Nur spielen reicht nicht
Foto: Firegirls

Nur spielen reicht nicht

FireGirls Bad Aibling verlieren zuhause mit 65:74 gegen die ChemCats Chemnnitz

Hinterher ist man immer schlauer. Und so dürften die Aiblinger FireGirls die Erkenntnis aus dem vergangenen Samstagabend erhalten haben, wieder eine Lektion gelernt zu haben. Denn das Heimspiel gegen die Chemcats aus Chemnitz könnte auch das Etikett „Bundesligalehrstunde Nummer Vier" erhalten. Weil die Basketballerinnen aus der Kurstadt mal wieder erkennen mussten/durften, dass 70 Prozent Konzentration in dieser Liga einfach zu wenig ist. Und weil sie lernen mussten/durften, dass nur schön spielen hier einfach nicht reicht.

Dabei begann die Partie ganz verheißungsvoll. Das Damenteam der TBA Fireballs kniete sich von Anfang an voll rein und konnte das erste Viertel mit 16:15 knapp für sich entscheiden. Im Nachhinein vielleicht ein Fehler. Denn Headcoach Oliver Schmid gestand nach der Partie, dass er da wohl genauso wie seine Mädels gedacht hat, dass man diese Begegnung nun ruhig daher spielen könne. Und so nahm das fatale zweite Viertel seinen Lauf. Die Aiblingerinnen rückten ihren Gegnerinnen nicht mehr ganz so heftig zu Leibe, und die bedankten sich mit einer Serie von viel zu leicht erarbeiteten Punkten. Fast jeder der anwesenden Zuschauer in der gut gefüllten Aiblinger Sporthalle spürte: Dieses Spiel wurde in diesen zehn Minuten aus der Hand gegeben und hergeschenkt. Denn Chemnitz gewann diesen Spielabschnitt mit 25:11 Punkten, ein fast nicht mehr aufzuholender Rückstand für die Mädels aus Bad Aibling.

Diese kamen dann zwar sichtlich engagierter und konzentrierter aus der Garderobe, doch der von allen erhoffte Befreiungsschlag, verbunden mit einer starken Aufholjagd blieb zumindest im dritten Viertel noch aus. Zwar verzeichneten die FireGirls hier am Ende einen 14:13-Vorsprung, doch um wirklich noch einmal zurückzukommen, war das zu wenig.
Im letzten Viertel warfen die Aiblinger Basketballerinnen noch einmal alles rein und kämpften so, wie sich das die Fans das ganze Spiel über gewünscht hätten. Angepeitscht von den hervorragenden Fans versuchten die Spielerinnen um Kapitän Lena Bradaric, das Unmögliche doch noch möglich zu machen. Doch einerseits war die Trefferquote zu schlecht, um wirklich nochmal nah ran zu kommen und andererseits hatte die jetzt viel aggressivere Verteidigung zur Folge, dass Chemnitz dadurch zu mehreren Freiwürfen kam. Und die FireGirls mussten staunend miterleben, dass sich die Gäste aus Ostdeutschland hier so gute wie keine Blöße gaben und trotz gellender Pfiffe ihre Würfe eiskalt versenkten. Als am Ende die ChemCats mit 74:65 gewonnen hatten, gab es wie so oft anerkennenden Beifall für die am Ende gezeigte Kampfmoral, dennoch stehen die Aiblingerinnen einmal mehr mit leeren Händen da.

„Wir müssen einfach schleunigst lernen, dass wir uns über die ganze Spieldistanz voll konzentrieren können", sagte Oliver Schmid im Anschluss. „Ein nachlässiges Viertel hat uns heute den Sieg gekostet. Dabei waren wir in den letzten zehn Minuten richtig stark und haben den Chemnitzerinnen gerade mal zwei Treffer aus dem Spiel heraus gestattet." Doch das war an diesem Abend ein weiterer Unterschied: Während sich die ChemCats wie erwähnt durch Freiwürfe schadlos hielten, versagten den Aiblingerinnen hier so gut wie immer die Nerven – gefühlte 20 Prozent Ausbeute bei Freiwürfen ist in einem derart hart umkämpften Spiel dann leider doch zu wenig.
Doch die Saison ist noch jung, die Moral in der Mannschaft stimmt nach wie vor, nun müssen einfach Siege her. Vielleicht kommt das nächste Spiel deshalb gerade zur rechten Zeit: Am kommenden Mittwoch treten die FireGirls im Pokal gegen Jahn München an – und gegen dieses Team gewannen die Aiblingerinnen in der vergangenen Zweitliga-Saison zweimal.

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