++ Krisenmaßnahmen ++ ADAC ++ Tierärzte ++ Abi ++ Wohnungen ++ Malerhandwerk ++ Bischöfe ++
Foto: pixabay.com
Prospekt-Box Blickpunkt

++ Krisenmaßnahmen ++ ADAC ++ Tierärzte ++ Abi ++ Wohnungen ++ Malerhandwerk ++ Bischöfe ++

Bayern- & Deutschlandnews zum 18. März 2020!

Wirtschaft begrüßt Krisenmaßnahmen

Die bayerische Wirtschaft bewertet die Maßnahmen der Bayerischen Staatsregierung zur Unterstützung von Betrieben, Kleinunternehmen und Selbstständigen als „äußerst wichtiges Signal“ in der Coronakrise. Dies betonen unisono der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK), der Bayerische Handwerkstag (BHT) und die vbw – Vereinigung der bayerischen Wirtschaft. Die von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigten Sofortmaßnahmen seien das Ergebnis enger Abstimmungen der einberufenen Task Force. Die Wirtschaftsorganisationen appellieren an die Kommunen in Bayern, den Betrieben unkompliziert die Gewerbesteuer zu stunden. Außerdem müsse auf Bundes- und EU-Ebene die Bankenregulatorik kurzfristig angepasst werden, damit alle Finanzinstitute Kreditrückzahlungen stunden und Darlehen ausweiten können, ohne in eine Eigenkapital-Klemme zu kommen.

ADAC leistet Pannenhilfe

Der ADAC leistet weiterhin Pannenhilfe für havarierte Mitglieder. „Unsere Pannenhelfer sind unverändert in ganz Deutschland im Einsatz“, unterstreicht der Leiter der ADAC Pannenhilfe Thomas Reynartz. Dabei gelte es, die bestmögliche Unterstützung für die Mitglieder aufrechtzuerhalten, ohne die Gesundheit der Fahrer zu gefährden. „Das ist angesichts der Ausbreitung des Coronavirus nicht einfach“, erklärt Reynartz. Die Fahrer seien informiert und angehalten, sich an die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Hygiene-Vorschriften zu halten. „Die Bedeutung des Autos für Menschen, die auf Mobilität angewiesen oder dazu verpflichtet sind, steigt angesichts der Ansteckungsgefahr in öffentlichen Verkehrsmitteln. Diese Menschen können sich auf die Unterstützung durch die ADAC Pannenhilfe verlassen“, so der Leiter der ADAC Pannenhilfe. Für den Transport von havarierten Personen würden unkomplizierte und unbürokratische Lösungen gefunden.

Autohandel untersagt

Besorgt über die von der Bundesregierung zur Bekämpfung des Corona-Virus vereinbarte Untersagung unter anderem des stationären Kraftfahrzeughandels zeigt sich der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK). Dies bringe die Unternehmen in eine prekäre Lage, so ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. Quer durch die Autohäuser müsse ab sofort eine Demarkationslinie gezogen werden. Die Fortführung des Werkstattbetriebs sei ja berechtigterweise weiterhin zulässig und erwünscht. Wie aber, so Peckruhn, solle man einem Kunden, der ohnehin schon im Autohaus stehe, plausibel klarmachen, dass man ihm beispielsweise ein gewünschtes Zubehör zwar einbauen, aber nicht verkaufen dürfe? Darüber hinaus würden viele Betriebe ein generelles Verbot des Handels ohne massive Liquiditätshilfen nicht überstehen. Das Kfz-Gewerbe bekenne sich ohne Wenn und Aber zum Vorrang des Schutzes von Leib und Leben in dieser noch nie dagewesenen Krisensituation, ergänzte Peckruhn. Man sehe aber nicht, dass die Anlegung unterschiedlicher Maßstäbe in ein und demselben Unternehmen einen Beitrag zum Gesundheitsschutz leisten könne.

Tierärztliche Infrastruktur

In einem Brandbrief hat der Bundesverband Praktizierender Tierärzte zusammen mit der Bundestierärztekammer, dem Bundesverband der beamteten Tierärzte, der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft, dem Veterinärmedizinischen Fakultätentag und dem Deutschen Tierschutzbund Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gebeten, schnellstmöglich dafür Sorge zu tragen, dass alle Tierärzte, Tiermedizinischen Fachangestellte und Tierpfleger unverzüglich als systemrelevante Berufe eingestuft werden. Für Tierarztpraxen und tierärztliche Kliniken müssten analog zur Humanmedizin flexible Quarantäneregelungen gelten. Zum Umgang mit SARS-CoV-2 in Tierarztpraxen, landwirtschaftlichen Betrieben und Tierheimen sollen Hygienerichtlinien erarbeitet werden, um Angestellte und Tierhalter bestmöglich zu schützen. Grund: Rasant steigende Fallzahlen von Coronavirusinfektionen.

