auf gemeindeeigenen Straßen muss schonend behandelt werden, vor allem im Frühjahr und Sommer. Schließlich muss die Gemeinde den örtlichen Imkern Standplätze zum Aufstellen von Bienenhäusern und Bienenvölkern zur Verfügung stellen.

Preise erhalten in diesem Jahr Chieming und Kirchanschöring im Landkreis Traunstein, Emmering im Landkreis Fürstenfeldbruck, Markt Holzkirchen im Landkreis Miesbach, und Emmerting im Landkreis Altötting. Im Landkreis Rosenheim erhalten Prien am Chiemsee, Rimsting, Nußdorf am Inn und Wasserburg am Inn jeweils eine Anerkennungsurkunde. Im Landkreis Altötting erhält Neuötting eine Urkunde, im Landkreis Mühldorf am Inn Schönberg. Der Bezirk Oberbayern wird den Wettbewerb um die bienenfreundliche Kommune fortsetzen.  obb/okk

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