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Aus für Trasse B15 neu!

29.01.2014

Die vieldiskutierte und schwer umstrittene Trasse für die „B 15 neu“, die westlich der bisherigen Bundesstraße von Nord nach Süd quer durch den Landkreis Rosenheim verlaufen sollte, ist nun offensichtlich endgültig vom Tisch. Das bestätigte der Landrat Josef Neiderhell zur großen Erleichterung zahlreicher  Bürger zwischen Rechtmehring und Bad Aibling, welche von dem Bau der geplanten Trasse betroffen wären.

Laut Planung sollte die neue Trasse vierspurig von Regensburg über Landshut nach Rosenheim führen und zwischen Bad Aibling und dem Inntaldreieck in die A8 einmünden. Die B15 neu sollte im Norden des Landkreises von der bisherigen Route abzweigen und über Rechtmehring, Pfaffing, Tuntenhausen und Bad Aibling laufen. Aufgrund der zu erwartenden hohen Kosten und weil die die bestehende Trasse in den letzten Jahren bis hin zum Bau der Rosenheimer Westtangente und der geplanten Ortsumfahrung Lengdorf bei Rott ausgebaut wurde, sah man fürs erste keinen dringenden Bedarf.

Die von dem Bau betroffenen Bürger blieben jedoch weiterhin  in „Hab-Acht-Stellung“. Nicht zu Unrecht, wie sich im vergangenen Sommer herausstellte. Im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans für 2015 meldete die Staatsregierung die B15 neu wieder an. Begründet wurde dies mit den Verkehrsproblemen im Bereich Regensburg-Landshut.

Mit dem Engagement zahlreicher Bürgerinitiativen und die massive Forderung in diversen Gemeinderatsbeschlüssen, die B15 neu aus dem Bundesverkehrswegeplan herauszunehmen, hatte die Staatsregierung dabei nicht gerechnet. Im Juli hatte nun auch der Kreistag mit großer Mehrheit einen Beschluss gefasst, mit dem die Bundesregierung aufgefordert wurde, den Projektabschnitt Rosenheim zu streichen.

Die Staatsregierung zeigte Einsehen und ließ den Abschnitt im Raum Rosenheim für die kommenden 15 Jahre im "weiteren Bedarfsplan" verschwinden und als Projekt einordnen, für welches auch auf lange Sicht kein Geld zur Verfügung steht. Mit dieser Einordnung darf in Zukunft nicht einmal geplant werden. Die geplante Streckenführung wird nicht für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet und der Verkehr soll stattdessen über die bestehende B15 geführt werden.

Der drohende Neubau der B 15 mobilisierte stärker denn je die Bevölkerung im Landkreis. Die Gemeinschaft der "B15 neu-Gegner" zeigte sich mit Bürgerinitiativen und dem Bund Naturschutz stark vernetzt. Engagiert kämpfte auch die  Wasserburgerin Jana Scherer gegen das Bauvorhaben. Ihre Eltern wären vom Bau einer Trasse unmittelbar betroffen gewesen, da ihr Eigenheim bei Kolbermoor direkt im Baugelände lag. „Ich freu mich so für meine Eltern!! Da sieht man mal wieder, dass man gemeinsam doch was erreichen kann! An dieser Stelle noch mal ein dickes Dankeschön an alle, die mitgeholfen haben dass die Petition ein Erfolg geworden ist!“

Neben der Erleichterung, vor allem seitens der betroffenen Bürger, melden sich aber auch kritische Stimmen. "Zunächst wäre es ja erfreulich, wenn die Trasse durchs Atteltal vom Tisch wäre. Aber ich glaube, dass zu früh wäre, um sich zurückzulehnen. Es ist ja noch nicht klar, was genau der nun bevorzugte "Ausbau überwiegend auf der bestehenden Trasse" bedeutet. Hier sollten so bald wie möglich klare Fakten auf den Tisch.

Einen autobahnähnlichen Ausbau, egal auf welcher Trasse lehnen die Wasserburger Grünen ab. Und auch sonst alles, was weiteren Mautausweichverkehr auf die bestehende B 15 zieht - also auch die angepeilte Fertigstellung des Teilstückes bis Heldenstein“, so Steffi König von den Wasserburger Grünen. Stattdessen sollte man, so König, Maßnahmen überlegen, um den Mautausweichverkehr zu vermindern. „Etwa eine Lkw-Maut auch auf der B 15, was rein rechtlich möglich wäre."

Für Landrat Josef Neiderhell gibt es auch in Zukunft definitiv keinen Bedarf zum Bau einer neuen Trasse. "Wenn die Westumfahrung in fünf, sechs Jahren abgeschlossen und die Umfahrung bei Lengdorf gebaut ist, haben wir mit der jetzigen B 15 eine sehr moderne und vor allem dorffreie Bundesstraße." Die B 15 könne dann, so Neiderhell, ohne Probleme 12 000 bis 14 000 Fahrzeuge am Tag bewältigen.

Nina Bufalino

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