Telefonnetz überlastet

Aufgrund hohen Anrufaufkommens sind die Arbeitsagenturen und Jobcenter telefonisch nur eingeschränkt erreichbar. Sie bitten darum, Anrufe auf Notfälle zu beschränken. Für alle Termine gilt: Kunden müssen den Termin nicht absagen. Es gibt keine Nachteile. Es gibt keine Rechtsfolgen und Sanktionen. Fristen in Leistungsfragen werden vorerst ausgesetzt. Kunden erhalten rechtzeitig eine Nachricht, wenn sich diese Regelungen ändern. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter schalten derzeit auch lokale Rufnummern. Diese werden örtlich bekannt gemacht.

JugendNotmail bleibt erreichbar

Die Beraterinnen und Berater von JugendNotmail sind weiterhin rund um die Uhr online erreichbar. Auf jugendnotmail.de können Kinder und Jugendliche ihre Sorgen thematisieren – unkompliziert, vertraulich, kostenlos und datensicher. Rund 150 Psychologen, Sozialpädagogen und Pädagogen mit Zusatzausbildung beraten ehrenamtlich in ihrer Freizeit und beantworten die Notmails der jungen Menschen schnell und verlässlich. Jugendnotmail.de bietet Ratsuchenden bis 19 Jahre einen geschützten Raum, in dem sie ihre Sorgen und Nöte unkompliziert und vertraulich mitteilen können und Hilfe zur Selbsthilfe sowie Entlastung erfahren.

Abiturprüfungen in Bayern verschoben

Das Bayerische Kultusministerium hat entschieden, den Beginn der Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai 2020 zu verlegen. „Trotz der Corona-Krise wollen wir faire Bedingungen für unsere Abiturientinnen und Abiturienten sicherstellen“, erklärt Kultusminister Michael Piazolo.

Mehr Einfuhren als Ausfuhren

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik nach den vorläufigen Ergebnissen der Außenhandelsstatistik mitteilt, sanken die Ausfuhren der bayerischen Wirtschaft im Januar 2020 um 2,9 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro, die Einfuhren nahmen um 2,8 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro ab.

Mehr genehmigte Wohnungen

Im Jahr 2019 wurde in Deutschland der Bau von 360.600 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 4,0 Prozent mehr Baugenehmigungen als im Jahr 2018. In den Zahlen sind sowohl die Baugenehmigungen für neue Gebäude als auch für Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden enthalten. Im längeren Zeitvergleich befindet sich die Zahl genehmigter Wohnungen weiter auf einem hohen Niveau. Mehr genehmigte Wohnungen in einem Jahr gab es seit der Jahrtausendwende nur 2016 mit über 375.000.

Bündnis fordert Kurswechsel

Mit der heute gegründeten „Sozialen Plattform Wohnen – Für eine menschenorientierte Wohnungspolitik“ wollen sich acht Wohlfahrts-, Sozial- und Fachverbände für Menschen engagieren, die auf dem derzeitigen Wohnungsmarkt kaum Chancen haben. Die Mitzeichner der Plattform sehen mit Sorge, dass besonders in den Ballungsgebieten kaum noch bezahlbarer Wohnraum vorhanden ist. Am stärksten von Wohnungsnot betroffen sind Menschen ohne Arbeit, mit einer Behinderung oder Krankheit, in einem bestimmten Alter, mit Schulden oder Alleinerziehende. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, erklärte dazu: „Wir Sozialverbände müssen uns laut und deutlich in die wohnungspolitische Debatte einmischen. Wohnen ist ein Menschenrecht und keine Ware. Die Realität sieht leider anders aus, besonders für Ärmere, Ältere und Kranke. Ihre Interessen müssen wir auch auf dem Wohnungsmarkt vertreten. Deswegen haben wir die Soziale Plattform Wohnen ins Leben gerufen.“

Malerhandwerk befürchtet Umsatzeinbruch

Die Coronakrise führt zu erheblichen Umsatzeinbußen im Maler- und Lackiererhandwerk. In einer Umfrage des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz rechnen 60 Prozent der 40.000 Betriebe damit, kurzfristig Liquiditätshilfen zu brauchen. Messen, Gastgewerbe und Industrie stornieren Aufträge, Privatkunden lassen zum Teil die Handwerker nicht mehr ins Haus. Wegen Schulschließungen müssen Mitarbeiter zur Betreuung ihrer Kinder zuhause bleiben. Mehr als 10 Prozent der Betriebe haben bereits Mitarbeiter in Quarantäne. In der letzten Woche brach der Umsatz um 14 Prozent ein, in den kommenden Wochen erwarten die Betriebe Ausfälle in Höhe von 47 Prozent. Die Lohnkosten dagegen laufen weiter: Mit einer durchschnittlichen Liquiditätslücke von 50.000 Euro pro Betrieb rechnet der Bundesverband in den nächsten vier bis sechs Wochen. Für die gesamte Branche addiert sich das zu einem Milliarden-Loch.

