Nachwuchsspielerin strebt in die Eishockey-Nationalmannschaft: Sarah sucht Sponsoren
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Nachwuchsspielerin strebt in die Eishockey-Nationalmannschaft: Sarah sucht Sponsoren

Mühldorf a.Inn — „Hi, ich bin Sarah und für Eishockey geboren.“ Die 12-jährige Sarah Abigail Pamula aus Mühldorf a.Inn trainiert hart für ihre Eishockey-Karriere. Ihr Ziel verfolgt sie diszipliniert seit sieben Jahren, trainiert inzwischen fünfmal die Woche in Straubing. Der Lohn: Sarah hat sich als eine der besten Nachwuchsspielerinnen Deutschlands für die U14 Germany Select qualifiziert: Die Auswahlmannschaft des GirlsEishockey.de e. V. nimmt an internationalen Turnieren teil. Nun will Sarah nach den Sternen greifen, am Quebec International Pee-Wee Hockey Tournament teilnehmen. Das jährlich ausgetragene Eishockeyturnier für elf- und zwölfjährige Kinder ist eines der prestigeträchtigsten Wettkämpfe der Welt. Teams aus über 20 Ländern nehmen teil. Sarahs Eltern helfen ihr nach Kräften. Und stoßen doch an ihre Grenzen. Zeitlich. Finanziell. Die Unterstützung durch die Firmen Kocky Hockey und Diamond Sharp reicht nicht mehr. Vater Daniel sucht jetzt nach Sponsoren für sein „Ausnahmetalent“.

Ursprünglich wenig beachtet und unterstützt, hat sich Fraueneishockey in den letzten fünfzig Jahren zu einer international anerkannten Sportart mit steigender Popularität entwickelt. Verbesserungen in der Infrastruktur, die Gründung von professionellen Ligen und die verstärkte Medienpräsenz haben dazu beigetragen, das Niveau des Spiels zu steigern und mehr Talent anzulocken.

Der Sport etablierte sich in den 1970er-Jahren zunächst in Nordamerika und Europa. In den 1980er-Jahren wurden die ersten internationalen Turniere für Frauen ausgetragen, darunter die Weltmeisterschaft und die Olympischen Winterspiele. In den 1990er-Jahren stieg die Popularität des Fraueneishockeys als neue olympische Sportart und erfuhr in den 2000er-Jahren eine Professionalisierung: In Nordamerika wurde die National Women‘s Hockey League (NWHL) gegründet, die erste professionelle Fraueneishockeyliga der Welt, in Europa entstanden mehrere professionelle Fraueneishockeyligen, darunter die Swedish Women‘s Hockey League (SDHL) und die Finnish Naisten Liiga (NaLi). Zu Beginn der 2020er-Jahren stieg die Zahl der aktiven Spielerinnen weiter, die Qualität des Spiels verbessert sich, das Angebot an internationalen Turnieren und Wettbewerben wurde breiter.

Fraueneishockey fasziniert auf verschiedene Weise. Die Spielerinnen müssen über eine hervorragende Koordination verfügen, über Schnelligkeit und Kraft, um auf dem Eis erfolgreich zu sein. Sie müssen ein hohes Maß an Geschicklichkeit und Spielverständnis zeigen, um sich auf dem Eis durchzusetzen. Und sie müssen konditionell alles für den Sieg geben. Das erfordert kontinuierliches, hartes Training und einen eisernen Willen. „Jeder Erfolg ist brutal anstrengend“, erklärt Daniel Pamula, Vater der 12-jährigen Sarah Abigail Pamula. Der gebürtige Slowake hat selbst 17 Jahre Eishockey gespielt, unter anderem in der Extraklasse im Nachwuchsbereich, und seiner Tochter quasi die Liebe zu Eishockey in die Wiege gelegt. Ebenso begeistert von der Jagd nach dem Puck sind Mutter Gosia Nowak-Pamula und Sarahs fünfjähriger Bruder Daniel Pascal. Dadurch kann die junge Nachwuchsspielerin aus Mühldorf a.Inn in der Familie Kraft schöpfen für die körperlich anstrengenden Turniere.

