Die Innstadt ist wieder im Weltmeisterschaftsfieber
Fotos: SBR/Schramm
Michl Müller - Verrückt nach Müller - Konzertbüro Augsburg

Die Innstadt ist wieder im Weltmeisterschaftsfieber

Langbahn Weltmeisterschaft: 2. Grand Prix in Mühldorf  – Für Motorsportfans ist der 3. Juli 2022 ein überaus wichtiges Datum: Nach drei Jahren erwacht die Sandbahn in Mühldorf wieder zu neuem Leben. Und aller guten Dinge sind drei: In diesem Jahr erfolgt am 3. Juli der 3. Versuch, diese WM-Finalrunde der Langbahnfahrer zu starten – und dieses Mal sollte es klappen!

Es wird wieder laut, es wird wieder etwas staubig und es wird ungemein spannend, wenn am Sonntag, 3. Juli, auf der Sandbahn am Inn der Saisonhöhepunkt der Motorrad- Bahnrennfahrer stattfindet. Im städtischen Rennbahnstadion treten die besten Piloten aus sieben Nationen mit ihren Spezialmotorrädern in 18 Läufen gegeneinander an, um beim 2. Grand Prix zur Langbahn-Weltmeisterschaft entscheidende Punkt für die WM-Wertung einzufahren.

18 Starts, 18 Sprintrennen über vier Runden mit Beschleunigungswerten ähnlich einem Formel-Rennwagen treiben den Adrenalinspiegel der Piloten und Fans in die Höhe. Bei jedem Rennlauf ist vorentscheidend, welcher Fahrer als erster aus den Startbändern kommt und sich vielleicht schon in der spektakulären Startkurve einen Vorteil verschaffen kann. Mit Vollgas und 130 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit wird Jagd auf die Spitzenplätze gemacht. Alles auf losem Sanduntergrund und mit Motorrädern, die keine Bremse haben! Der Wagemut und das fahrerische Können der Piloten entscheiden in dieser Situation über Sieg oder Niederlage. Aber natürlich muss auch das hochgezüchtete Maschinenmaterial den hohen Belastungen standhalten.

Circa 70 PS leisten die methanolgetriebenen Einzylinder-Viertakt-Motoren, und es erfordert absolute Maschinenbeherrschung, um als Fahrer die Gratwanderung der Vollgasrunden erfolgreich durchzustehen. Nervenkitzel und Gänsehautgefühl sind angesagt, wenn die Fahrer Rad an Rad in die Kurve biegen und um jeden Vorteil fighten! Zu bestaunen gibt es Motorsport in seiner reinsten Form. Faszinierend, was die Besten der Welt bieten!

Der WM-Modus
Die Weltmeisterschaft der Langbahnfahrer wird in einer Runde von sechs Finalläufen, vergleichbar mit den Grands Prix der anderen Motorsportarten, ausgetragen. Der Auftakt erfolgte am 18. Juni in Rzeszow (Polen). Nach dem 2. Finale in Mühldorf sind Scheessel (21.08.), Morizès (Frankreich), Vechta (10.09.) und Roden (NL) die weiteren Stationen. Bei jedem Grand Prix werden Punkte für die erreichten Platzierungen vergeben: Der Tagessieger erhält 21, der Zweite 19, der Dritte 17 usw. bis zu einem Punkt für den 15. Platz. Nach allen Finalrunden wird zusammengezählt, der punktbeste Fahrer über die gesamte Saison ist der neue Titelträger.

MSDS – Mühldorf sucht den Sandbahnstar
Noch in keinem Jahr war die Sandbahn-Weltmeisterschaft so offen wie in dieser Saison. Das Mühldorfer Publikum war in den letzten Jahren durch Siege der deutschen Fahrer sehr erfolgsverwöhnt. 2022 werden die Karten völlig neu gemischt. Die deutsche Mannschaft wurde zwar vor kurzem in einer äußerst knappen Entscheidung Team-Weltmeister, aber es hat sich gezeigt, dass mehrere junge Fahrer mächtig Druck auf die Arrivierten ausgeübt haben. Können sich diese „jungen Wilden“ auch in Mühldorf entsprechend in Szene setzen?

Das Starterfeld
Die nur 400 Meter lange Bahn in Polen kam beim Auftaktrennen den Kurzbahnspezialisten entgegen und der dänische Vizeweltmeister Kenneth Kruse Hansen konnte sich mit fünf Laufsiegen prächtig in Szene setzen. Auf Grund seiner Allroundtalente ist er mit diesem Erfolg in eine gewisse Favoritenrolle geschlüpft. Der aktuelle Titelträger kommt aus den Niederlanden. Romano Hummel, Jahrgang 1999, gelang im letzten Jahr der große Wurf.

