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Foto: Jonnypicture/Fotolia

Wo gehobelt wird… da gibt’s oft Streit!

04.01.2017

Tipps zum stressfreien Umgang mit Handwerkern

Ob es um Rechnungen, Reparaturen oder Reinlichkeit geht – häufig gibt es Streit zwischen Kunde und Handwerker. Wann darf was berechnet werden? Wer muss bei Unstimmigkeiten was beweisen? ROLAND-Partneranwalt Michael Reichwein aus der Limburger Kanzlei MHC Dr. Hilb & Collegen gibt Tipps, damit eine Reparatur nicht im Rechtsstreit endet.

Ein bisschen Schwund ist immer – Wenn mal was kaputt geht

Die neuen Möbel stehen, aber leider haben die Monteure beim Transport nicht aufgepasst und die Wände im Hausflur stark zerkratzt. Oder der Fußboden wurde vor dem Streichen nicht ordnungsgemäß abgeklebt und ist nun durch Farbflecke verunstaltet. Wer muss für den Schaden aufkommen? „Der Kunde muss nachweisen, dass die Handwerker den Schaden ver-ursacht haben“, klärt Michael Reichwein auf.

Er rät allen Betroffenen, den Schaden sofort mit Lichtbildern zu dokumentieren – gerade im Zeitalter von Smartphones eine schnelle Angele-genheit. „Am besten lässt man sich die Schäden dann direkt von den Handwerkern bestäti-gen. Bestreiten diese ihre Schuld, sollte man möglichst zeitnah einen Zeugen hinzuziehen“, erklärt der Rechtsexperte.

Muss das so? – Wenn die Qualität nicht stimmt
Die Wandfliesen hängen schief, die Silikonfugen sind unsauber verarbeitet oder die Heizung läuft trotz Entlüftung immer noch nicht richtig. Wenn man einen Fachhandwerker beauf-tragt, ist es besonders ärgerlich, wenn die Qualität der Dienstleistung nicht stimmt.

ROLAND-Partneranwalt Michael Reichwein weiß, was dann zu tun ist: „Der Kunde sollte den Mangel sofort rügen – am besten schriftlich mit angemessener Fristsetzung –, und zwar spä-testens, wenn der Handwerker das Werk fertiggestellt hat. Solange erhebliche Mängel vor-liegen, sollte der Kunde die Abnahme verweigern. In diesem Fall kann der Kunde auch den Lohn vorerst einbehalten.“

Kannst du mal eben …? – Wenn der Handwerker schwarzarbeitet
Der befreundete Installateur kann doch nach Feierabend die Badsanierung übernehmen oder der benachbarte Maler am Wochenende die Wohnung streichen – oder etwa nicht? Auch wenn Schwarzarbeit eine vermeintliche Win-Win-Situation ist, warnt der Anwalt vor mögli-chen Konsequenzen: „Wer einen Handwerker schwarz beauftragt, hat in den meisten Fällen keine Ansprüche aus dem Vertrag, die gerichtlich durchsetzbar sind. Denn der Vertrag ist, weil er gegen das Gesetz verstößt, nichtig“, erklärt Anwalt Reichwein. Das heißt für den Auf-traggeber, dass er im Falle von Mängeln keinen Anspruch darauf hat, dass diese beseitigt werden.

Und der Handwerker hat bei Schwarzarbeit keinen rechtlichen Anspruch auf Lohn. Doch auch wenn alle Beteiligten mit der Arbeit zufrieden sind, kann die scheinbare Ersparnis beiden Parteien noch teuer zu stehen kommen: „Sowohl der Auftraggeber als auch der Handwerker kann außerdem mit einem Bußgeld belegt werden“, erklärt der ROLAND-Partneranwalt.

Time is money – Wenn Handwerker oder Kunden zu spät kommen
Wer kennt das nicht: Ein kaputtes Gerät soll repariert werden und die Handwerker kündigen sich für den Vormittag zwischen 9 und 13 Uhr an. Es hilft alles nichts: Wer keine Gleitzeit hat oder wessen Arbeitsstelle zu weit entfernt ist, muss sich in solchen Fällen einen Tag Urlaub nehmen. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn der Handwerker zum vereinbarten Termin nicht erscheint. Doch hat der versetzte Kunde jetzt einen Anspruch auf Schadenersatz, weil er seine Zeit mit unnützem Warten verschwendet hat? Rechtsanwalt Michael Reichwein klärt auf: „Einen Anspruch auf Schadenersatz habe ich als Kunde nur, wenn ich einen Verdienst-ausfall habe.

Das ist zum Beispiel bei einem Selbständigen der Fall, der in der vertanen Zeit keine Einnahmen erzielen kann. Allein für vertane Freizeit habe ich keinen Anspruch gegen den Handwerker.“ Und wie verhält es sich im umgekehrten Fall, wenn der Handwerker pünktlich eintrifft, aber vor verschlossenen Türen steht? „Auch wenn der Handwerker unver-richteter Dinge fährt, kann er in diesem Fall die Anfahrtskosten in Rechnung stellen“, erklärt der Jurist.


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