Elke Hüller-Kern: Eine Frau und ihre aufregende Zeitreise auf starken Sohlen – Werbung –
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Elke Hüller-Kern: Eine Frau und ihre aufregende Zeitreise auf starken Sohlen – Werbung –

Die spannende Lebensgeschichte der Unternehmerin, Ehefrau und Mutter Elke Hüller-Kern beweist einmal mehr, dass man für eine Ehe vielleicht seine ursprünglichen Pläne über Bord wirft, aber dennoch – und zwar sowohl privat als auch beruflich- seine Verwirklichung erleben kann.

Nina Bufalino im Gespräch mit Elke Hüller-Kern.

Wo haben Sie Ihre Kindheit verbracht, Frau Hüller-Kern?

In einem kleinen Dorf bei Butzbach in Hessen, sehr ländlich geprägt, aber nicht weit von Frankfurt, sodass ich auch früh ein bisschen Stadtluft schnuppern konnte.

Erinnern Sie sich noch daran, welchen Stellenwert als kleines Mädchen das Thema Kleidung für Sie und in Ihrer Familie hatte?

Gute Kleidung war wichtig, Qualität spielte auch eine Rolle und auch um ein bisschen Geld zu sparen, hat die Großtante als Schneiderin immer wieder besondere Teile genäht, Röcke, Kleider, Blusen… den Stoff dafür durfte ich selbst aussuchen

Die passenden Schuhe zum Kleid, wo haben Sie die bekommen?

Im elterlichen Schuhgeschäft meines zukünftigen Mannes. Was ich damals natürlich nicht ahnte. Dort kauften wir schon die Kinderschuhe und später als junge Frau wurde ich dort von meinem jetzigen Ehemann beraten.

Wann haben Sie Peter Kern, außerhalb des Geschäfts seiner Eltern, denn besser kennengelernt?

Als Leistungssportler im Heimatverein beim gemeinsamen Leichtathletiktraining sind wir jahrelang, sozusagen, nebeneinander hergelaufen. Dann waren wir in der gemeinsamen Clique, verbrachten Freizeit und Training miteinander …und es hat „zoom“ gemacht.

Was für eine romantische und richtungsweisende Geschichte! Wie gestaltete sich der gemeinsame Weg weiter?

Die Begegnung hat meinen Lebensweg entscheidend geprägt. Peter wurde, sozusagen, „im Schuhkarton geboren“ und engagierte sich von klein auf im elterlichen Geschäft. Er blieb auf der Zielgeraden, absolvierte eine Ausbildung bei Karstadt und sammelte Erfahrungen deutschlandweit. Es folgte sein BWL-Studium und die Position als Berater bei der Schuheinkaufsgenossenschaft ANWR Group. Dann ging es für ihn, und für uns, nach Kleve am Niederrhein zu dem Schuhunternehmen Elefanten.

In dieser Zeit wurde aus Ihnen auch ein Hochzeitspaar. Wann war das?

Da waren wir schon in Kleve; Peter hatte dort die Stelle bei Elefanten bzw. der Zweitmarke Jela als Produktmanager angeboten bekommen und mich gefragt, ob ich ihn dorthin begleiten würde. Dort haben wir geheiratet und auch unsere beiden Kinder kamen dort zur Welt

Was hatten Sie beruflich gesehen für Plane und Interessen?

Ich hatte ein Diplomstudium der Anglistik mit den Nebenfächern Hispanistik und Agrarökonomie absolviert und wollte im Bereich Sprachen oder im journalistischen Bereich tätig werden. Wie so oft kam es anders als man denkt.

Wurden Sie im Nordrhein-Westfälischen Kleve sesshaft?

Unsere Reise sollte weiter gehen, denn die Firma meines Mannes wurde verkauft und sein Bereich von der österreichischen Firma Richter weitergeführt. Ein Weitermachen in Österreich war für uns keine Option. Das war 1998 und er nutzte diesen Moment mit der Übernahme von 10 Schuhgeschäftsfilialen im oberschwäbischen Laupheim als Schritt in die Selbständigkeit.

Damals waren die Kinder 3 und 5 Jahre alt – wie empfanden Sie als Mutter diesen erneuten Umzug?

Ich sage mal…anspruchsvoll, denn den Umzug habe ich komplett im Alleingang organisiert, mein Mann musste ja schon in Laupheim die ganze Übernahme vorbereiten und alles für den Start am 1. August 1998 vorbereiten. Die Kinder haben das erst wirklich realisiert, als sie im neuen Haus ihre Zimmer beziehen durften und waren happy. Schwierig war eher die Sprachbarriere. Wir wurden mit schwäbischem Dialekt begrüßt und haben erstmal nichts verstanden. Die Nachbarskinder haben damals gefragt, ob meine Kinder Englisch sprechen würden, so fremd kam ihnen das vor.