Sarahs Aufstieg in die U14 Germany Select

Mit fünf Jahren flitzte Sarah bereits übers Eis, stieg beim EV Fürstenfeldbruck ein, wechselte dann zum EHC Waldkraiburg, zum ESV Gebensbach, zum ESC Dorfen, blieb schließlich beim EHC Straubing. Inzwischen ist sie seit fünf Jahren mit dem GirlsEishocky.de e. V. unterwegs und durch das TryOut in die Auswahlmannschaft U14 Germany Select aufgenommen, hat bereits ein internationales Turnier in Chamonix absolviert. Wohlgemerkt, alles neben der Schule. An den Wochenenden stehen entweder Spiele oder Extraeiszeiten auf dem Stundenplan. Sarah will schließlich ihre Kondition immer weiter steigern, noch flinker werden. Und Vater Daniel fördert sie leidenschaftlich, ist stolz: Mit ihrem Fleiß ist die 140 cm große, 33 kg leichte Sarah eine von wenigen Nachwuchsspielerinnen in Deutschland, die in verschiedenen Jungs Select national wie international unterwegs sind. „Sarah will die Beste sein“, erklärt ihr Vater, der auch Raum für Spaß bereiten will. „Doch der Weg ist steinig“, fügt er hinzu.

Fünfmal die Woche hat Sarah Eishockeytraining. Darauf muss sie sich vorbereiten, muss die Ausrüstung pflegen, muss zwischen Mühldorf nach Straubing pendeln. Neben Sarah ist die ganze Familie Pamula eingespannt. Mutter Gosia arbeitet in Teilzeit, damit Sarah bei den Routinen unterstützt werden kann. Hinzu kommen Auswärtsspiele. Durch die Teilnahme an verschiedenen Selects muss Sarah weit reisen. Nach Tschechien, Polen, Ungarn, Frankreich. Für Vater Daniel bedeutet das, mit dem Auto hunderte Kilometer quer durch Mitteleuropa zurückzulegen. Wenigstens bei der Ausrüstung erfährt Sarah als „Ausnahmetalent“ externe Unterstützung durch die Firmen Kocky Hockey und Diamond Sharp. Während der Zeit der Corona-Maßnahmen und Lockdowns übte sie sogar auf Kunsteis. Doch das alles geht ins Geld.

Sarahs Traum: Pee-Wee 2024

Nun steht Sarah vor dem größten Meilenstein ihrer bisherigen Eishockey-Karriere: der Teilnahme am 12-tägigen Quebec International Pee-Wee Hockey Tournament vom 7. bis 18. Februar 2024. Das Pee-Wee ist ein jährlich im kanadischen Quebec ausgetragenes Eishockeyturnier für Kinder im Alter von elf bis zwölf Jahren. Sarah tritt als einziges Mädchen in ihrer Mannschaft an. Das Turnier bietet jungen Spielern die Möglichkeit, sich mit den besten Nachwuchsspielern der Welt zu messen und Erfahrungen zu sammeln. Dadurch hofft Sarah, ihrem Traum einen Schritt näher zu kommen: in der Professional Women‘s Hockey League (PWHL) und für die Deutsche Eishockey Nationalmannschaft spielen zu können.

1988 gegründet, hat sich die Nationalmannschaft stetig weiterentwickelt. Nach einem Abstieg in die Zweitklassigkeit in den 1990er-Jahren gelang ihr der Wiederaufstieg in die Top Division im Jahr 2000. Bislang konnte sich das Team drei Mal für die Olympischen Spiele qualifizieren.

Manche Nachwuchsspieler versuchen, die finanzielle Hürde per Crowdfunding zu überwinden. Vater Daniel vertraut indes auf das herkömmliche Sponsoring, würde Sarahs Routen auch mit Autowerbung abfahren, wenn ihr damit geholfen wäre. Kurzerhand haben die Eltern auf Sarahs Namen ein Konto eingerichtet, über welches die 12-Jährige unterstützt werden kann. Die Familie hofft, so etwas entlastet zu werden.

Dr. Olaf Konstantin Krueger

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