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Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Gefährlicher Beginn der Motorradsaison

21.03.2016

Viele wissen es nicht: Helm muss nach einem Unfall immer abgenommen werden.

Temperaturen im zweistelligen Bereich und jede Menge Sonne lockten  am Wochenende die ersten Motorradfahrer auf Bayerns Straßen - leider blieben auch die ersten schweren Unfälle nicht aus. Die Motorradstaffel der Johanniter aus dem südöstlichen Oberbayern gibt Auto- und Motorradfahrern daher Tipps für einen sicheren Saisonstart und will vor allem die Unsicherheit bei der Helmabnahme beseitigen: Darf der Helm nach einem Unfall abgenommen werden?
 
"Der Helm muss runter, sobald ein Motorradfahrer nach einem Sturz bewusstlos ist", erklärt Wolfgang Baumüller, Rettungsassistent und ehrenamtlicher Leiter der Johanniter-Motorradstaffel im Regionalverband München. "Nur so kann man als Ersthelfer die Atmung prüfen und einen bewusstlosen Motorradfahrer korrekt in die stabile Seitenlage bringen, um zu gewährleisten, dass der Verletzte nicht an Erbrochenem oder seinem eigenen Blut erstickt."

Und so geht es: Nachdem die Unfallstelle abgesichert wurde, greift ein Helfer in den geöffneten Helm, spreizt ihn seitlich und zieht ihn vorsichtig über Nase und Ohren vom Kopf ab. Ist eine weitere Person am Unfallort, sollte sie assistieren, indem sie Hals und Kopf waagerecht hält. Atmet der Verunglückte, sollte er in die stabile Seitenlage gebracht werden, auch wenn er an der Wirbelsäule verletzt sein könnte. Dann wird der Notruf 112 gewählt. Ist keine Atmung feststellbar, sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen.

Wer so handelt, rettet möglicherweise nicht nur Leben, sondern unternimmt auch alles, was das Gesetz von Zeugen eines Unfalls verlangt. Da jeder unverhofft in die Lage kommen kann, bei einem Unfall helfen zu müssen, empfehlen die Johanniter alle zwei Jahre die Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen.

Die nächsten Kurse findet man unter www.johanniter.de/wasserburg. Telefonische Auskunft gibt es unter 08071/95566.

Tipps für Motorrad und Autofahrer

"Für Motorradfahrer gibt es zum Beginn der Saison viele Gefahren. Der Winter hat in diesem Jahr wieder viele Straßenschäden hinterlassen. Dadurch und durch den kalten und weniger griffigen Asphalt herrscht erhöhte Sturzgefahr", erzählt Baumüller von seinen ersten Ausfahrten.

An die Autofahrer hat er zum Saisonstart eine Bitte: "Über die Hälfte aller Motorradunfälle werden von Autofahrern verursacht. Sie müssen sich nach den Wintermonaten erst wieder an die leicht übersehbaren Motorräder gewöhnen. Ein Schulterblick beim Spurwechsel kann vielen Motorradfahrern große Schmerzen ersparen. Für Motorrad-, wie Autofahrer gilt: Auf kurvigen Straßen unbedingt auf der eigenen Spur bleiben."

Um sich wieder an die rund 300 Kilogramm schweren Einsatzmotorräder zu gewöhnen, absolvieren alle Mitglieder der Johanniter-Motorradstaffel zum Saisonstart ein Sicherheitstraining - ein zeitlicher Aufwand von wenigen Stunden, den die Johanniter allen Motorradfahrern empfehlen.  


Die Tipps im Überblick

Für Motorradfahrer:
.    Gewissenhafte Funktionsprüfung des Motorrads zum Saisonstart.
.    Nie ohne komplette Schutzkleidung (auch für Sozius) auf die Straße.
.    Kühlen Asphalt und dadurch verminderte Griffigkeit bei Kurvenfahrten bedenken.
.    Auch auf bekannten Strecken besonders langsam in die Saison starten.
.    Besonders auf Fahrbahnverschmutzung und Straßenschäden achten.
.    Auf kurvigen Strecken in der eigenen Spur bleiben.
.    Erste-Hilfe-Kenntnisse durch einen Kurs auffrischen und üben.

Für Autofahrer
.    Schulterblick vor dem Spurwechsel.
.    Vor dem Abbiegen und beim Spurwechsel frühzeitig Blinken.
.    Lieber zweimal schauen: Motorräder sind schmal und werden oft übersehen.
.    Besonders vor dem Wenden, Ausscheren und Abbiegen auf überholende Motorräder achten.
.    Auf kurvigen Strecken in der eigenen Spur bleiben.
.    Erste-Hilfe-Kenntnisse durch einen Kurs auffrischen und üben.

Lesen Sie hier den Artikel: Deutsche sind keine vorbildlichen Autofahrer

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