CD-Tipp: Lucy van Kuhl – Dazwischen
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CD-Tipp: Lucy van Kuhl – Dazwischen

In Lucy van Kuhls Debüt-Album “Dazwischen” bewegt sie sich zwischen Klavier-Kabarett und Chanson. Auf ihre ironisch-nachdenkliche Art besingt sie den Alltag, die Liebe und die Fantasie. In ihren sensiblen Chansons und knackig-pointierten Kabarett-Liedern bringt sie’s auf den Punkt – und das Ein oder Andere steht natürlich auch zwischen den Zeilen.

Wir befinden uns immer wieder in “Dazwischen”-Situationen. Beispielsweise leben wir in einer Gesellschaft, in der ständig etwas dazwischen geschaltet wird. Man kann sich kaum noch mit Menschen unterhalten, ohne dass sie zwischendurch auf ihr Handy starren, Parallelkommunikationen führen und dadurch eigentlich gar nicht mehr als Gesprächspartner vorhanden sind.

Für alle Informationen schauen wir auf Bildschirme, sei es Google, Wikipedia oder Twitter. Das Buch stirbt langsam aber sicher aus. Lucy van Kuhl lässt zu diesem Thema in einem Perspektivwechsel die Betroffenen Gegenstände sprechen: ein Lesezeichen, das im Altpapier liegt, weil Bücher durch Ebooks abgelöst werden (“Das Lesezeichen”) und ein Smartphone, das sich über die Niveaulosigkeit seiner Besitzerin mokiert (“Lieber Handy-Gott!”)

Neben diesem aktuellen Thema widmet sie sich der Zwischenwelt des Traums, in dem vier Menschen ihre Wünsche verwirklichen (“Tanz”), der verblassenden Liebe, in der ein Sterne-Restaurant als Ersatzbefriedigung dient (“Küsse ohne Kaviar”), der Suche nach Haltepunkten beim Unterwegssein (“Fernsehturm”, “Mit dir komm ich bei mir an”), der Entscheidungsfindung auf dem Lebensweg (“Viele Wege führen nach Rom”) und im täglichen Leben (“Zu viel Auswahl”). Dem Augenblick des Abschieds vom Sommer, den wir oft allzu gerne festhalten möchten, um nicht in den Alltag zurück zu müssen, beschreibt Lucy van Kuhl im Lied “Letzter Sommertag”.

In den gegensätzlichen Liedern “Der schönste Tag im Jahr” und “Grautag” bewegt sie sich zwischen den Stimmungen. Zum einen besingt sie den Tag, der niemals enden sollte und zum andern den, der besser gar nicht begonnen hätte. “Die Erinnerung” ermutigt dazu, den Moment, in dem wir gerade leben, so zu begreifen, dass er uns in positiver Erinnerung bleibt.

Lucy van Kuhls Lieder sind präzise Beobachtungen unserer Gesellschaft, teilweise aus nostalgischer Perspektive, teilweise aus liebevoll-verspottender, nie ohne ein gewisses Maß an Ironie und Augenzwinkern. Ihre Lieder regen tröstend zum Nachdenken an.

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