Westtangente: Warum geht am Bau im Norden nichts vorwärts?
V.l: CSU-Stadtrat Florian Ludwig, MdB Daniela Ludwig, der stellvertretende Leiter des Staatlichen Bauamtes Rosenheim Stefan Leitner, Projektleiter Alexander Zett, der Bauüberwacher der Bahn Tom Ziller. Pressefoto
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Westtangente: Warum geht am Bau im Norden nichts vorwärts?

Der Bau der Westtangente und der zunehmende LKW-Verkehr stellt insbesondere die Einwohner im Norden von Rosenheim vor eine große Geduldsprobe. Vor allem an der Schlösslstraße ist der Ärger über die langwierige Baustelle an der Bahnstrecke und die Verkehrsbelastung groß. Die Anwohner haben sich deshalb an CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig und ihren Mann, den CSU-Stadtrat Florian Ludwig gewandt. Sie trafen sich umgehend zu einem Ortstermin mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim.

„Wir verstehen die Sorgen und die Verärgerung der Menschen“, so Daniela Ludwig. „Wir alle möchten, dass es mit der Baustelle vorangeht. Doch so einfach ist es nicht.“ Das bestätigte auch der Stellvertretende Leiter des Staatlichen Bauamtes Stefan Leitner. „Die Anwohner sehen hier, dass eine Bahnbrücke steht, und meinen, jetzt muss es doch weitergehen. Doch wir haben hier nur eine Behelfsbrücke. Für das eigentliche Bauwerk haben wir noch sehr komplexe, schwierige Arbeiten vor uns.“ Stadtrat Florian Ludwig regte an, mit einer sogenannten „Pförtner-Ampel“ außerhalb der Stadtgrenze den Verkehr zu regeln. „So könnte man bereits jetzt die Staus im Ort selbst verhindern. In anderen Kommunen funktioniert das ganz gut.“  Stefan Leitner steht diesem Anliegen positiv gegenüber. „Ich nehme diesen Vorschlag mit. Wir werden das mit den zuständigen Behörden prüfen. Vielleicht können wir so für etwas Entlastung sorgen.“

Seeton schuld an Verzögerung
Die Baustelle an der Bahnstrecke in der Nähe der Schlösslstraße ist wohl die komplizierteste im Jahrhundertprojekt Westtangente. Grund dafür ist – wie im Aicherpark auch – der Seeton im Untergrund. Nicht nur der sorgte für Verzögerung. Bei den Bauarbeiten im Jahr 2019 stießen die Fachleute auf Hindernisse in Form von Stahl- und Betonkörpern im Bahndamm. „Damit wurde der Bahndamm stabilisiert. Pläne dafür gab es aber nicht“, so Leitner. Die Technische Universität München begleitet die Bauarbeiten seither mit ihren Wissenschaftlern.

Bau der Brücke passiert im laufenden Bahnbetrieb
„Wir bauen hier nach dem Stand von Wissenschaft und Forschung. Eine Vorlage für diese Arbeiten gibt es nicht.“ Die große Herausforderung: Der Bau der Brücke passiert im laufenden Bahnbetrieb. „Wir pressen Spundwände in den Boden, und dürfen dabei nicht rütteln. Wir können es uns nicht leisten, dass sich das Gleis hebt, und der Bahnverkehr ruht. Das ist eine Hauptader Richtung Süden, in Richtung der Seehäfen, da würde ein Milliardenschaden entstehen“, erläuterte Projektleiter Alexander Zett. „Täglich rollt eine Last von 320.000 Tonnen über die Behelfsbrücken – das ist die Last wie bei einer Autobahn.“

Der weitere Zeitplan steht
Derzeit werden Verdrängungssäulen mit massivem Gerät in den Boden eingebracht, um das Erdreich zu stabilisieren. Das muss auch noch auf der anderen Seite der Behelfsbrücke geschehen. Der weitere Zeitplan steht. „Wenn alle Verdrängungssäulen drin sind, müssen wir unter der Brücke noch 4,50 Meter Erdreich für den Bau der Westtangente abgraben. Danach kommt eine Bodenplatte auf die künftige Straße.“ Das wird im Jahr 2023 passieren. Im Oktober 2024 gibt es an der Strecke wieder Sperrpausen für die Bauarbeiten. „Dann wird die künftige Brücke installiert, die wir bereits vorfertigen. Ab November 2024 ist das endgültige Bauwerk da- dann geht es an die Feinarbeiten.“ Die Freigabe der Westtangente ist dann für Mitte 2025 geplant. Bis dahin ist noch Geduld bei allen Beteiligten gefragt.

Daniela Ludwig: „Sicherheit geht vor“
„Bei allem Verständnis für den Wunsch nach Schnelligkeit – hier geht Sicherheit vor“, sagte Daniela Ludwig. „Diese technisch komplexe Baustelle, die nur mit Spezialgerät zu meistern ist, stellt eine sehr große Herausforderung selbst für die Wissenschaftler und die routinierten Experten des Straßenbauamtes dar. Sie müssen und werden alles tun, um die Sicherheit für den Bahnverkehr und letztlich auch für die künftigen Nutzer der Westtangente zu gewährleisten.“

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