Dr. phil. Florian Huber ist nicht nur Gründer des Ego-State-Coaching Instituts Chiemsee, sondern auch Philosoph, Therapeut, Dozent und Schriftsteller. Seit über 20 Jahren begleitet er Menschen in seiner Heilpraktiker- und Psychotherapiepraxis in Bad Endorf und bildet auch Therapeuten aus. Sein Weg vereint wissenschaftliche Fundierung, langjährige Erfahrung und viel Menschlichkeit.
Im Gespräch mit Marion Kellner geht es nicht nur um die Ego-State-Therapie und ihre Ausbildung, sondern auch darum, den Menschen hinter der Arbeit kennenzulernen.
Wie kamen Sie auf die Arbeit mit Ego-States?
Mein Weg in die Ego-State-Arbeit hat sich im Grunde organisch entwickelt. Ich habe Philosophie, Psychologie und Pädagogik studiert und arbeite seit über 20 Jahren als Heilpraktiker für Psychotherapie in meiner Praxis in Bad Endorf. Ebenso lange arbeite ich an der Ausbildung angehender Heilpraktiker, die bei mir einen zertifizierten Abschluss erlangen. Während dieser Zeit habe ich mich kontinuierlich psychotherapeutisch weitergebildet und unterschiedliche Ansätze vertieft. Ein entscheidender Schritt war 2020 die internationale Assistenz bei PhD Woltemade Hartman, einem der führenden Experten in der Ego-State-Therapie. Diese Arbeit hat mich sehr geprägt, weil sie innere Anteile auf eine besondere, respektvolle und gleichzeitig wirksame Weise einbezieht.
2023 habe ich schließlich das Ego-State-Coaching Institut gegründet als Ort, an dem ich mein Wissen bündeln und weitergeben kann. Für mich ist die Ego-State-Arbeit eine logische Weiterentwicklung meiner beruflichen Reise: Sie verbindet Tiefgang, Körperarbeit und ein sehr menschliches Verständnis von inneren Prozessen.
Und worum geht es dabei genau?
Bei der Ego-State-Arbeit geht es darum, die verschiedenen inneren Persönlichkeitsanteile eines Menschen – also die „Ego-States“ oder Seiten einer Person – bewusst wahrzunehmen, zu verstehen und miteinander in Kontakt zu bringen. Jeder Mensch trägt solche Anteile in sich. Oft arbeiten sie gut zusammen, manchmal geraten sie in Konflikt oder blockieren sich gegenseitig. Manche Menschen bleiben dadurch in einer Art Strudel aus wiederkehrenden Verhaltensmustern gefangen. Die Ego-State-Therapie hilft, diesen Kreislauf zu erkennen, sich daraus zu lösen und festgefahrene innere Dynamiken zu verändern.
Sie bilden auch zum Ego-State-Coach aus. Für wen ist die Ausbildung geeignet?
Die Ausbildung richtet sich an alle, die aus einem medizinischen, therapeutischen oder sozialen Bereich kommen – also Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeiter, oder auch z. B. Pflegekräfte, Physiotherapeuten oder Erzieherinnen.
Bei welchen Themen erleben Sie, dass Ego-State-Arbeit besonders gut wirkt?
Die Ego-State-Therapie zeigt besonders gute Wirkung bei Menschen, die immer wieder in bestimmten Verhaltensmustern oder inneren Konflikten hängen. Das können Ängste, Selbstzweifel, Belastungen durch traumatische Erfahrungen oder Schwierigkeiten im Umgang mit Stress und Emotionen sein. Grundsätzlich eignet sich die Arbeit für alle, die ihre inneren Anteile besser verstehen, Konflikte zwischen diesen Anteilen lösen und dadurch mehr Stabilität, Selbstbestimmung und Klarheit gewinnen möchten.
In Ihrer Praxis arbeiten Sie mit einem körperpsychotherapeutischen Ansatz. Was kann man sich darunter vorstellen?
Bei einem körperpsychotherapeutischen Ansatz geht es darum, die Verbindung zwischen Körper und Psyche bewusst zu nutzen. Viele innere Erfahrungen, Stress oder unverarbeitete Erlebnisse sind nicht nur mental gespeichert, sondern auch körperlich spürbar – etwa als Anspannung, Blockade oder Verspannung. In der Therapie arbeite ich daher gezielt mit Atem, Haltung, Bewegung und Körperwahrnehmung.
Welche Werte möchten Sie Menschen mitgeben, die zu Ihnen in Therapie oder Coaching kommen?
Mir ist es wichtig, Menschen in ihrer Einzigartigkeit zu sehen und einen Raum zu schaffen, in dem sie sich selbst akzeptieren können. Werte wie Selbstfreundschaft, Respekt vor den eigenen Gefühlen und Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst stehen für mich im Vordergrund.
Außerdem möchte ich jedem ermöglichen, auch in akuten Problemsituationen schnelle Hilfe zu bekommen. Oft dauert es lange, bis man einen Therapieplatz findet. Bei mir können Menschen auch kurzfristig und für wenige Sitzungen Unterstützung erhalten.
Ein besonderes Augenmerk gilt unseren Kindern, sie sind unsere Zukunft. Eltern können bei mir Rat suchen, um ihren Kindern Zuversicht und Stabilität zu vermitteln. Neu ist dafür das „Nerventraining für den Familienalltag“. Interessenten können sich einfach über meine Website anmelden. Mir ist wichtig, dieses Angebot auf Spendenbasis zu starten, damit gerade jene Familien profitieren können, die Unterstützung am dringendsten brauchen.
Sie sind nicht nur Therapeut, sondern auch Autor.
Das Schreiben ermöglicht mir, die therapeutische Arbeit auf eine besondere Weise weiterzugeben. Meine Bücher erklären die Ansätze der Therapie und sind teilweise selbst als eine Achtsamkeitsübung zu verstehen, damit Menschen sich selbst besser kennenlernen und innere Prozesse nachvollziehen können. So kann ich Ansätze neu beleuchten und Inhalte auch über die Sitzungen hinaus erlebbar machen.
Wo finden Sie Ruhe?
Den Ort der Ruhe findet man immer in sich selbst – und genau das ist auch das Ziel meiner therapeutischen Arbeit für andere. Ich kann diesen inneren Rückzugsraum jederzeit im Alltag abrufen, um zur Ruhe zu kommen. Für mich gibt es keine strikte Trennung zwischen Arbeit und Freizeit: Mein Beruf ist tatsächlich auch meine Berufung, und ich habe große Freude und echtes Interesse daran. So wird Arbeit zu etwas, das mir Energie gibt, statt sie zu nehmen.
Vielen Dank, Herr Huber, für die Einblicke in Ihre Arbeit. Wir freuen uns auf weitere Impulse aus Ihrer Praxis und Ihren Büchern.
Marion Kellner
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