Bischofskonferenz informiert

Das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz hat auf der Internetseite www.dbk.de Informationen rund um den Coronavirus COVDI-19 gebündelt und weist ausdrücklich darauf hin, dass die Verantwortlichkeit für Maßnahmen in den (Erz-)Bistümern wie Gottesdienstangebote, das Schließen von Kirchen und Bildungshäusern etc. ganz bei den jeweiligen (Erz-)Bistümern liegt. Das Themendossier „Coronavirus – zur aktuellen Situation“ enthält Links zu den Maßnahmen aller Bistümer. Ebenso findet der Nutzer Hinweise auf Gottesdienstangebote im Internet und Gebetsvorschläge des Deutschen Liturgischen Instituts sowie die Empfehlungen des Sekretariats zur Vermeidung einer Ansteckung mit dem Coronavirus COVID-19 vom 26. Februar 2020.

Schweinehaltung rückläufig

Nach den endgültigen repräsentativen Ergebnissen der vom Landesamt für Statistik durchgeführten Erhebung über die Schweinebestände gab es in Bayern zum Stichtag 3. November 2019 rund 4.500 schweinehaltende Betriebe, die über mindestens 50 Schweine oder zehn Zuchtsauen verfügten. Insgesamt wurden in Bayern in diesen Betrieben 3.061.700 Schweine gehalten.

Arzneimittelversorgung bleibt gesichert

Die Apothekerschaft sieht keine durch die Coronakrise verursachten Engpässe in der Arzneimittelversorgung. „Wir kennen Lieferengpässe schon seit Jahren. Und sie machen den Apotheken eine Menge Arbeit. Zusätzliche Probleme, die auf den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie zurückzuführen wären, stellen wir aber nach wie vor nicht fest“, sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Wir können natürlich nicht ausschließen, dass Auswirkungen der Krise im Laufe des Jahres auch in der Arzneimittelversorgung in Deutschland spürbar werden. Aber derzeit können wir die Patienten ordentlich versorgen. Auch die Herstellung von Desinfektionsmitteln in den apothekeneigenen Laboren ist zwischenzeitlich gut angelaufen.“ Auch an Medikamenten für die Selbstmedikation gebe es keinen Mangel. Saisonal würden vor allem Mittel gegen Erkältungssymptome nachgefragt, für die es eine Vielzahl von Präparaten unterschiedlicher Hersteller gäbe, so der ABDA-Präsident. Die Apotheken hätten entsprechende Bestände. „Deswegen gibt es keinen Grund zur Sorge, und auch keinen Grund, Arzneimittel zu hamstern.“

Impfstoffforschung in Deutschland

Nach Ansicht des Biotechnologiebranchenverbandes BIO Deutschland sollten Wirkstoffe und Therapien dem globalen Markt zur Verfügung stehen und nicht auf einzelne Länder beschränkt werden. Der Verband begrüßt daher, dass die Geschäftsführung des Mitgliedsunternehmens CureVac sich gegen einen Verkauf des Corona-Impfstoffprogramms in die USA entschieden hat. Kritisch sieht BIO Deutschland allerdings die Rufe nach einer möglichen Verstaatlichung des Unternehmens als Konsequenz auf den drohenden Verkauf.

Lokalzeitungen fordern Vertriebsförderung

Die Corona-Krise macht den Lokalzeitungen schwer zu schaffen. Durch die wirtschaftliche Schieflage der lokalen und regionalen Verlage droht im Lokalen die redaktionelle Berichterstattung wegzubrechen. Der Verband Deutscher Lokalzeitungen e. V. fordert deshalb die Bundesregierung auf, die ohnehin bereits im Bundeshaushalt eingestellten Mittel zur Vertriebsförderung – ohne Wenn und Aber – unverzüglich zur Auszahlung an die Zeitungsverlage freizugeben. Dies müsse als „unbürokratische Sofortmaßnahme“ erfolgen, sagt VDL-Geschäftsführer Martin Wieske. Hintergrund sind unter anderem zum Teil existenzbedrohende Anzeigen- und Beilagenrückgänge im Lokalen und die flächendeckende Absage von Events lokaler Medienhäuser. Die Lokalpresse setzt bundesweit alles daran, die Redaktionen, den Vertrieb und den Druck auch während der Corona-Krise aufrechtzuerhalten und damit ihrem Informationsauftrag im Lokalen weiterhin gerecht zu werden. okk

Dr. Olaf Konstantin Krueger

• Hier geht’s zu den Bayern- & Deutschlandnews vom 11. März 2020.

Aktuelle Ausgaben

Rosenheim

Rosenheim KW 22

Wasserburg

Wasserburg KW 22

Inntal

Inntal KW 22

Mangfalltal

Mangfalltal KW 22

Inn-Salzach

Inn-Salzach KW 22

Freizeit spezial

Freizeit spezial