Die Wasserburger Autorin Rita Maria Geitner setzt sich in ihrem Buch “Afrikanischer Mond” auf beeindruckende Weise mit einem brandaktuellen Thema auseinander und erzählt über eine Flucht von Eritrea nach Deutschland. Foto: nb

Afrikanischer Mond

13.07.2015

Die Wasserburger Autorin Rita Maria Geitner widmet sich der Flüchtlingsproblematik im Zentrum einer packenden Geschichte

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren, steht in den Menschenrechten geschrieben. Einige Menschen sind jedoch gleicher als andere“. Rita Maria Geitner setuzt sich in ihrem Buch “Afrikanischer Mond” auf beeindruckende Weise mit einem einem brandaktuellen Thema auseinander und erzählt über eine Flucht von Eritrea nach Deutschland. Sie führt die Geschichten zweier grundverschiedener Menschen zusammen und legt den Finger auf eine offene Wunde in unserer Welt: die Einwanderungs- und Flüchtlingsproblematik, ein immer dringlicheres Problem unserer Gesellschaft.

Nina Bufalino im Gespräch mit Rita Maria Geitner

Frau Geitner, was hat sie an diesem Thema so berührt?

Menschen, die ihre Heimat verlassen, sich auf eine Flucht mit wissentlich ungewissem Ausgang begeben. Sie nehmen bewusst Strapazen und auch den Tod in Kauf, für ein besseres und sicheres Leben in Europa. Ich bin in meinem Leben schon viel gereist und dementsprechend habe ich auch viel gesehen. Mein Weltbild hat sich dadurch geändert.

Wie empfinden sie das Leben der Flüchtlinge bei uns bzw. wie stehen sie dazu?

Das Asylverfahren dauert viel zu lange. Viele Flüchtlinge wollen sich schnell integrieren, arbeiten und Geld verdienen. Ohne die Ehrenamtlichen Helfer und der örtlichen Vereine, die eine großartige Arbeit leisten ginge es ihnen wesentlich schlechter. Mein Herz hängt an den Flüchtlingen aus Afrika und Syrien. Ich weiß, es gibt auch viele Stimmen gegen die Flüchtlinge. Vielleicht sollte sich so mancher in ein Leben in Eritrea oder Syrien hineindenken. Würde er bleiben, oder die Gefahren einer Flucht auf sich nehmen?

Woher diese Leidenschaft für das Schreiben, Frau Geitner?

Leidenschaft ist das richtige Wort. Ich schreibe leidenschaftlich gerne. Als Kind überlange Aufsätze in der Schule, heute Geschichten. Beobachtungen von Menschen und Fauna, die im Kopf weiterlaufen und sich schließlich festsetzen.

Was arbeiten sie in ihrem „wirklichen Leben" ?

Ich bin ausgebildete Sozialversicherungsfachangestellte. Ein viel zu langes Wort.

Dürfen wir mehr über Ihre nächsten schreiberischen Projekte erfahren?

Mein nächstes Buch ist bereits fertig. Es wird demnächst erscheinen. Ein Roman über einen Mann, in dessen Träume sich ein entführtes Mädchen schleicht. Die Recherchen führen ihn in die Toskana und nach Afrika. Er lernt dabei seine unbekannte Familie kennen.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Geitner!

 

Zum Inhalt des Buches "Afrikanischer Mond":

Beim Spazierengehen mit ihrem Hund stolpert die Journalistin Iffi über eine Leiche. Als die Polizei kommt, ist der Tote spurlos verschwunden. Die Spur führt nach Slowenien, der Heimat der Brüder. Da verschwindet auch Mischa spurlos. Iffi reist trotz aller Warnungen selbst nach Slowenien. Sie erfährt, dass Schlepper Flüchtlinge über Griechenland, Italien und Slowenien nach Europa bringen. In Eritrea macht sich zur gleichen Zeit Mala mit ihrer Schwester und deren kleiner Tochter auf den Weg. Das Leben dort wird zu gefährlich für sie. Europa ist ihr ersehntes Ziel. Ihr Onkel stellt ihnen besorgt Bunta, den Sohn eines alten Freundes, zur Seite. Die kleine Gruppe schließt sich anderen Flüchtlingen an. Gefahr ist allgegenwärtig. Die Überfahrt wird zum reinen Horrortrip…

“Afrikanischer Mond” von Rita Maria Geitner ist ab sofort im tredition Verlag oder alternativ unter der ISBN 978-3-7323-0752-4 zu bestellen.
 

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