Häusliche Gewalt in der COVID-19 Krise
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Prospekt-Box Blickpunkt

Häusliche Gewalt in der COVID-19 Krise

Werden Sie nicht zur Täterin oder zum Täter – holen Sie sich Hilfe!

Die Einschränkungen und Begrenzungen im Zusammenhang mit der COVID-19 Krise haben Auswirkungen auf unsere Beziehungen, auf unsere Familien, auf Menschen in Partnerschaften, auf Alleinerziehende und auf Kinder. Die seit Wochen anhaltenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, die räumliche Enge, zusätzliche Belastungen durch Homeschooling und Kinderbetreuung neben veränderten beruflichen Anforderungen sowie Angst um Wohnung oder Arbeitsplatz erhöhen die Gefahr für Häusliche Gewalt erheblich.

Bundesweit wird besonders in Städten von einem Anstieg der Fälle Häuslicher Gewalt berichtet. Viele Experten befürchten, dass es aufgrund fehlender Außenkontakte (Kinderbetreuung, Schulen, Kinderärzte) durch die Einschränkungen des öffent- lichen Lebens zu verdeckter Gewalt innerhalb von Familien kommt.

Neben den Hilfsangeboten für Opfer Häuslicher Gewalt ist es von entscheidender Bedeutung, dass Hilfesystem auch darauf auszurichten, auch Täter und Täterinnen zu erreichen, um gewalttätiges Verhalten zu stoppen oder die Entstehung zu vermeiden.
Die Fachstelle Häusliche Gewalt für Tatbeschuldigte, Verurteilte und Selbstmelder hat sich im Rahmen des Runden Tisches gegen Häusliche Gewalt an der Presseaktion zur Initiative „Zuhause nicht sicher?“ beteiligt.

Die Fachstelle mit Unterstützung der Dr. Ursula Schmid-Kayser-Stiftung bietet für Täter- und Täterinnen im Bereich der Häuslichen Gewalt zusätzliche telefonische Beratungen an. Hierfür wurde eine eigene Telefonnummer eingerichtet: 01 52/56 25 50 16.

Unter der Woche werden täglich zwischen 12 Uhr und 13 Uhr feste telefonische Beratungszeiten sowie die Möglichkeit einer individuellen Terminvereinbarung telefonisch oder per E-Mail gewährleistet. Sollte eine Kontaktaufnahme während dieser Zeit nicht möglich sein, werden die Hilfesuchenden gebeten, Ihre Kontaktdaten mit Zeiten der Erreichbarkeit auf der Mailbox zu hinterlassen oder den Kontakt per E-Mail zu suchen. Es erfolgt umgehend eine Kontaktaufnahme durch die Mitarbeiter/innen der Fachstelle. Eine Erstberatung ist auch anonym möglich!

Die Beratung dient einer Situationsklärung und Vermittlung in geeignete Hilfsangebote für Täter, persönliche Gesprächstermine können zeitnah erfolgen. Selbstverständlich können sich auch nicht selbst betroffene Personen über Unterstützungsmöglichkeiten beraten lassen. Die Fachstelle arbeitet eng mit dem Hilfesystem für Opfer zusammen und ist auch hier vermittelnd tätig. Die Täterberatung dient ausdrücklich nicht der Deeskalation in der Akutsituation und der Opferberatung. Hier sind die Notfalleinrichtungen der Polizei, das Frauenhaus und der Frauen- und Mädchennotruf Ansprechpartner/innen.

Die Beratung erfolgt über pädagogische Fachkräfte mit Erfahrung im Bereich der Täterarbeit Häusliche Gewalt. Die Fachstelle Häusliche Gewalt für Tatbeschuldigte, Verurteilte und Selbstmelder arbeitet nach den vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend anerkannten Standards der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt (BAG TäHG) und ist bayernweit die einzig zertifizierte Täterarbeitseinrichtung.

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