Hanka Zoglmeier gibt Einblicke in ihre Arbeit, ihr liebevolles Team und die Momente, die Pflege erfüllend machen
Seit mehr als drei Jahrzehnten widmet sich Hanka Zoglmeier mit Herz und Engagement der Pflege von Menschen. Mit ihrem Pflegezentrum in Bad Aibling hat sie einen Ort geschaffen, an dem nicht nur fachliche Kompetenz, sondern vor allem Menschlichkeit im Mittelpunkt steht.
Im Gespräch mit Marion Kellner erzählt sie, was sie antreibt, welche Herausforderungen der Pflegealltag mit sich bringt und warum ihr Team dabei eine ganz besondere Rolle spielt.
Frau Zoglmeier, wie hat Ihre persönliche Geschichte Sie geprägt?
1992, mit 19 Jahren, bin ich zusammen mit meiner Zwillingsschwester vor dem Jugoslawien-Krieg nach München geflohen. Meine Eltern hatten uns geschickt, weil sie sehr besorgt waren. Drei Jahre lang hatten wir keinen Kontakt zu ihnen – es war eine sehr schwere Zeit. Ohne Familie, in einer neuen Kultur und mit einer neuen Sprache musste ich meinen Weg finden. Doch die Pflege war schon immer meine Leidenschaft: In Jugoslawien hatte ich eine umfassende Ausbildung als Krankenschwester abgeschlossen, und in München konnte ich schnell wieder in diesem Beruf Fuß fassen.
Wie ging es beruflich weiter, bis zum eigenen Pflegezentrum?
Ich habe in verschiedenen Kliniken gearbeitet und dabei viele Schwerpunkte kennengelernt, erlangte große Anerkennung und habe bald auch Führungspositionen übernommen. Ich liebe meinen Beruf und fühle mich hier zuhause. 2020 habe ich mich zusammen mit einem Freund und Kollegen selbstständig gemacht. 2024 trennten sich unsere beruflichen Wege, und seit Januar 2025 führe ich das Pflegezentrum in Bad Aibling alleine.
Was macht Ihr Pflegezentrum besonders?
Wir betreuen derzeit 83 Patienten im Alter von 18 bis 93 Jahren. Für mich ist es sehr wichtig, dass die Patienten möglichst immer von der gleichen Pflegerin versorgt werden. So entsteht eine persönliche Beziehung, und wir können individuell auf jeden Einzelnen eingehen. Es geht uns um Nähe, Zeit und Herz – manchmal auch ein längeres Gespräch oder etwas mehr Pflege, wenn es nötig ist. Das ist fest in unserer Philosophie verankert. Nur wenn man mit Herz dabei ist, kann man Pflege wirklich leben.
Welche Rolle spielt Ihr Team?
Mein Team ist unglaublich – die besten Kolleginnen der Welt in einem wundervollen Miteinander. Ich kann mich auf sie zu 100 Prozent verlassen. Mein Motto: Gut behandeln und wertschätzen, dann bleiben auch die besten Mitarbeiterinnen. Seit April haben wir zwei neue Kolleginnen, die unser Team verstärken.
Wie sieht Ihr persönlicher Alltag aus?
Neben Büro und Organisation arbeite ich weiterhin selbst in der Pflege, fahre zu unseren Patienten und übernehme auch Wochenenddienste. Meine Familie ist mein Rückhalt. Mein Mann ist Arzt und versteht die Anforderungen des Berufs, und die Kinder helfen manchmal im Büro. Zum Ausgleich wandere ich gerne in den Bergen. Die Liebe zu den Bergen spiegelt sich auch im Firmenlogo wider. Oder wir machen einen kurzen Familienurlaub in Italien.
Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell?
Die steigenden Spritpreise haben allein unsere Benzinkosten um 70 Prozent erhöht, während die Vergütung durch die Krankenkassen unverändert bleibt. Ambulante Pflege verdient mehr Förderung, da sie vielen Menschen ermöglicht, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Ein großer Teil der Versorgung kann zu Hause erfolgen und ist daher
eine sinnvolle Ergänzung im Gesundheitswesen.
Was war der bewegendste Moment in Ihrer Pflege?
Es gibt viele berührende Situationen, aber eine ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Bei dem Verbandwechsel einer schwer erkrankten Patientin, die starke Schmerzen hatte, sagte sie zu mir: ‚Sie schauen mir immer in die Augen, um zu sehen, wie es mir geht, und fragen nach, ob wir eine Pause machen sollten. Ich bin so dankbar, dass Sie bei mir sind.‘ Solche herzlichen und bewegenden Momente zeigen mir, dass Nähe und Aufmerksamkeit wirklich den Unterschied machen. Dann weiß ich, warum ich diesen Beruf gewählt habe.
Was macht Sie glücklich?
Ich bin rundum glücklich. Ich liebe, was ich tue, und ich liebe mein Team, gemeinsam können wir Menschen helfen. Mein Pflegezentrum soll nur minimal erweitert werden, damit es familiär bleibt.
Frau Zoglmeier, herzlichen Dank, dass Sie mit so viel Herz zeigen, wie erfüllend Pflege sein kann. Marion Kellner
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