Pandemie-bedingt konnte die WM in nur zwei Läufen ausgetragen werden und Hummel konnte sich dabei vor Martin Smolinski und Theo Pijper die Meisterschaft sichern. In den ersten Jahren seiner internationalen Karriere war er hauptsächlich auf Grasbahnen nur schwer zu schlagen, aber jetzt ist er zu einem absoluten Allrounder gereift und fühlt sich auch auf langen und schnellen Sandbahnen richtig wohl. Beim ersten Grand Prix erlebte er allerdings ein Desaster und sah nur in zwei Läufen die Ziellinie. Nach zwei Jahren Rennpause hat Mathieu Trèsarrieu, Weltmeister von 2017, mit spektakulären Tagessiegen mit maximaler Punkteausbeute in der noch jungen Saison deutliche Ausrufezeichen gesetzt und seine Titelambitionen klar aufgezeigt.

Wer in Mühldorf gewinnen möchte, muss auf alle Fälle den schnellen Franzosen hinter sich lassen. In der Tageswertung belegte er in Rzeszow den 4. Platz und hat damit eine gute Ausgangssituation für den erneuten Titelgewinn. Die deutschen Fans werden vor allem Lukas Fienhage die Daumen drücken. Ihm gelang im Jahr 2020 das Kunststück, sich mit gerade einmal 21 Jahren in die Reihe der Weltmeister einzuordnen und sich an die Spitze der Weltelite zu setzen. Der junge Fahrer aus Lohne in Niedersachsen war Mitglied der deutschen Goldmannschaft und entwickelt sich immer mehr zu einem Sandbahnspezialisten. Ihm ist auf alle Fälle in Mühldorf eine Spitzenplatzierung zuzutrauen und er hat den WM-Titel fest ins Visier genommen. In Polen reichte es für ihn nach einer Disqualifikation im 2. Lauf lediglich noch zu Platz 11. In Mühldorf steht für die Langbahn-Spezialisten erstmals in dieser WM-Saison eine echte 1000 Meter-Bahn auf dem Programm, wieder neue Voraussetzungen und Chancen, sich wertvolle Punkte zu ergattern und die bestehende WM-Wertung durcheinander zu wirbeln.

Aber auch die anderen Starter werden kräftig im Kampf um die Siegestrophäe mitmischen. Neben dem frisch gebackenen tschechischen Meister Martin Malek ist natürlich auch Theo Pijper (Niederlande) ein echter Sieganwärter. Er ist bereits seit 25 Jahren ständiger Teilnehmer am Langbahn Grand-Prix und noch immer einer der schnellsten. James Shanes und Zach Wajtknecht (GB) sind weitere junge Fahrer, die im Konzert der Großen mitspielen möchten, ebenso wie Jacob Bukhave (DK).

Das Rahmenprogramm
Seitenwagenrennen haben auf der Bahn in Mühldorf eine lange Tradition. Die internationale Gespannklasse ist wieder das berühmte „Salz in der Suppe“. Die besten deutschen Seitenwagen-Teams zeigen ihre spektakulären Fahrkünste und kämpfen um den „Preis der Stadt Mühldorf“. Blindes Verständnis und absolutes Vertrauen zwischen Fahrer und Beifahrer sind notwendig, um die „3-Räder“ in Höchstgeschwindigkeit durch die Kurven zu manövrieren. Angeführt wird das Fahrerfeld vom amtierenden deutschen Meister Markus Venus aus Pfarrkirchen. Er kämpft unter anderem gegen Markus Brandhofer, Imanuel Schramm und Raphael San Millan. Sie werden sich nichts schenken beim Kampf um den Pokal des Ersten Bürgermeisters und wieder für allerhand Furore auf der Bahn sorgen.

Der MSC Mühldorf im ADAC gibt auch dem Nachwuchs eine Chance sich bei diesem Großereignis zu präsentieren. Bereits am Vormittag des 3. Juli werden die Läufe der nationalen Soloklasse ausgetragen. Es ist angerichtet im Mühldorfer Rennbahnstadion für ein Motorsportspektakel der Extraklasse und nur wer live dabei war, war richtig dabei! Daumendrücken, Fahnen schwingen, in die Tröte blasen, für echte WM-Stimmung sorgen – die Fans müssen alles daran setzen, Ihre Fahrer beim WM-Kampf richtig nach vorne zu bringen!

Das Fahrerlager ist so gestaltet, dass die Besucher direkt das Geschehen in den Boxen vom Fahrerlager-Biergarten aus verfolgen können. Und in der Mittagszeit stehen die Rennfahrer bei einer Autogrammstunde für die Fans bereit. Direkt neben dem Stadion stehen ca. 1000 kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Mehr Informationen, auch zum Kartenvorverkauf, ist online abrufbar unter msc-muehldorf.de.     Josef Frohnwieser

Mehr zu Kultur in der Region finden Sie hier.

Beliebte Rubriken im blick.
Menschen im blick.
Berichte aus den Regionen
Gastro & Schmackhaftes
Regionale Angebote

Aktuelle Ausgaben

Rosenheim

Rosenheim

Wasserburg

Wasserburg

Inntal

Inntal

Mangfalltal

Mangfalltal

Inn-Salzach

Inn-Salzach

Freizeit spezial

Freizeit spezial

Mühldorfer Wochenblatt

Muehldorfer Wochenblatt