Buch-Tipp: Die Spur der Hasen

Buch-Tipp: Die Spur der Hasen

Die Spur der Hasen

Mit „Die Spur der Hasen“ legt der Schweizer Autor Christoph Geiser seinen neuen Roman vor, der sich eindringlich mit den Fragmenten familiärer Erinnerung, verdrängter Geschichte und der Suche nach Herkunft auseinandersetzt. Das Werk erscheint als Band 13 der Werkausgabe und bildet zugleich deren Abschluss.
Im Zentrum des Romans steht die Auseinandersetzung mit einer russisch-jüdischen Familiengeschichte, die sich nur noch in Bruchstücken und Schatten erschließen lässt. Ausgangspunkt sind Erinnerungen an eine Großmutter, deren Herkunft aus Russland ebenso präsent wie rätselhaft bleibt, deren psychische Erkrankung früh im Leben des Erzählers als Teil eines familiären, aber auch gesellschaftlichen Stigmas erscheint. Die Frage nach Identität – zwischen Zuschreibungen, Verlust und sprachlicher Markierung – zieht sich leitmotivisch durch den Text.
Der Erzähler rekonstruiert eine zerstörte Familienchronik, die sich zunehmend als Teil größerer historischer Gewaltverhältnisse erweist. In Archivfunden und verstreuten Dokumenten treten Spuren einer Vergangenheit hervor, die von der Zerstörung des osteuropäischen Judentums, von Vertreibung, Krankheit und der Logik der Vernichtung geprägt ist. Persönliche Erinnerung und kollektive Geschichte überlagern sich dabei unauflöslich.

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