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Foto: Pressedienst Fahrrad

So geht's mit dem Fahrrad durch die kalte Jahreszeit

05.12.2016

Zeitgenossen, die im Winter ihr Rad nicht in den Keller stellen und auf wärmere Temperaturen hoffen, sondern stattdessen sich und ihr Velo auf die kältere und dunklere Jahreszeit vorbereiten, gehören inzwischen zu einer wachsenden Zahl von Menschen, für die das Fahrrad – mit und ohne elektrische Unterstützung – längst zu einem vollwertigen Ganzjahres-Fahrzeug geworden ist Dank zahlreicher elektronischer Helfer ist der alte Drahtesel längst Geschichte und hat sich zu einem technisch anspruchsvollen Begleiter entwickelt. Allerdings verlangt die mitunter sensible Technik gerade vor Beginn der unangenehmeren Jahreszeit eine besondere Fürsorge.

Inzwischen bieten die Premium-Modelle längst Komfortelemente wie Navigationsgeräte, Lademöglichkeiten für Smartphones sowie elektronisch gesteuerte automatische Schaltungen, Lichtanlagen, Fahrradcomputer oder Federsysteme. Das kostet alles Strom und muss gewartet werden. Aber auch mechanische Einrichtungen wie hydraulische Scheibenbremsen verlangen jetzt eine besondere Aufmerksamkeit, damit sie zuverlässig funktionieren. Wer sich die Wartung nicht selbst zutraut, sollte den Fachhandel aufsuchen, um die Bremsen, Schalt- und Lichtanlage dort winterfest machen zu lassen.

Vor allem bei Pedelecs, die über eine elektrische Trittunterstützung verfügen, verlangen die Akkus etwas Aufmerksamkeit, denn für sie ist der Winter eine besonders herausfordernde Zeit. Je stärker die Außentemperatur sinkt, desto schneller verpufft wie bei E-Autos die Reichweite. Damit die Trittunterstützung auch bei längeren Pendlerwegen erhalten bleibt, empfiehlt sich eine Neoprenhülle (um 40 Euro im Fachhandel), um den frierenden Energiespender bei Laune halten. Außerdem sollte der Stromspender, wenn er nicht benötigt wird, bei Zimmertemperatur gelagert werden, und wer ganz auf Nummer sicher gehen will, legt sich einen (allerdings kostspieligen) Zweitakku zu.

Um Lichtausfälle wegen schlapper Stromspender zu vermeiden, empfiehlt sich bei Batterie-Lampen ein Wechsel auf eine standfeste LED-Beleuchtung, die für zusätzlichen Durchblick sorgt. Zusammen mit einem Nabendynamo lassen sich Schwächeanfälle von vornherein vermeiden, denn dann steht ständig ausreichend Helligkeit bereit, und, kombiniert mit einer entsprechenden Sensorsteuerung schaltet sich der Scheinwerfer wie von Geisterhand gesteuert ein. Die anderen im Winter nicht unbedingt benötigten elektronischen Begleiter werden am besten zwischengelagert, bis sie im Frühjahr wieder montiert werden.

Während Autofahrer zwischen Oktober und Ostern auf Winterreifen wechseln, können auch Radfahrer ihre Velos auf passende Gummis umrüsten. So tritt zum Beispiel der neue Marathon GT 365 von Schwalbe (39,95 Euro) als Allwetterreifen auf und bietet, so der Hersteller, dank des „robusten Allwetterprofils mit vielen Rillen“ gute Haftung bei schlechten Witterungsbedingungen. „Der Reifen“, so Produktmanager René Marks zum Pressedienst Fahrrad, „liefert auf Feldwegen oder im Park, bei Minusgraden oder bei Nässe eine zuverlässige Performance.“ Daneben bieten alle Hersteller entsprechende Reifen für den winterlichen Einsatz an.

Für besonders hartgesottene Fahrradfreunde, die sich auch nicht durch Eis und Schnee von einer Ausfahrt abhalten lassen, kommen die bei Automobilen verbotenen Spikereifen ins Spiel. „Die Spikes dienen wie eine Art Anker, der ein Ausbrechen des Rades verhindert“, erklärt Daniel Gareus von Cosmic Sport, Importeuer des Winterspezialisten 45North, der auch Spikereifen für die Fatbikes im Angebot hat. Je nach Größe verlangen die Hersteller zwischen 55 und 190 Euro je Reifen. Die Nagelreifen dürfen allerdings nicht bei den S-Pedelecs aufgezogen werden, weil der Gesetzgeber diese Räder als Kleinkrafträder eingestuft hat.

Wer auf die kostspielige Umrüstung verzichten will, kann auf einen alten Trick zurückgreifen. Das Absenken des Reifendrucks auf den Mindestdrucks, bringt auch auf winterlichen Straßen mehr Haftung. Der Mindestdruck kann auf der Reifenflanke abgelesen werden. Allerdings erhöht jede Absenkung auch die Gefahr einer Reifenpanne. ampnet/ww

Lesen Sie hier den Artikel: Pedelec-Tuner riskieren Führerschein

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