Foto: Ludwig Schirmer

Nur ein Punkt im Derby – Frosch trifft per Kopf!

03.12.2018

Foto: Ludwig Schirmer

Die Starbulls Rosenheim haben das Heimspiel gegen den EV Landshut mit 4:5 nach Verlängerung verloren. 4.750 Zuschauer im ausverkauften emilo-Stadion sahen ein rassiges Derby, in dem die Gäste schon nach 10 Sekunden in Führung gingen. Die Starbulls konnten die Partie schnell drehen, schenkten aber die zwischenzeitliche Zwei-Tore-Führung wieder her. Kurios: Den dritten Rosenheimer Treffer erzielte Dusan Frosch nach einem Pfostenschuss von Tobias Draxinger per Kopf!


Bis auf den Langzeitverletzen Michael Fröhlich konnten die Hausherren in Bestbesetzung auflaufen, während bei den Gästen Alexander Ehl und Marco Baßler (U20-Auswahlmaßnahme) sowie verletzungsbedingt Peter Abstreiter und Ales Jirik fehlten. Dafür feierte der Ex-Rosenheimer Maximilian Hofbauer sein Comeback im EVL-Team und bestritt sein erstes Punktspiel in der laufenden Saison.

Schon nach zehn Sekunden Spielzeit setzte es die kalte Dusche für die Starbulls, nachdem die Gäste vom ersten Bully weg die Scheibe durch Elia Ostwald vor das Tor brachten, Maximilian Forster von einer noch unaufmerksamen Rosenheimer Defensive unbehelligt nachstochern konnte und Starbulls-Torwart Lukas Steinhauer aus kurzer Distanz zur Landshuter Blitzführung tunnelte. Doch die Hausherren zeigten sich keineswegs geschockt, übernahmen umgehend die Initiative und hatten durch Robin Slanina die schnelle Ausgleichschance. Gästetorwart Patrick Berger machte die kurze Ecke aber im letzten Moment erfolgreich zu (2.).

Drei Minuten später hatte Berger dann großes Glück, als er einen eher harmlosen Schuss von Christoph Echtler genau vor die Füße des freistehenden Maximilian Vollmayer legte, der aber aus Nahdistanz die unverhoffte Großchance nicht nutzen konnte. Sekunden später zappelte das Spielgerät schließlich aber doch im Netz des Gästetores, weil Vollmayer und Dusan Frosch die Scheibe aus der Rundung in den Slot zurückarbeiteten, Torwart Berger nicht schnell genug reagierte und Dominik Daxlberger keine Mühe hatte, per Rückhand ins leere Tor zu vollenden – 1:1 (5.). Stark reagierte der Landshuter Torwart jedoch kurze Zeit später, als er einen Schuss von Tobias Draxinger mit einem sehenswerten Stockhandreflex über die Latte lenkte (7.).

Die Gastgeber blieben das zielstrebigere Team, die Gäste von der Isar hielten aber leidenschaftlich dagegen. Julien Pelletier nutzte eine Inkonsequenz der Rosenheimer Abwehr, legte ohne Blickkontakt mit der Rückhand auf Vitali Stähle, der vom Torraumeck aber am langen Eck vorbeischob (11.). Dann zog sich Hauptschiedsrichter Patrick Gogulla den geballten Rosenheimer Unmut zu, als er zunächst Dusan Frosch nach einem Stockschlag gegen Leon Abstreiter in die Kühlbox schickte (12.), die vorausgegangene Attacke von Seiten der Gäste dagegen ungeahndet ließ und den Treffer eines Landshuter Schläger in das Gesicht des vor dem Tor klärenden Michael Baindl nicht erkannte. Nach einer weiteren kleinen Strafe gegen Tom Pauker kamen die Gäste gar in den Genuss einer mehr als eine Minute andauernden Phase mit zwei Spielern mehr auf dem Eis, die sie aber nicht nutzen konnten.

Elia Ostwald hatte mit einem abgefälschten Schuss von der blauen Linie die Chance zum 1:2 (16.), das Hartgummi ging aber knapp am Rosenheimer Tor vorbei. Im Gegenzug hätte der frei aus dem linken Bullykreis abschließende Slalina die Starbulls erstmals in Führung bringen können, Torwart Berger konnte aber retten (17.). Sein Team konnte zu diesem Zeitpunkt nur noch mit drei Sturmreihen agieren, da Offensivkraft Leon Abstreiter schon nach 12 Minuten wegen einer Schulterverletzung in die Kabine musste. Kurz vor der Pause erwischte es dann auch noch Verteidiger Sebastian Alt mit Verdacht auf Nasenbeinbruch.

Im zweiten Drittel erhielten auch die Starbulls ihr erstes Überzahlspiel zugesprochen – und konnten es im Gegensatz zu den Niederbayern gleich nutzen. Robin Slalina hatte bei einem ganz und gar nicht nach Powerplay aussehenden Gegenstoß nach einem Landshuter Unterzahlvorstoß den Moment des Abspiels längst verpasst, blieb aber an der Scheibe, fuhr durch die Rundung und schoss flach aus dem linken Bullykreis – das Spielgerät ging bei freier Sicht durch die „Hosenträger“ von Torwart Berger – 2:1 (24.).