Und waren Sie und Ihr Mann glücklich mit der neuen Herausforderung?

Zunächst war alles neu, wir waren plötzlich mit 10 Filialen selbständig und mussten uns viel erarbeiten und die Firmenstruktur aufbauen. Die Mitarbeiter/-innen in den Filialen haben wir übernommen, aber es hat doch noch viel gefehlt. Auch wenn ich zunächst andere Pläne hatte, blieb erstmal nichts anderes übrig, als meinem Mann unter die Arme zu greifen. Ich wurde gebraucht und bin in meine Aufgabe hineingewachsen. Zum Glück ging meine Mutter zu diesem Zeitpunkt in Rente und konnte uns in der Buchhaltung unterstützen. Sie kam jeden Monat für eine Woche aus Butzbach. Das war auch für Sie wertvoll, denn sie blieb gefordert und konnte ihre Enkelkinder regelmäßig sehen. Mein Vater brachte sein handwerkliches Geschick für kleinere Reparaturen in den Filialen ein. Ein echter Familienbetrieb!

Wurden Sie in der Zeit auch zum persönlichen Berater für Ihren Mann?

Sicher. Denn das Unternehmen bestimmte ja vom ersten Tag an unser Leben und wir haben alle anstehenden Entscheidungen gemeinsam besprochen.

Wie konnten Sie sich im Unternehmen verwirklichen?

Meine Aufgabe war zunächst auf Sekretariat, Verwaltung und in Teilen Rechnungswesen und Buchhaltung beschränkt, da ja die Kinder noch klein waren und ich meist nur halbtags arbeiten konnte. Der Bereich Marketing/Werbung entwickelte sich dann zu dem Bereich, der mir am meisten Spaß machte. Jetzt kümmere ich mich noch verantwortlich und mit viel Freude um den Einkauf Textil.

Wie entwickelte sich das Unternehmen weiter und was war bis dato die wohl einschneidendste Transformationen?

Recht schnell kamen weitere Filialen hinzu und das Wachstum war wichtig, um weiter am Markt bestehen zu können, effizient und rentabel zu arbeiten und die Preise halten zu können. Die Änderung des Konzeptes von Quick Schuh zu KERN SCHUHE und KERN Schuhe/Mode/Lifestyle war sicherlich die bedeutendste Veränderung. Das forderte viel Energie und Einsatz

Am Wasserburger Standort haben Sie eine riesige Ladenfläche übernommen. Was reizte Sie an der Stadt am Inn und wie entwickelten Sie ein Konzept für eine solch riesige Räumlichkeit?

Die schöne Stadt am Inn war für uns gerade so die Entfernung, die wir von Laupheim aus noch problemlos meistern konnten und uns reizte die große Fläche der ehemaligen Lidl Räumlichkeiten. Wir standen 2009 vor der Herausforderung, diese Fläche zu bespielen und waren sicher, dass sie nur für Schuhe einfach zu groß war. Daher reifte der Gedanke, die Kombination mit Textil zu versuchen. Inzwischen haben wir das gesamte Konzept des Ladens neu entwickelt und den Umbau während des Lockdowns realisiert. Mit der Unterstützung unseres Vermieters Max Singer wurde auch die Eingangssituation im Hinblick auf mehr Licht und Transparenz erweitert.

Das war sicherlich ein enormer Kraftaufwand für das Unternehmen und bestimmt auch für Sie als Ehepaar. Blickt man da manchmal zusammen auf die Anfänge zurück und ist auch ein bisschen stolz aufeinander?

Auf jeden Fall. Wir kennen unsere Stärken und ergänzen uns perfekt…und sind natürlich auch stolz auf das bisher Erreichte.

Was schätzen Sie an Ihrem Mann am meisten und wie würden Sie sich selbst beschreiben – privat und beruflich?

Mein Mann ist ein sehr gradliniger Geschäftsmann mit einem traditionellen Werteverständnis, er ist ehrlich und zuverlässig und auf sein Wort kann man sich verlassen. Ehrgeiz, Verantwortung und vorausschauendes Denken zeichnen ihn genauso aus wie seinen Willen. Ich bin privat eher die, die für das Social Life zuständig ist. Beruflich versuche ich für Harmonie und Ausgeglichenheit zu sorgen. Bei den vielen Frauen im Unternehmen war und bin ich auch gerne die Ansprechpartnerin für Probleme und habe ein offenes Ohr für alle.

Mehr Information finden Sie auch hier: https://kernschuhe.de/

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