„Kini“-Monument in der Kampenwand?
Landschaftsfoto: Rainer Nitzsche
Prosepkt Box

„Kini“-Monument in der Kampenwand?

Ein ziemliches monumentales und vor allem groteskes Vorhaben brachten die Königstreuen vom Geheimbund der „Guglmänner“ auf den Weg: Sie wollen ein gigantisches Konterfei des Bayernkönigs Ludwig II. in die 1.669 Meter hohe Felswand der Kampenwand bei Aschau i. Ch. meißeln lassen.

Nachträglich zum 175. Geburtstag an diesem 25. August könnte dann das 25 Meter hohe Porträt des Märchenkönigs auf das von ihm geschaffene Schloss Herrenchiemsee schauen – so der Plan. Nun hoffen die „Guglmänner“ auf Unterstützung vom derzeitigen Regenten in Bayern: „Um der Ehre Seiner Majestät gerecht zu werden, wollen wir auf der Kampenwand sein Ebenbild in den Stein schlagen lassen. Dazu bitten wir Dr. Markus Söder, unseren derzeitigen Ministerpräsidenten, sozusagen als Nachfolger, um Unterstützung“. Der Deutsche Alpenverein (DAV) spricht von einem „ziemlich absurden Plan ohne Realisierungschancen“: „Bei der Aktion geht es wohl eher darum, auf den Kini und die Guglmänner aufmerksam zu machen“, so Sprecher Thomas Bucher gegenüber der dpa.

Wird die Kampenwand nun der bayerische Mount Rushmore nach dem Vorbild in den USA, wo vier Präsidentenköpfe in Stein gemeistelt sind? Wenn es nach den „Guglmännern“ ginge, dann auf jeden Fall. „Das Ludwigsmonument darf nicht vergleichbar sein mit den Standbildern gewöhnlicher Monarchen, es muss unübertreffbare Größe ausstrahlen – wie die Sphinx“, zitiert die Süddeutsche Zeitung aus dem Schreiben an Söder.

An die 500 Postkarten mit einer Fotomontage und Beschreibung der Idee hätten Unterstützer inzwischen an ihn gesandt, sagt der Sprecher der Gugl-männer, Fredl Helm, gegenüber der dpa.
Söder sei derjenige, der das Vorhaben voranbringen könne. „Er ist schließlich der eigentliche Nachfolger.“ Zum Vorschlag der Guglmänner wollte sich die Staatskanzlei jedoch nicht äußern.
Die Kampenwand ist in Privatbesitz. Postkarten gingen auch an den Eigentümer Freiherr Rasso von Cramer-Klett – auch auch hier ohne Resonanz.

In der Gemeinde Aschau i. Ch. ist man von dem Vorschlag nicht besonders beeindruckt. „Es ist eine witzige Idee“, sagt Herbert Reiter, Leiter der Tourist Info Aschau und Sachrang zu dpa. Aber: „Wir möchten lieber die Kampenwand im natürlichen Charakter erhalten. Es ist nicht unsere touristische Philosophie, dass wir die Masse hier haben wollen.“
Nicht zuletzt trägt der Aschauer Ortsteil Sachrang den Titel „Bergsteigerdorf“ – Markensiegel für sanften naturerhaltenden Tourismus. Die Gemeinde als Genehmigungsbehörde für eine Baumaßnahme habe keine offizielle Anfrage der Guglmänner, sagt Reiter.

Wer sind nun eignentlich die Guglmänner?
„Die Guglmänner sind überall dort als Mahner und Warner zugegen, wo das Andenken unseres geliebten Königs nicht die gebührende Achtung findet. Den Gugl-männern kann man nicht beitreten – zum Guglmann wird man erwählt; die Adepten werden beobachtet und in geeigneter Weise aufgefordert, mit den Guglmännern in Kontakt zu treten. Die Einhaltung der Arkandisziplin, die ritterlichen Tugenden, die Wahrheit um König Ludwig; damit muss sich der Novize beschäftigen, ehe er in feierlicher Weise als Neophyt der Bruderschaft dienen darf.
Erst in der dritten Stufe der Hierarchie (als Chevalier) bekommt der Schildknappe die Gugl (Kapuze). Nach einer Zahl von Jahren kann er als Dignitär (Würdenträger) in den Areopag (höchstes Gremium der Guglmänner) aufsteigen.

Die Guglmänner bezeichnen sich gegenseitig als Brüder – egal, auf welcher Hierarchiestufe sie stehen mögen. Der Orden der Guglmänner lebt und wirkt im Geheimen; weder die Zahl der Mitglieder, noch die Statuten, noch die Namen, noch die Versammlungsorte wurden jemals veröffentlicht. (…)

Die Guglmänner SM. König Ludwig II. haben es sich zur Aufgabe gemacht, nicht zu ruhen, bis die Todesumstände vollkommen aufgeklärt sind. Der König war kein Selbstmörder und erst recht kein Mörder; wir werden es nicht zulassen, dass unser König diesen Rufmord und diese Schmach noch länger zu erdulden hat“, so nachzulesen auf der Homepage der Bruderschaft.

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