Herbert Pixner Projekt meets Berliner Symphoniker
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Herbert Pixner Projekt meets Berliner Symphoniker

Eine „unschubladisierbare“ Mischung! Herbert Pixner im Interview

Herbert, ich kenn eure Musik sehr gut und liebe das, was ihr macht. Ihr mischt südamerikanische Klänge wie Tango mit Jazz und Gipsy-Sound, Rock oder Flamenco, Folk und alpiner Volksmusik. Raus kommt – ja was eigentlich? Erkläre doch mal Pixner-Musik in einem Satz.
Puh, das ist echt eine schwierige Frage, da muss ich überlegen. Ich würde sagen, es ist Weltmusik. Oder vielleicht progressive Volksmusik. Ha, noch besser: Glamfolk.

Schönes Wort! Und wer hört diesen Glamfolk? Liest man eure Konzertkritiken, sind die gespickt mit Begrifflichkeiten wie „Standing Ovations“, „ausflippendes Publikum“, „größte Begeisterung“ und oft „komplett ausverkauft“. Wer sind die Fans des Herbert Pixner Projekts?
Hm, das ist so auch nicht zu kategorisieren. Wir haben wirklich Menschen aller Couleur im Publikum. Jung und Alt, viele Musiker oder einfach Musikliebhaber, Rastas, Punks, Hipster – unser Publikum geht durch alle Alters- und Gesellschaftsschichten, unser Publikum ist wirklich queerbeet und bunt. Und das ist schön!

Das Herbert Pixner Projekt plus Berliner Symphoniker ist ja nicht gerade alltäglich. Wer hatte die Idee, mit den Symphonikern auf Tour zu gehen – wer hat denn da wen gefragt?
Die Idee ist schon älter und eigentlich waren es die Münchner Symphoniker, die das gerne mit uns machen wollten. Geplant war, die Idee im Herbst 2019 zu realisieren, letztendlich scheiterte die Umsetzung dann an möglichen gemeinsamen Terminen. Dann machten die Münchner einen Kontakt zu den Berliner Symphonikern – und die hatten Zeit und große Lust drauf, genau wie wir.

Was war oder ist musikalische Inspiration für dich, was hat dazu geführt, dass du Musik so machst, wie du sie machst?
Meine Inspiration ist alles, queerbeet, durch alle Genres. Soul und Swing, Jazz, die alten Meister wie Benny Goodman zum Beispiel, alte Jazzer, Menschen mit großer Musikalität. So hat sich das ergeben und dann habe ich mit Manuel Randi auch einen Gitarristen an meiner Seite, der einfach alles großartig beherrscht, Gipsy, Jazz, Rock – es gibt keinen Stil, den er nicht kann.
Als ich vor über 25 Jahren in meinem Freundeskreis mit einer Platte von Hubert von Goisern um die Ecke kam, erntete ich müdes Lächeln und ein bisschen Unverständnis für meine musikalische Wahl.

Heute erlebt die neue alpenländische Volksmusik – man denke da an „LaBrassBanda“, „Dicht und Ergreifend“ oder „Pam Pam Ida“ – einen regelrechten Hype, genau wie ihr. Woran liegt das?
Ich glaube, es liegt daran, dass das richtige, einzigartige Musikantenpersönlichkeiten sind, die authentisch und echt rüberkommen. Back to tradition quasi, die Leute suchen nach ihren Wurzeln und finden diese auch in der Musik. Es ist ein Zeitgeist und den sprechen die Musiker an, es ist eine richtige Welle, die gerade hochspült. Schön.

Welche Musik gab es im Elternhaus Pixner?
Volkstümliches, Blasmusik. Das war sehr prägend für mich.

Wie viele Instrumente spielst Du?
Na ja, ein halbes Dutzend… Blasinstrumente, Klarinette, Trompete und noch ein paar andere, und die Diatonische Harmonika. Aber alle nicht so perfekt. Ich kann noch lernen.

Sehr witzig! Auf der Bühne beherrschst Du sie meisterlich. Gibt es eines, das du gerne noch lernen würdest.
Ja, Klavier, Klavier würde ich gerne spielen können. Hatte bis heute nicht die Gelegenheit.

Meine erste Platte war von Bob Marley. Deine?
Ha, wart, ich muss überlegen. Das war glaub’ ich AC/DC, Back in Black.

Bist Du Platten- oder MP3-Mensch?
Platten! Ich kaufe auch nur Schallplatten. Ich genieße es, Platten zu hören, ich nehme mir dafür auch richtig Zeit. Es ist ein bisschen wie ein Ritual. Platte aus der Hülle, auflegen, es knackt, ich mag das.

 Und was steht in deinem Plattenschrank?
Alles, wirklich alles. Rock, Pop, Jazz, Elektro, Klassik… nur Schlager, die wirst du bei mir nicht finden.

