Foto: Karl Garaventa

Rohrdorfer Kundgebung gegen geplante Bahntrassen mit reger Beteiligung

25.07.2018

Foto: Karl Garaventa

Etwa 2.500 Teilnehmer zeigen klare Haltung gegen das Vorhaben und Vorgehen von Politik und Bahn

„Bestand modernisieren statt Heimat zerstören“, das war das Motto der Kundgebung der Bürgerinitiative „Bürgerinteressen Rohrdorf“, die am Samstag, 14. Juli, am alten Sportplatz in Rohrdorf stattgefunden hat. Etwa 2.500 Bürgerinnen und Bürger kritisierten das aus ihrer Sicht nicht nachvollziehbare Vorgehen seitens Bahn und Politik und bildeten symbolisch eine Menschenkette an einer möglichen Verlaufsstelle der geplanten Trassen.

„Die Kundgebung war ein voller Erfolg, wir danken allen Beteiligten für ihr Engagement“, sagen Dr. Josef Krapf und Dr. Gerd Hartlieb, die beiden Vorsitzenden der Rohrdorfer Bürgerinitiative. „Es wurde deutlich, dass es hier einen starken Widerstand gegen die immer weiter fortschreitenden Planungen der Bahn gibt, in der Region neue Trassen zu bauen, für die es nach wie vor keine vernünftigen wirtschaftlichen Grundlagen gibt. Wir sind gegen unnötige, sinnlose und milliardenteure Prestigeprojekte, die unsere Heimat zerstören und uns hier keinerlei Vorteile, sondern nur Nachteile bringen“.

Die Bürgerinnen und Bürgerinnen fanden am alten Sportplatz zueinander, um ein Zeichen für den Schutz der Heimat zu setzen. Dabei gab es einen klaren Konsens: „Keine unnötigen neuen Bahntrassen!“ Vielmehr solle der vorhandene Bestand an Bahntrassen modernisiert sowie die Anzahl der Züge nach unten korrigiert werden.

Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl, der Südtiroler Politiker Sepp Kusstatscher sowie Thomas Riedrich von Brennerdialog e.V. referierten über das Thema mit jeweils einer persönlichen Einschätzung.

Ein inhaltlicher Höhepunkt der Kundgebung war ein Vortrag des österreichischen Juristen Lothar Gamper, der ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet ist. Gamper hat bereits bei der Umweltverträglichkeitsprüfung des Brennerbasistunnels mitgearbeitet. Die Zuhörer folgten ihm gebannt.

Bei der Menschenkette gaben sich alle Teilnehmer die Hand, zeigten die ausgeteilte rote Karte und bildeten eine Barriere als symbolischen Widerstand gegen die drohenden Zerstörungen durch die geplanten Trassen. Es entstand ein eindrucksvolles, ausdrucksstarkes Bild der Solidarität und echter Bürgerbeteiligung. „In der Menschenkette haben wir der Verkehrspolitik die rote Karte gezeigt“, so Dr. Gerd Hartlieb.

Musikalisch umrahmt hat die Kundgebung die Musikkapelle Rohrdorf, die mit zünftiger und bodenständiger Blasmusik dem ernsten Anlass einen schönen kulturellen Rahmen gab. Als Verpflegung gab es für die Teilnehmer der Kundgebung kalte Getränke, Kaffee und Kuchen.

„Wir wollen und werden bei diesem Thema weiter am Ball bleiben“, sagen Dr. Josef Krapf und Gerd Hartlieb. „Allen, die uns bis jetzt mit tatkräftiger Unterstützung geholfen haben, sei es durch Geldspenden, Sachzuwendungen oder Arbeitsleistungen, gilt unser allerherzlichster Dank.“ Weitere Aktionen der Bürgerinitiative „Bürgerinteressen Rohrdorf“ sind bereits in Planung. Details dazu werden zeitnah veröffentlicht.

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