Basis der Bewerbung waren die Streuobstwiesen, zumal Rohrdorf die höchste Dichte an Streuobstbäumen im gesamten Landkreis aufzuweisen hat. Foto: Margot Westner

Rohrdorf ist jetzt Genussort!

13.04.2018

Basis der Bewerbung waren die Streuobstwiesen, zumal Rohrdorf die höchste Dichte an Streuobstbäumen im gesamten Landkreis aufzuweisen hat. Foto: Margot Westner

Beim offiziellen Festakt am 5. März in München wurde der Gemeinde Rohrdorf neben 45 weiteren Orten aus ganz Bayern der Titel „Genuss­ort“ verliehen.

Anlässlich des Jubiläumsjahres 2018 (100 Jahre Freistaat und 200 Jahre bayerische Verfassung) haben das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) eine Premiumstrategie für Lebensmittel entwickelt, welche die Einzigartigkeit heimischer Produkte fördern und ins öffentliche Bewusstsein bringen soll.

Eine Säule dieser Premiumstrategie ist der Wettbewerb „100 Genussorte“, bei dem die Jury, bestehend aus Vertretern von Gastronomie, Kultur, Kirche, Wissenschaft, Tourismus, Landwirtschaft, Medien, Lebensmittelhandwerk und Verbraucherschutz, besonderes Augenmerk auf ortstypische Produkte, traditionelle Herstellung, regionale Vermarktung, Identifikation mit den Menschen vor Ort, Nachhaltigkeit und viele weitere Gesichtspunkte legte.

In zwei Bewerbungsrunden werden insgesamt 100 Genussorte ausgewählt, Rohrdorfs Bewerbung konnte die Juroren bereits in der ersten Runde überzeugen, die zweite Bewerbungsrunde wird gerade ausgewertet.

Dass es Rohrdorf gelungen ist, sich in einer derart prominenten Siegerliste zu etablieren, mag überraschend sein, ist Rohrdorf doch eine industriell geprägte Gemeinde, die auf den ersten Blick nicht den Anschein eines Genussortes erwecken mag.

Bei genauerer Betrachtung kann man aber durchaus erstaunt sein, welche Vielfalt und Fülle von Genüssen in Rohrdorf zu Hause ist. Basis der Bewerbung waren die Streuobstwiesen, zumal Rohrdorf die höchste Dichte an Streuobstbäumen im gesamten Landkreis aufzuweisen hat. Davon freilich profitieren nicht nur obstverwertende Betriebe, sondern auch zahlreiche Imker sowie das Landschaftsbild, das nicht durch Plantagenwirtschaft entstellt ist.

Traditionelle Anbauweisen von Getreide, deren regionale Veredelung und Vermarktung waren ebenso Bestandteil der Bewerbung wie innovative Rezepte, traditionelle Gerichte wie Bohnenknödel fanden ebenso Erwähnung wie Geiginger Edelbrandcocktails.

Nicht unerwähnt soll hierbei auch die Rolle der zahlreichen Vereine bleiben, die bei Festveranstaltungen großen Wert auf heimische Produkte legen und diese Haltung an die nächsten Generationen weitergeben. Dass neben Tradition auch Innovation und neue Medien von Belang sind, zeigte im Anschluss an die offizielle Prämierung ein Impulsvortrag des Marketingexperten Günther Nessel.

Simon Hausstetter

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