Empfiehlt den Bundesfreiwilligendienst im Sozialpsychiatrischen Dienst Mühldorf: Kathi Pongratz. Foto: Ingrid Loibl

Bundesfreiwilligendienst: Sozialpsychiatrischer Dienst Mühldorf sucht Freiwillige

20.07.2016

Der Sozialpsychiatrische Dienst Mühldorf sucht zum 1. September im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFG) eine Verstärkung. Der Verdienst liegt bei 400 Euro monatlich. Interessierte mit Führerschein können sich unter Rufnummer 0 86 31/26 00 und per E-Mail via spdi-mue@diakonie-traunstein.de melden. Kathi Pongratz, die den Sozialpsychiatrischen Dienst seit ihrem Abitur 2015 unterstützt, beginnt in Kürze ihr Studium. Ein Gespräch über ihre Erfahrungen als Bundesfreiwillige.

Inn-Salzach blick Die Beratungsstelle des Diakonischen Werks Traunstein mit Sprechstunden in Mühldorf und Waldkraiburg hilft Menschen mit psychischen Störungen und Menschen in schwierigen Lebenskrisen. Zum Dienst gehört auch das „Betreute Einzelwohnen“, eine aufsuchende Form der Betreuung von chronisch psychisch kranken Menschen. Welche Aufgaben haben Sie als BFDler in Mühldorf wahrgenommen?

Kathi Pongratz Im Sozialpsychiatrischen Dienst Mühldorf habe ich als Bundesfreiwillige in alle Bereiche Einsicht erhalten - von der Büroorganisation über das „Betreute Einzelwohnen“ bis hin zur Organisation der Freizeitangebote. In diesem für mich lehrreichen Jahr habe ich vielfältige Erfahrungen sammeln können, hatte zudem einige feste Klienten, die ich einmal pro Woche zuhause besuchte und sie bei alltäglichen Aufgaben wie Einkaufen und Arztbesuchen unterstützte - oder einfach nur beim Spazierengehen begleitete. Im Kreativtreff, wo gebastelt, gemalt und vieles mehr gemacht wird, war ich fester Bestandteil des Teams und durfte meine eigenen Ideen einbringen.

Inn-Salzach blick Auf welche Weise wurden Sie während Ihres BFD unterstützt?

Kathi Pongratz Bei allgemeinen Anliegen zum BFD konnte ich mich an den Bundesfreiwilligendienst der Diakonie wenden. Bei der Büroorganisation im Sozialpsychiatrischen Dienst war Ingrid Loibl als Verwaltungsangestellte meine Ansprechpartnerin. Beim „Betreuten Einzelwohnen“ wurde ich von den Arbeitskollegen, in deren Obhut sich die Klienten befinden, unterstützt und pädagogisch unterwiesen: Bevor ich das erste Mal zu meinen Klienten gefahren bin, wurde mir eingehend erklärt, welche psychische Krankheit vorliegt und worauf ich dabei achten muss.

Inn-Salzach blick Der Sozialpsychiatrische Dienst Mühldorf bietet von September 2016 bis August 2017 erneut die Möglichkeit, bei ihm ein Bundesfreiwilligenjahr zu absolvieren. Das Einsatzgebiet reicht wieder vom Umgang mit psychisch kranken Menschen im Rahmen von Gruppen- und Freizeitangeboten über die Mitarbeit in Organisation und Verwaltung bis hin zu hauswirtschaftlichen Tätigkeiten und Fahrdiensten. Welche Erfahrungen werden Sie mit in Ihr Studium nehmen?

Kathi Pongratz Während meines BFD habe ich gelernt, wie eine sozialpsychiatrische Einrichtung funktioniert und wie man mit Menschen mit psychischer Erkrankung umgeht. Daneben lernte ich, dass Organisation, Absprache mit Arbeitskollegen und das Ansprechen von Problemen sehr wichtig sind. Ich konnte einen sehr guten Einblick in die Arbeitswelt gewinnen und bereue keine Minute meine Entscheidung, den Bundesfreiwilligendienst absolviert zu haben.

Inn-Salzach blick Was hat Ihnen am BFD im Diakonischen Werk Traunstein besonders gefallen?

Kathi Pongratz Der Bundesfreiwilligendienst besteht nicht nur aus Arbeiten. Er bildet. Gemeinsam mit anderen Bundesfreiwilligen der Diakonie habe ich im Laufe des Jahres fünf instruktive Seminarwochen absolviert. Mir haben diese Seminarwochen sehr gut gefallen. Ich konnte viele positive Erfahrungen - und Grenzerfahrungen - machen und gleichzeitig nette Leute kennenlernen. Außerdem verdient man gutes Geld - Kindergeld erhält man trotzdem. Kurzum: Ich würde das Jahr wieder machen.

Olaf Konstantin Krueger

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