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Foto: IT`S LIVE! Advertising

Der Wilde Westen fängt in Kolbermoor an

18.08.2015

Was mit Erich Doll (Truck Stop) begann geht nun mit Ronny Nash weiter. Wir stellen vor: Ronny Nash - ein Vollblut-Countrymusiker und Dekorateur in Cowboystiefeln.

Über 30 Jahre war der in Kolbermoor geborene Erich Doll (Banjo, Mandoline, E-Gitarre) festes Bandmitglied bei der wohl bekanntesten Country Band Deutschlands – der Hamburger Formation Truck Stop. Er schrieb zahlreiche Songs, unter anderem „Der wilde, wilde Westen“, „Arizona, Arizona“, „Old Texas Town, die Westernstadt“, „Wenn es Nacht wird in Old Tucson“, für die „Cowboys von der Waterkant“ und feierte mit Truck Stop seine größten Erfolge (Goldene Stimmgabel, Super-Award der GACMF, Ehrenbürger von Arizona). Ende 2003 verließ er die Band.

Aber Kolbermoor hat mit Ronny Nash wieder einen waschechten Countrymusiker und dazu auch noch einen hervorragenden Gitarristen. Manche aus der Countryszene behaupten, er sei einer der besten Countrysänger der Nation.

Was 1999 für Ronny Nash noch als Hobby begann, nahm sehr rasch konkrete Formen an. Schon ab den ersten öffentlichen Auftritten erfreute sich die damals noch in den Kinderschuhen steckende Country Band stetig wachsender Beliebtheit. Mittlerweile gehören „Ronny Nash & his Whiteline Casanovas“ zum feinsten, was die deutsche Countryszene im englischsprachigen Bereich zu bieten hat. Offensichtlich verkörpert Ronny mit seiner Band genau das, was Countrymusic eben ausmacht.

Lehnt man sich zurück und schließt die Augen, wird einem das Gefühl vermittelt, man säße in einem Honky Tonk irgendwo in Downtown Nashville und genießt stilecht dargebotene „pure and handmade Country Music“! Unzählige Auftritte haben den Weg der Formation geprägt und ihr Zusammenspiel zu professionellem Entertainment werden lassen.

16 Years later: Mittlerweile ist daraus eine professionell Country-Band gewachsen, die gerade im Gala- und gehobenen Event Bereich sowohl durch ihr Erscheinungsbild als auch ihrer Performance stilvolle Akzente setzt. Spaß und gute Laune an der Musik sind permanent spürbar.

In seinem Programm finden sich unter anderem Stücke von Johny Cash, Waylon Jennings, Willie Nelson, Chris Kristofferson, Don Williams, Merle Haggard, Boxcar Willie, Roger Miller, George Jones, Buck Owens und John Denver und natürlich auch von Künstlern aus der „Modern Country Music“ wie Garth Brooks, Alan Jackson, Dwight Yoakam, Billy Ray Cyrus und von Gruppen wie den Bellamy Brothers, CCR, Eagles, Alabama und dem Sir Douglas Quintett. Mit diesem breiten Spektrum kommt also nicht nur traditionelle Country-Musik zum Vortrag, sondern auch moderner und richtig fetziger Country-Rock!

Ronny über seine Welt den „Planet Nash“

„Der heißt so, weil er mein Planet ist, und weil er meine Vision ist – mein Traum vom Leben als Country Musiker, oder noch besser: der von einem Frontman (Sänger & Gitarrist) mit eigener Band – einer Country Band! Nun, schließlich darf und soll jeder seinen Traum haben. Meiner hatte sich erst lange vor mir versteckt, bis ich endlich merkte „hey, that’s it!“. Gitarre spielen hab ich mit dreizehn Jahren angefangen, mit den damals typischen Lagerfeuer Songs.“, erzählt Ronny über sein Universum.

Wie bis du eigentlich zur Countrymusic gekommen?

„Die Bühnenwelt hat mich schon immer interessiert. Ich kam über eine Künstleragentur ins Backstage Geschäft – als Roadie. Später dann so richtig als Bühnentechniker, Beleuchter etc. Trotzdem Roadie – allerdings immer mit Gitarre im Gepäck!

Irgendwann 1994 traf ich einen sehr netten Menschen, der mir anbot, zwei Songs mit mir aufzunehmen, welche dann auf einem Country-Sampler erscheinen sollten. Er hatte ein modernes Tonstudio und besaß sein eigenes Label. Die Songs sollten nach Möglichkeit selbst geschrieben sein und am besten zu Deutsch!

Zufällig kannte ich Chris Waldinger – ein Pedal Steel Gitarrist der auch E-Gitarre spielen konnte und der auch schon etwas Banderfahrung hatte. Gemeinsam arrangierten wir meine Songs und gingen als dann ins Studio – „the first Taste is the deepest!“ Ab dem Zeitpunkt war ich irgendwie infiziert. So entstanden die beiden Titel „Bayou Betty“ und „Mama mach Dein Radio an“ und wurden tatsächlich auch veröffentlicht „Alles Country oder was? Vol. 2“ hieß besagte CD.

Groß rausgekommen ist dabei leider nichts, aber jetzt sollte ich einen Radio Sender suchen und finden und mit dem Label im Rücken wenig später eine eigene Country Sendung ins Leben berufen und diese auch selbst Moderieren – hat richtig Spaß gemacht – zudem fuhr ich nebenher auch noch Sattelzüge durch die Gegend, stilecht - what a cliche!

Bei einer Live Moderation auf einem 4th of July Fest lernte ich 1998 P.G. Rider und Pete Rifle kennen und somit bald die Münchener Countrymusiker Szene. Hier und da gab es schon die ein oder andere Live Session in diversen Clubs – immerhin auf echten Bühnen!

Im Herbst selben Jahres saßen dann auf einmal die richtigen Leute am richtigen Tisch zusammen im ehemaligen „Virginia Home“ Saloon und es wurde beschlossen, sich wöchentlich zu treffen um miteinander zu jamen. An diesem Abend wusste ich nicht, dass ich soeben meine erste Band gegründet hatte, welche im März 1999 zum ersten mal die Bretter betrat und seit nunmehr sechzehn Jahren Countrymusic lebt.“

Westerndeko für Countryfeste

Doch der Planet von Ronny Nash dreht sich nicht nur um die Countrymusic selbst. Ihn faszinieren der Ursprung der Countrymusic zur Zeit des Wilden Westens und die Lebensweise der damaligen Zeit. Mit seinem CountryCircus bietet er Wild West Konzepte und Deko-Verleih für Eventveranstalter. So liefert Ronny Nash die Kulissen und die Deko für eine komplette Westernstadt und die Countryshows gleich mit. Er staffierte bereits zum siebenten Mal das Countryfest in Poing „TheSpiritofNoNameCity“ aus.

Ronny Nash und seine Band spielen auch in Kössen in Tirol auf dem European Country Festival (4. bis 6. September). Mit dabei sind neben Tom Astor auch amerikanische Künstler wie Kim Carson und Johnny Falstaff – und (wie kann es fast nicht anders sein) Truck Stop. Da schließt sich wieder der Kreis oder man könnte auch sagen Ronny Nash schreibt die Countrygeschichte aus Kolbermoor weiter.

Das Interview führte Stefan Winsel.

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