Und dann wurden die Zuschauer im Rosenheimer emilo-Stadion zu Augenzeugen der vermutlich kuriosesten Torerzielung dieser Eishockeysaison: Bei doppelter Rosenheimer Überzahl – Mario Zimmermann und Maximilian Forster erhielt zeitgleich eine kleine Strafe – zog Tobias Draxinger satt ab und traf den Pfosten. Von dort prallte die Scheibe dem zwei Meter vor dem Tor stehenden Dusan Frosch an den Kopf und fand von dort den Weg zum 3:1 über die Torlinie (27.). Mit schmerzverzerrtem Gesicht durfte sich Frosch von seinen Teamkollegen beglückwünschen lassen.

Die Starbulls hatten in der Folge die Mehrzahl an Abschlüssen, der EVL jedoch die beste Torchance. Luis Schinko fuhr nach einem Steilpass frei auf Steinhauer zu, scheiterte aber am stoisch ruhig stehenbleibenden und dann reflexartig parierenden Rosenheimer Torwart (33.).

Je länger der zweite Spielabschnitt dauert, umso nachhaltiger und effektiver wurde aber das Rosenheimer Forechecking. Und in den Minuten vor der zweiten Pausensirene war dann Gästetorwart Berger mächtig gefordert, gegen Chase Witala. Frosch und Zick einen vierten Rosenheimer Treffer zu verhindern, ehe 19 Sekunden vor Drittelende Mario Zimmermann mit Scheibenglück zum in dieser Phase überraschenden 3:2-Anschlusstreffer aus vier Metern durch die Schoner von Torwart Steinhauer hindurch abstaubte.

In der ersten Minute des letzten Drittels hatten wieder die Starbulls-Fans den Torschrei auf den Lippen. Dusan Frosch nahm einen Rückpass von hinter dem Tor direkt, traf aber nicht ins völlig offene kurze Eck, sondern in die Tormitte, wo Schlussmann Berger die Scheibe gerade noch unter sich begraben konnte, bevor sie den Weg über die Linie gefunden hätte. Wenige Spielmomente später vergab Luis Schinko seine zweite Riesenchance an diesem Abend, als er völlig frei am linken Torraumeck lauernd angespielt wurde, aber den prächtig mit der Fanghand reagierenden Steinhauer nicht überwand (42.).

Dann sahen binnen einer Minute beide Schlussmänner je einmal nicht glücklich aus. Berger grätsche zwar erfolgreich mit dem Schoner gegen einen Flachschuss von Tom Pauker, schaffte es aber dann nicht, das kurze Eck zuzumachen und musste den Abstauber von Daniel Bucheli zum 4:2 passieren lassen (45.). Eine knappe Minute später ließ Gegenüber Steinhauer, irritiert von einem Landshuter Stürmer, das quer durch den Slot kommende Spielgerät passieren und Maximilian Forster konnte unbedrängt ins leere Tor zum erneuten Anschluss abstauben (46.). Hervorragend reagierte Steinhauer dann aber, als Schinko zum dritten Mal alleine vor ihm auftauchte (47.).

Es war nun ein offener Schlagabtausch auf Augenhöhe. Und dass die Landshuter Fans unter den 4.750 Zuschauern im ausverkauften Rosenheimer emilo-Stadion mit Anbruch der 51. Spielminute den Ausgleich zum 4:4 bejubeln durften, war nicht unverdient. Denn die Mannschaft von Axel Kammerer suchte den Weg zum Tor schnörkelloser, als die Hausherren, und spekulierte erneut erfolgreich. Diesmal war es Marco Sedlar, der nachsetzte und nach Zuspiel von Stähle zum 4:4 einschob. In Unterzahl hatte Marco Schmidpeter bei einem Zwei-gegen-Eins-Gegenstoß per Rückhand gar das 5:4 für die Niederbayern auf dem Schläger (55.).

Eine Rosenheimer Unzulänglichkeit bei einem Wechsel bescherte schließlich den Gästen noch ein letztes Powerplay, dem aber wiederum keine klare Torchance entsprang, so dass nach regulärerer Spielzeit beide Teams je einen Punkt für sich verbuchen konnten. Zwei Sekunden vor Ablauf der 60. Minute musste Gästetorwart Berger dazu aber noch gegen Draxinger und Bucheli parieren.

In der Verlängerung schickte Hauptschiedsrichter Gogulla mit Witala und Vollmayer binnen 13 Sekunden gleich zwei Rosenheimer Spieler auf die Strafbank. Zwar konnten sich die Grün-Weißen in Unterzahl lange wehren, doch kurz vor Ablauf der 64 Minute schlugen die zu diesem Zeitpunkt mit einem Spieler mehr auf der Eisfläche agierenden Gäste doch noch zu: Miloslav Horava spielte ins Zentrum, wo Marc Schmidpeter den Schläger hinhielt und zum 4:5-Endstand traf.

Die Starbulls haben es damit versäumt, die Tabellenführung in der Eishockey-Oberliga Süd zu übernehmen. Die Mannschaft von Manuel Kofler rangiert weiterhin punktgleich mit Spitzenreiter Eisbären Regensburg auf Tabellenplatz zwei. Am Sonntag – Spielbeginn 18 Uhr – gastieren die Grün-Weißen bei den Blue Devils Weiden. Das nächste Rosenheimer Heimspiel findet am zweiten Adventssonntag statt. Dann kommt es im emilo-Stadion um 17 Uhr zum Spitzenduell der Starbulls gegen Regensburg.


Pressemitteilung Starbulls Rosenheim e.V. (M.H.)

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