Haag/OBB: Toteiskesselweg ist 15 Jahre alt geworden
Geologe Dr. Johann Wierer spricht beim Toteiskessel. Foto: Antonio Pedrazzini
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Haag/OBB: Toteiskesselweg ist 15 Jahre alt geworden

Die Ursprungsidee kam 2003: Die Toteiskesseln um Haag sind kaum bekannt, machen wir doch einen Weg zu diesen Löchern“, dachte sich die Ortsgruppe Haag vom BUND Naturschutz. Und die Agenda21-Haager Land-Gruppe sagte sofort zu, dabei mitzumachen.

Ausgesucht wurde ein kleines Gebiet um Maxau, östlich von Haag, was naheliegend war, da hierzu bereits eine Diplomarbeit über Toteiskessel von einer Geographin vorlag. So gab es interessante Informationen zu diesen Kesseln, über die man sonst wenig in der Literatur fand.
Die betroffenen Grundeigentümer (alles Landwirte) gaben bereitwillig ihr Einverständnis, da der angedachte Wanderweg im Gebiet von drei Gemeinden verläuft – Haag, Reichertsheim, Gars – war die Namensfindung für den Weg nicht leicht, aber schließlich einigte man sich auf „Toteiskesselweg im Haager Land“.

Die Finanzierung des Weges wurde aufgrund einer großzügigen Spende vom Modehaus Eberl und anderen privaten Spenden sowie Geldern des EU Leader+-Strukturförderprogramms und der Agendagruppe möglich. Dadurch konnten 8.000 Euro für die Umsetzung bereitgestellt werden. Nach zwei langen Jahren war es dann soweit: am 17. Juni 2005 wurde der Weg feierlich vom Landrat Georg Huber und den Projektträgern eröffnet.

Im Laufe der Jahre kamen viele Leute und die unterschiedlichsten Gruppen zum Toteiskesselweg nach Haag. „Ob als Programmpunkt für einen Firmenausflug, oder zur Lehrerfortbildung im Landkreis, für die Ausbildung von Junglandwirten, oder für Ausflüge von Vereinen und Naturschutzgruppen auch der umliegenden Landkreise, oder bei den Schulwandertagen – der Toteiskesselweg wird sehr gern begangen“, sagt die Dipl. Geographin Lucia Karrer, die seit 2005 Führungen am Weg anbietet.

„Gerade jetzt, wo der Artenschutz an Bedeutung gewonnen hat, interessieren sich die Menschen mehr für unsere heimischen Biotope, wie die Toteiskessel und schätzen unsere Arbeit z.B. das Freischneiden verbuschter Kessel, um die Artenvielfalt zu schützen“, so Karrer.
Nachdem die Waldbesitzer am Weg bei den bisher nicht zugänglichen Kesseln so freundlich waren, entsprechende Rückwege anzulegen und die Gerhard und Ellen Zeidler-Stiftung 2011 einen Antrag zur Erweiterung des Toteiskesselwegs bewilligte, konnten 2013 weitere 7 Kessel hinzugenommen werden. Inzwischen kennt man den Wanderweg auch im weiteren Umland, worüber sich die Initiatoren sehr freuen.

„Wir danken allen, die an die Schaffung des Weges geglaubt und ihn ermöglicht haben“ erklärt Judith Harrison, die sich bei der Kreisgruppe des BUND Naturschutz zusammen mit Lucia Karrer um den Toteiskesselweg kümmert

Informationen zum Toteiskesselweg auf der Homepage toteiskessel.de.

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