Josef Heindlmeier ist Fahrlehrer aus Überzeugung und Ausbilder aus Leidenschaft
Kupplung kommen lassen, Blick nach vorne und vorsichtig losfahren: Für Josef Heindlmeier ist dies nicht nur Alltag, sondern Leidenschaft. Locker im Auftreten, klar in der Haltung und immer nah an seinen Fahrschülern hat er sich einen eigenen Betrieb mit Standorten in Prien, Rimsting und Eggstätt aufgebaut. Doch hinter jeder Fahrstunde steckt bei ihm mehr als Technik und Verkehrsregeln. Es geht um Vertrauen, Verantwortung und auch um die kleinen Geschichten am Straßenrand des Lebens. Im Interview mit Marion Kellner erzählt Heindlmeier, wie alles begann, warum er bis heute für seinen Beruf brennt und weshalb gute Fahrausbildung weit über das reine Fahren hinausgeht.
Herr Heindlmeier, erinnern Sie sich noch an Ihre erste Fahrstunde, damals als Schüler?
Definitiv erinnere ich mich noch gut an meine erste Fahrstunde mit dem Auto. Es war Hochsommer in Rosenheim, die Sitzbezüge aus Lammfell hatten schon bessere Tage hinter sich, nach einer kurzen Einweisung fuhr ich gleich direkt los. Der Fahrlehrer war sehr verwundert und hat gefragt: „Schwarzfahrer, oder?“ – ich musste lachen: Nein, Kfz-Mechaniker. Noch skurriler war allerdings meine erste Motorradstunde. Wir waren vier Fahrschüler. Der Fahrlehrer hat jeden gefragt, ob wir schon Erfahrung haben. Drei haben genickt, einer nicht. Den hat er kurzerhand nach Hause geschickt mit den Worten, er solle erst einmal üben. Das waren noch andere Zeiten.
Wann war für Sie klar: „Ich will Fahrlehrer werden“?
Eigentlich schon während meinen eigenen Fahrstunden. Ich hatte damals einen wirklich guten Fahrlehrer, der mir viel mitgegeben hat. Einmal war allerdings ein Aushilfsfahrlehrer mit mir unterwegs und der konnte mir seine Art einzuparken einfach nicht erklären. Ich konnte das Einparken grundsätzlich schon, aber eben nicht auf seine Weise. Und da habe ich mir
gedacht: Wenn ich Fahrlehrer wäre, würde ich das besser erklären. Das Interesse war also früh da. Während meiner Wehrdienstzeit hatte ich sogar den Plan, dort als Fahrlehrer tätig zu werden. Allerdings wurde das Ausbildungssystem bei der Bundeswehr umgestellt, sodass sich das für mich zerschlagen hat. Zunächst habe ich den Beruf des Kfz-Mechanikers erlernt. Der entscheidende Impuls kam später durch meinen Bruder, der 1999 Fahrlehrer wurde. Das hat mich motiviert, 2008 selbst diesen Weg einzuschlagen und seit 2018 bin ich mit meinen Fahrschulen in Prien, Rimsting und Eggstätt für meine Fahrschüler vor Ort.
Die Bundesregierung stellt in Aussicht, den Führerschein günstiger zu machen. Wie bewerten Sie diese Pläne?
Das sehe ich sehr kritisch. Natürlich klingt es super, wenn der Führerschein günstiger werden soll, aber in der Praxis sieht das meist anders aus und die Kosten verlagern sich nur, etwa auf höhere Versicherungsbeiträge für Fahranfänger. Einfacher wäre es, die 19 Prozent Mehrwertsteuer für die Fahrstunden zu senken, denn die größte Marge am Gewinn hat der Staat. Viel problematischer ist im Moment die Wirkung dieser Ankündigung. Seitdem darüber gesprochen wird, brechen die Neuanmeldungen ein, weil viele junge Leute abwarten. Für uns Fahrschulen im ländlichen Raum kann das existenzgefährdend werden. Gleichzeitig droht später ein massiver Rückstau: Wenn dann plötzlich viele anfangen wollen, bedeutet das lange Wartezeiten.
Wie wichtig ist Ihnen das Zwischenmenschliche während der Ausbildung?
In einer Fahrstunde hat man Zeit für gute Gespräche, über den Job, über Politik oder auch ganz private Themen. Als Fahrlehrer ist man eben nicht nur Ausbilder, sondern auch ein Stück weit Pädagoge. Jeder Schüler bringt seine eigenen Stärken, aber auch Unsicherheiten und Sorgen mit, darauf muss man eingehen. Gleichzeitig lerne ich auch selbst viel von meinen Fahrschülern und bleibe so am Puls der Zeit. Es entsteht ein Vertrauensverhältnis. Und das ist enorm wichtig, besonders in Situationen im Straßenverkehr, in denen es darauf ankommt, ruhig zu bleiben und sich aufeinander verlassen zu können.
Wie sieht das bei Ihnen aus: Nach Feierabend nochmal auf die Straße oder lieber Abstand vom Lenkrad?
Ganz klar: Die Freude am Fahren hört bei mir nach Feierabend nicht auf. Ich bin auch privat gerne unterwegs, allerdings dann etwas entspannter. Besonders genieße ich die Zeit mit meiner Lebensgefährtin Natalie, die meine Leidenschaft für die Fahrschule teilt und selbst als Fahrlehrerin bei uns arbeitet. Gemeinsam sind wir oft auf unserer honigfarbenen Vespa unterwegs. Oder ich mache eine Ausfahrt mit dem Motorrad, am liebsten zusammen mit meiner Tochter. Das sind für mich die besonders schönen Momente auf der Straße.
Danke für die spannenden Einblicke und allzeit gute Fahrt durch den
Alltag! Marion Kellner
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