Jetzt mal was ganz anderes: Du bist gelernter Schreiner, hast aber auch einige Jahre als Senner die Sommer auf der Alm verbracht, insofern denke ich, dass du ein echter Naturbursche bist. Jetzt seid ihr ab 25.10. dauernd unterwegs, auf Tour von Süd bis Nord, von Ost nach West und zurück. Klimabewusstsein ist in aller Munde und Gewissen, wie haltet ihr das in eurem Tour-Leben? Reist ihr umweltbewusst?
Absolut, ich liebe die Natur. 15 Sommer lang war ich am Berg und ich habe es sehr genossen, außerdem war ich jung und brauchte das Geld – nein, Spaß, ich fand das großartig. Ich war in der Schweiz, in Tirol, es war toll. Und um auf deine Frage nach dem Umweltbewusstsein zu kommen: Wir versuchen wirklich immer, nachhaltig in unserer Reiseplanung zu sein. Wir machen Fahrgemeinschaften im Bus oder Auto zu den Konzerten, manchmal kommt auch einer mit dem Zug von weiter her zu einem Treffpunkt und wir holen ihn ab und weiter geht`s. Wir überlegen, wie wir es am besten machen, damit wir nicht gedankenlos Energie verschwenden. Das Gute ist, dass wir nicht interkontinental unterwegs sind, deshalb fliegen wie auch nie – wirklich nie. Wir würden tatsächlich auch sehr gerne mit der Bahn zu unseren Auftritten fahren, aber das ist eher schwierig – einmal wegen der Verbindungen und das größere Problem ist, dass wir ja immer unsere Instrumente und Equipment selbst dabeihaben, das ist mit der Bahn aktuell nicht machbar. Aber ich kenne tatsächlich Musikerkollegen, die versuchen, ihre Reisen rein mit der Bahn zu machen.

Du hast am 11.10. Geburtstag, was wünscht du dir?
Oh, da bin ich tatsächlich altmodisch. Ich möchte fit bleiben, gesund auf der Bühne stehen können. Mit dem Alter kommen die Wehwehchen wie Bandscheibe oder es zwickt hie und da, deswegen wünsche ich mir Gesundheit und die Möglichkeit, ohne medizinische Hilfe durchs Leben gehen zu können.

Du bist, genau wie ich, im Sternzeichen Waage geboren. Uns sagt man nach, wir würden sehr ausgleichend auf andere wirken und sorgen für gute Stimmung in der Gemeinschaft. Ich find’ das manchmal echt anstrengend, wie ist das bei dir?
Oh ja, wir Waagen sind eben sehr harmoniebedürftig und deshalb auch daran interessiert, dass um uns herum Harmonie und Frieden herrscht. Das mag auf den ersten Blick positiv sein. Negativ empfinde ich, dass ich dadurch konfliktscheu bin, ich versuche, Auseinander-setzungen aus dem Weg zu gehen, was nicht wirklich gut ist, ich weiß. Wie ist das bei dir?

Oh, ich kann schon auch gern mal Konflikt, mag aber lieber den Gleichklang. Nun haben wir ganz viel über Musik geredet… ich würde jetzt gerne noch ein kleines „Entweder-oder-Spiel“ mit dir spielen, das geht so: Ich gebe dir zwei Begriffe vor und du musst dich für einen der beiden entscheiden, nämlich für den, der zu dir passt. Dann kriegen wir alle noch einen besseren Blick auf den Menschen Herbert Pixner. Ok, los geht’s:
– Jacko oder Prince? Prince
– Fantas oder Beginner? Fantas
– Carnegie Hall oder Jazzclub? Oh, das ist gemein, ich mag beides.
– Tag am Meer oder Abend auf der Alm? Schon wieder gemein, ich liebe beides.
– Träumer oder Realist? Realist
– Duschen oder baden? Duschen
– Müsli oder Speck? Speck
– Kino oder Buch? Ich bin ein visueller Mensch, Kino.
– Introvertiert oder extrovertiert (und jetzt sag ja nicht wieder beides)?
Ok, ich teile: 51 % introvertiert, 49 % extrovertiert.
– High Tech oder Low Tech? Low Tech
Mut oder Ausdauer? Mut
– Chaotisch oder organisiert? Organisiertes Chaos
– Early Bird oder Nachteule? Nachteule
– Popcorn süß oder salzig? Salzig
– Religiös oder spirituell? Eher religiös als spirituell.
– Dur oder Moll? Moll

Siehst du, hat gar nicht weh getan. Organisiertes Chaos – typisch Waage! Ich sage Danke für deine Zeit und die Offenheit, es war mir eine große persönliche Freude, mit dir ein bissl ratschen zu dürfen.
Ich danke dir für das schöne Gespräch und freue mich schon sehr auf Rosenheim am 29.10.

 Das Interview führte unsere Redakteurin Claudia Kuhlmann-Seineke

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