„Ich wünsche mir, dass die Jugendlichen ihren Platz finden“
Franz Obermaier, Bereichsleiter des Jugendhilfebereichs. Foto: Christine Wendel
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„Ich wünsche mir, dass die Jugendlichen ihren Platz finden“

Das Don Bosco Aschau a. Inn steht seit über 60 Jahren jungen Menschen zur Seite, die es aufgrund verschiedenster Einschränungen im Leben nicht so einfach haben. Zum 1. August starten hier wieder zahlreiche junge Menschen in eine Ausbildung. In rund 30 Berufen werden sie in Aschau-Waldwinkel und in der Außenstelle in Mettenheim ausgebildet.

Zum Beginn des neuen Ausbildungsjahrs im August 2019 wird eine neue heilpädagogische Wohngruppe in der Außenstelle Mettenheim der Einrichtung Don Bosco Aschau a. Inn eröffnet. Interessierte können sich bei Don Bosco Aschau a. Inn bzw. ihrer zuständigen Agentur für Arbeit melden.

Wir haben mit dem Bereichsleiter des Jugendhilfebereichs, Franz Obermaier, gesprochen.

Herr Obermaier, für wen ist diese Wohngruppe gedacht und was bietet sie?
Die Wohngruppe richtet sich an Jugendliche und junge Erwachse, die in bestimmten Bereichen einen erhöhten Förderbedarf haben. Es geht etwa um soziale und emotionale Förderbedarfe bis hin zu besonderen Bedarfsgruppen wie Menschen mit Autismus Spektrum Störung. Sie bietet Raum für acht junge Frauen und Männer, die in der Berufsvorbereitung oder Ausbildung sind. Dies kann bei uns in der Einrichtung sein oder lokal vor Ort. Zudem können hier auch Flüchtlinge integriert werden. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen kochen zusammen, kaufen ein, entwickeln sich weiter, lernen Selbstständigkeit.

Was ist das besondere an der neuen Wohngruppe?
Das Besondere ist der Standort. Unsere Außenstelle Mettenheim bietet einen zurückgezogenen Bereich und eine sehr reizarme Umgebung mit familiärer Atmosphäre. Und wie bei den schon bestehenden Wohngruppen an unserem Standort in Waldwinkel sind wir gut vernetzt: Die Ansprechpartner aus der Wohngruppe, Mitarbeitende aus der Ausbildung oder Berufsvorbereitung, aus der Rehabegleitung und den Agenturen für Arbeit und Bezirksbetreuungen – alle arbeiten eng zusammen an dem Ziel, dass Jugendlichen einem gelingenden Abschuss schaffen.

Was ist Ihr Wunsch für die Jugendlichen?
Ich wünsche mir, dass die Jugendlichen ihren Platz finden. Manche sind zum ersten Mal von daheim weg, müssen sich in der neuen Umgebung erst zurechtfinden. Ich wünsche mir, dass sie in drei bis vier Jahren von hier weggehen und sagen: „Ich habe es geschafft.“

An wen kann ich mich für eine Aufnahme wenden?
Erster Ansprechpartner ist das örtliche Jugendamt oder die Agentur für Arbeit. Natürlich vermitteln wir aber auch gerne weiter.

Was sind weitere geplante Projekte?
Ein weiteres neues Projekt ist „Jugendhilfe Plus“, das ab Herbst in die Pilotphase gehen wird. Es ist ein besonders Angebot, das sich an Jugendliche und junge Erwachsene richtet, die es noch nicht schaffen, eine Berufsvorbereitung oder Ausbildung durchzuhalten. Wir arbeiten an ihren Schlüsseldisziplinen wie Pünktlichkeit, adäquates Verhalten gegenüber den Ausbildern und Mitauszubildenden oder einen Arbeitstag durchzuhalten. Dazu nutzen wir verschiedene Module, etwa erlebnispädagogische Projekte, Sozialkompetenztraining, aber auch arbeitspraktische Förderungen, etwa in Werkstätten. Die Maßnahme dauert zwölf bis 24 Monate. Ziel ist, dass die jungen Menschen im Anschluss eine reguläre Ausbildung beschreiten können.

Das Interview führte Christine Wendel

Don Bosco Aschau am Inn ist seit 1950 eine Einrichtung der beruflichen und gesellschaftlichen Rehabilitation junger Menschen mit einem besonderen Hilfe- und Förderbedarf – unterstützt von der Bundesagentur für Arbeit – sowie Angeboten der Jugendhilfe an den Standorten in Aschau-Waldwinkel und Mettenheim.
Weitere Informationen unter donbosco-aschau.de.

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